Aktuelle Meldungen

Die allermeisten Implantate im Kiefer werden für die Fixierung von festem Zahnersatz eingesetzt. Als Spezialität verwenden wir auch sogenannte temporäre Implantate zur Aufnahme kieferorthopädischer Apparaturen oder für provisorischen Zahnersatz. Zahnverlust ist wegen erheblicher Fortschritte im Bereich der Zahnerhaltung und der Zahnärztlichen Prophylaxe viel seltener als früher aber dennoch nicht immer vermeidbar.
Auf der anderen Seite interessieren sich immer mehr Patienten für Zahn – Implantate, um diesen Zahnverlust möglichst ohne Beschleifen gesunder Nachbarzähne perfekt zu kompensieren. Dies ist auch unter zahnmedizinischen Aspekten eine sehr sinnvolle Vorgehensweise, weil Zähne, die für Kronen bzw. Brücken beschliffen werden, erwiesenermaßen überproportional häufig später einer Wurzelkanalbehandlung unterzogen werden müssen. Zum Nachteil des irreversiblen Zahnhartsubstanzabtrags kommt also als weiteres Risiko noch das der Wurzelkanalbehandlung, die nicht immer erfolgreich verläuft, hinzu. Auch sind die Folgekosten des Zahnersatzes in Form von Brücken langfristig als höher einzustufen.

Bei den allermeisten Patienten können – heutzutage Dank immenser Fortschritte - Implantate grundsätzlich implantiert werden. Als Kontraindikationen gelten jedoch z. B. schwere Allgemeinerkrankungen wie schlecht eingestellter Diabetes, regelmäßig einzunehmende Immunsuppressiva, Kortison, Zytsotatika, starker Nikotinabusus, mangelhafte Mundhygiene und aggressive Formen der  Parodontitis und erheblicher Knochenverlust.   
Häufig ist das Knochenangebot nicht optimal, so dass entweder auf spezielle Mini-Implanate oder  angulierte Implantat - Positionen ausgewichen werden kann oder erst durch spezielle knochenaufbauende Augmentations – Operationen die Basis für den langfristigen bzw. dauerhaften Erfolg des Implantats geschaffen werden muss.
In Absprache mit den Vorstellungen und Wünschen der Patienten ist immer eine individuell zu planende Vorgehensweise unter Berücksichtigung auch der Kosten und der  Behandlungsdauer anzustreben.
Soweit sich Augmentationen als notwendig erweisen, wenden wir Produkte und Präparate an, die auch in der orthopädischen Chirurgie in großen Kliniken ihre Verwendung finden. Bei überschaubaren Kosten besteht für unsere Patienten von Zahnarzt Hannover Dental somit der große Vorteil, dass in den meisten Fällen auf eine Knochenentnahme komplett verzichtet werden kann. Sobald sich durch diese Maßnahmen ein optimales Knochenlager gebildet hat, bestehen optimale Voraussetzungen für den von uns angestrebten langfristigen Erfolg des Implantats.

Wir von Zahnarzt Hannover Dental verwenden Implantate verschiedener Hersteller, so dass wir für die jeweilige Situation und Indikation das optimal passende Implantat – auch abhängig vom Design (der Implantatoberflächengestaltung) - verwenden können.
Nach sorgfältiger mündlicher und schriftlicher Aufklärung über OP – Techniken, Vorgehensweise, Kosten, Risiken und Pflege der Implantate beginnen wir mit gut geeigneten Röntgenverfahren zur Einschätzung des Knochenangebots. Hier gibt es verschiedene Vorgehensweisen und unterschiedliche technische Möglichkeiten,wobei auch die unterschiedliche Strahlenbelastung zu berücksichtigen ist. Mitunter ist das Anfertigen einer modernen dreidimensionalen computergestützten Aufnahmetechnik sinnvoll oder notwendig. Je nach Situation kann hier eine minimalinvasive Operationsmethode zur Anwendung kommen. Mit dem Schlagwort der Minimalinvasivität und einer nahezu unblutigen Operationsmethode wird von manchen Kollegen viel geworben. Diese Möglichkeit ist jedoch weniger dem vermeintlich besonderen „Können“ als der Tatsache geschuldet, dass so eine Vorgehensweise nur dann funktioniert, wenn das Knochenangebot ohnehin als gut bezeichnet werden kann – eine Augmentation also verzichtbar ist.  
Wir erklären unseren Patienten abschließend genau, wie die optimale Pflege durchzuführen ist und dass eine regelmäßige vorzugsweise vierteljährige Kontrolle mit  professionellen Zahnreinigungen die besten Voraussetzungen für den dauerhaften Erfolg dieser so wichtigen Methode darstellt.  


Hersteller versuchen immer wieder, ihre Produkte mit speziellen Eigenschaften aus der Masse herauszuheben. Dabei werden in den dazugehörigen Werbeversprechen realitätsnah beschönigende oder sehr kreative Ansätze zur Wahrheit entwickelt.

Zahnpflegekaugummis existieren in vielen verschiedenen Varianten. Sie versprechen mit ihren vielen, u.a. positiv auf die Zahn- und Mundgesundheit wirkenden, Eigenschaften wie gesunden Atem, weiße Zähne, Schutz vor Karies. Die blaue ist gut für weiße Zähne, die gelbe beinhaltet einen Bakterien-hemmenden Stoff und schützt so vor Karies, die lilafarbende neutralisiert Säure und die grüne macht so guten Atem, dass der gesuchte Partner nicht mehr weit ist.

Gemäß EU-Verordnung gibt es eine Positivliste von 222 gesundheitsbezogenen Aussagen, die als statthaft eingestuft werden, weil sie beweisbar der Wahrheit entsprechen. Ökotest untersuchte aktuell im September 35 (Zahnpflege-)Kaugummis auf den Wahrheitsgehalt ihrer Werbeaussagen und kam zu überraschenden Ergebnissen.

 

Alle 35 wirksam aber nur neun empfehlenswert, heißt es laut Ökotest

Die für die Mund- und Zahnpflege entscheidenden Aussagen stimmen offenbar. Wenigstens so ungefähr. Zahnpflegekaugummis beugen Karies vor, indem sie Säuren im Speichel neutralisieren und Zahnpflegekaugummis sind eine Art Zahnpflege. Allerdings nicht als Ersatz, sondern nur als Ergänzung zur normalen täglichen Zahnpflege mit Zahnpasta, Zahnbürste und Zahnzwischenraumpflege.

Denn Zahnpflegekaugummis regen „nur“ den Speichelfluss an. Nahrungsreste und andere zahnschädliche Substanzen wie auch Kariesbakterien werden dadurch je nach Intensität (Speichelmenge) und Dauer des Speichelflusses (Speichelfließrate) aus dem Mund geschwemmt. Zahnschädigende Säuren, die beispielsweise nach dem Verzehr von süßen, kohlehydrathaltigen Speisen verstärkt auftreten, werden schneller abgepuffert. So wird einerseits der säurebedingte Entzug von Mineralien aus dem Zahnschmelz gehemmt. Zusätzlich führen die Mineralien aus dem Speichel Mineraliendefizite auf der Zahnoberfläche auf.

Doch Zahnpflegekaugummis sind trotz aller Gesundheit versprechenden Inhaltsstoffe nicht in der Lage, die auf dem Zahn befindlichen, täglich neu entstehenden,  Ablagerungen zu entfernen. Dies geht nur mit einer mechanischen Reinigung mittels Zähneputzen.

 

Die Zähne werden wieder strahlend weiß

Bei dieser Aussage erfinden Hersteller die Wahrheit kreativ neu. Es gibt Anhaltspunkte, dass häufiges Kaugummikauen verfärbende Zahnbeläge verhindern kann, jedoch keine Grundlage für eine Aussage, dass Verfärbungen, die durch Kaffe, Tee oder andere Farbstoffe in Nahrungsmitteln entstehen, mittels Kaugummikauen entfernt werden können. Dafür muss der Verbraucher tiefer in die Tasche greifen, von einer Professionellen Zahnreinigung von 60-100 Euro durchschnittlich bis zum Bleaching, welches in den dafür geeigneten Konzentrationen nicht frei verkäuflich ist und nur vom oder unter Aufsicht eines Zahnarztes ausgeführt werden sollte.

 

Ein Kaugummi mit Namen Xucker Xummi Spearmint schloss laut Ökotest mit der Note sehr gut ab. Mit einem Preis von 0,71 Euro beinhaltet der Spitzenreiter keine problematischen Inhaltsstoffe. Auch der in großer Menge abführend wirkende und als potentiell krebserregend in die Presse geratene Süßstoff Aspartam ist nicht enthalten. Acht der Kaugummisorten wurden mit gut bewertet, neun andere bekamen die Wertung befriedigend. Die Note mangelhaft bekamen neben Mentos Kaugummi Pure White etliche Kaugummis für Kinder wegen ihrem vielen Zuckeralkoholen, Süßstoffen und einem zu hohen Preis.

Entscheidende Kriterien in der Benotung der Zahnpflegekaugummis waren für Ökotest neben potentiell gesundheitsschädlichen Süßstoffen, enthaltenen künstlichen Aromastoffen, Preis, der Anzahl der Zuckeralkohole und anderer Zuckerformen auch die gemachten Angaben über ihre Inhaltsstoffe. Das Adjektiv „erdölbasiert“ oder andere Umschreibungen für die Basismasse von Kaugummi wurden dabei unter dem Hinweis auf die jeweiligen betrieblichen Geheimrezepte der Hersteller häufig umgangen.

 

Quelle: Ökotest September 2015

Der Zusatz von Fluorid in Zahnpflegemitteln wie Zahnpasta, Gelen, Mundspülungen und Lacken führte insbesondere in den westlichen Industriestaaten in den letzten 30 Jahren zu einer erheblichen Verbesserung der Zahngesundheit. Fluorid in Zahnpflegemitteln sollte je nach Alter und Entwicklung unterschiedlich eingesetzt werden, um eine Fluorid-Überdosierung durch zufälliges Verschlucken von Zahnpasta zu vermeiden. Eine Überdosierung von Fluorid kann dazu führen, dass bei Kindern, bei welchen sich die bleibenden Zähne noch im Kiefer und daher noch in der Entwicklung befinden, eine so genannte „Zahnfluorose“ entsteht, die sich durch Strukturanomalien und Verfärbungen unterschiedlichen Ausmaßes im Zahnschmelz äußert. Daher wird in Deutschland für Kinder bis zu 6 Jahren eine Fluoridkonzentration von 500 ppm (parts per million, bzw. mg/l) empfohlen, da bis zu diesem Alter davon ausgegangen wird, dass der Schluckreflex i.d.R. noch nicht vollständig ausgebildet ist. Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und Erwachsene können dagegen Zahnpasten verwenden, die höher konzentriert sind und 1450 ppm Fluorid enthalten. Entscheidend für einen Kariesschutz ist dabei neben der Putzmethode die Verweildauer von Fluoridionen im Mund, bzw. im Speichel, die durch das Ausspülverhalten, die Fluoridkonzentration und die Putzhäufigkeit beeinflusst werden kann. Je nach Mundhygieneverhalten und Kariesrisiko können durch den Zahnarzt Gele und Lacke mit erhöhter Fluoridkonzentration verordnet werden.

In einer aktuellen Untersuchung wurden die Fluoridkonzentrationen im Speichel und im Zahnbelag (Plaque) von Testteilnehmern nach dem Zähneputzen mit einer Erwachsenenzahnpasta (1450 ppm) und einer hochkonzentrierten, derzeit noch nicht handelsüblichen Zahnpasta mit 5000 ppm Fluoridgehalt gemessen und auf ihre Wirksamkeit bei der Vermeidung von Karies untersucht. Die Tages-Fluoridkonzentration in Speichel und Plaque war bei Probanden, die mit der hochkonzentrierten Zahnpasta geputzt hatten, signifikant höher als in der Gruppe mit konventioneller Zahnpasta. Die Zahnpasta mit dem höheren Fluoridgehalt könnte daher bei Patienten mit hohem Kariesrisiko zu einer noch wirksameren Kariesprophylaxe beitragen.

 

 

 

Quelle: Clin. Oral Investig. 2015 May;19(4): 955-8.doi: 10.1007/S00784-015-1426-3.

Intraoral Fluoride Levels After use of conventional and high-fluoride dentifrices

Pessau JP, Conceido JM, Grizzo LT, Szekely M, Fazakas Z., Buzalaf MA

Patienten mit Osteoporose leiden unter einem erhöhten Risiko an Knochenbrüchen. Auch für die zahnärztliche Implantologie ist sie von Bedeutung, da sie die Einheilung und Stabilität von Zahnimplantaten verschlechtert. Beim normalen Menschen kann sich der Knochen in gesunden Umweltbedingungen zeitlebens alle sechs Jahre rundum erneuern. Es ist ebenfalls normal, dass sich ab einem Alter von 30 Jahren die Knochenmasse um ca. 1 Prozent pro Jahr reduziert. Das Auftreten einer Knochenerkrankung wie der Osteoporose wird – geht man nach dem Wissensstand in der Bevölkerung – in der Regel mit einem Alter über 50 Jahren verbunden. Doch die Vermutung täuscht, viele Menschen auch jüngeren Alters sind von der Erkrankung betroffen. Wie viele, können die Experten nur schätzen, die Dunkelziffer aller Osteoporosekranken sei deutlich über den geschätzten acht Millionen. Da diese Patienten häufig Medikamente einnehmen, die Einfluss auf die Knochenheilung hat, ist für jeden Arzt oder Zahnarzt das Wissen um die mögliche gestellte Diagnose Osteoporose von großer Bedeutung für jede Therapie.

Bei den jungen Osteoporose-Erkrankten im Alter deutlich unter 50 Jahren werden i.d.R. keine Krankheitszeichen in Richtung Osteoporose vermutet. Knochenverletzungen oder -brüche werden therapiert, ohne dass auf eine krankheitsbedingte reduzierte Knochenmasse untersucht wird. Doch wieso leiden junge Menschen bereits so früh an Knochenschwund? Ursache für sollen nach Aussage der Forscher des Instituts für Osteologie und Biomechanik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) im neuen Forschungsverbund DIMEOs Genmutationen sein. Für die Wissenschaftler des DIMEOs ist die Erforschung der Ursache, die Datensammlung im National Bone Board, einem Netzwerk verschiedener osteologischer Zentren in Deutschland, wie auch von gezielten, individualisierten Therapien von großem Interesse. Teilnehmer des DIMEOs sind neben dem größten osteologischen Zentrum Deutschlands UKE die Berliner Charité, die Julius-Maximilians-Universität Würzburg, die Technische Universität Dresden sowie das Max-Planck-Institut in Potsdam. Neben der Entschlüsselung von Krankheitsursachen – beispielsweise mit Knochendichtemessungen und Knochenstrukturanalysen – möchte das wissenschaftliche Forschungsnetzwerk Strategien zur frühzeitigen Entdeckung, Prävention und Therapie entwickeln. Da die Ursachen des Auftretens der Osteoporose in jungen Jahren häufig auch familiär bedingt sein können, soll der genetische Code der Patienten ebenfalls untersucht werden.

Die Wissenschaftler, die mögliche Genveränderungen bei jungen und alten Osteoporosekranken mittels Blutuntersuchungen analysieren wollen, haben es sich zusätzlich zum Ziel gemacht mit ihren Forschungsergebnissen dazu beizutragen, dass gegebenenfalls neue Medikamente entwickelt werden können.

Quelle:
Pressemitteilung vom UKE: Osteoporose unter 50: Warum erkranken Menschen in so jungen Jahren? - Forschungsprojekt zu früh einsetzendem Knochenschwund im UKE gestartet

30 Tage soll sie halten, die von Erfindern und Designern aus Japan entwickelte Zahnbürste mit dem Namen Misokaa. Sie kommt dank Ihrer Nano-Beschichtung ohne Zahnpasta aus und wurde kürzlich in der Design Week in Mailand als Trend der Zukunft präsentiert. Auf der Seite der Kosho Ueshima des Industrial Design Studio, die in Kooperation mit dem Nanotech Unternehmen Yumeshokunin Co. Ltd die Zukunftszahnbürste auf den europäischen Markt bringen wollen, ist zu entnehmen, dass italienische Designer eine für Europa spezielles Design entwickelt haben.

Die Beschichtung mit Mineral-Ionen entfernt Plaque, sodass Zahncreme nicht mehr notwendig ist. Die Mineral-Ionen verbleiben im Gegensatz zu Zahnpasta, die ausgespült wird, auch auf den Zähnen und beugen neuer Plaque vor. Untersuchungen existieren bisher nicht, jedoch ist die Zukunftszahnbürste bereit im japanischen Markt etabliert. Wie der japanische Name sagt, ist die Haltbarkeit der Zahnbürste auf 30 Tage begrenzt. Danach muss eine neue Zahnbürste gekauft werden. In diesen 30 Tagen könnte die tägliche Zahnpflege allerdings beispielsweise in Kindertagesstätten, Pflegeheimen oder einfach nur für Erwachsenen im täglichen Arbeitsleben und unterwegs deutlich unkomplizierter werden. Ohne die Gefahr lästiger Zahncremeflecke könnten mal eben zwischendurch die Zähne geputzt werden.

Wer knapp bei Kasse ist, dem ist zu empfehlen statt auf innovatives Zukunftstrends zu setzen, lieber mal mit dem Taschenrechner die Kosten für Zahncreme und handelsübliche Zahnbürsten durchzukalkulieren. Und den frischen Atem nach dem Putzen gibt es bei der handelüblichen Handzahnbürste mit Zahncreme gratis mit dazu.

Quelle: www.trendsderzukunft.de

 

 

Nachbarschaftshilfe beim Heimzahnwerkeln, Do-it-yourself-Zahnbehandlung via Internet, Erste-Hilfe-Sets in der Drogerie oder einfach der Griff in den Werkzeugkasten sind bei den Briten offenbar durchaus üblich, um kariöse oder parodontal erkrankte Zähne zu sanieren. Extraktion der Zähne in Eigenregie oder durch den besten Freund sind zwar nicht die feine englische Art aber für 20 Prozent der britischen Bevölkerung laut Ergebnissen der British Health Foundation eine gangbare Lösung. Den Whisky zur Betäubung gibt es beim Freund noch gratis dabei.

?Dental First Aid Kits wurden bisher nur für Reisen und unbesiedelte Gegenden oder in Dritte Welt-Länder angefragt. Der Trend zur Eigenbehandlung in England soll einerseits durch die relativ hohen Kosten begründet sein. Eine Kontrolle, in Deutschland Bestandteil der durch die gesetzlichen Krankenkassen finanzierten Vorsorge, kostet in England rund 58 Euro, eine Zahnfüllung kostet bei den Zahnärzten des NHS ca. 70 Euro. Wenn das Geld für den Zahnarzt des Öffentlichen Gesundheitsdienstes doch reichen sollte, heisst das immer noch nicht, dass ein englischer Schmerzpatient behandelt wird.

?Reiche leisten sich Privat-Zahnbehandlungen. Alle anderen sind unterversorgt. Englands 40.000 NHS-Zahnärzte sind laut aktuellen Meldungen nicht in der Lage, die Bevölkerung flächendeckend zahnärztlich zu versorgen. Dies führt zu langen Wegen bis zum nächsten Zahnarzt, Registrierungsvorgängen vor der Behandlung in den Praxen und zu Wartelisten bis zu zwei Jahren.

?Wer sich trotz dieser zweijährigen Zwangs(Anspar-)Wartezeit die Wurzelfüllung dann immer noch nicht leisten kann, lässt sich den Zahn einfach ziehen. Und wenn es vor dem Termin zu sehr schmerzt, hilft nur noch der Griff zur eigenen Rohrzange.

?Quelle: National Health Service Great Britain

 

 

Trotz der Fortschritte bei der Herstellung von Implantaten aus alternativen materialien wie Keramik, ist das Implantat-Standardmaterial noch immer Titan. Titan gilt als äußerst biokompatibler Werkstoff, der im biologischen Umfeld korrosionsbeständig ist und sehr gut im Knochen einheilt. Die Oberflächenbeschichtung der Implantate wurde im Laufe der Jahre gerade im Bereich der dentalen Implantologie mehr und mehr weiterentwickelt, wodurch sich die guten Einheilungseigenschaften weiter verbessern und die Überlebensraten gesteigert werden konnten. Dabei „kamen“ im Gegensatz zu glatten oder polierten Oberflächen unterschiedliche mikroraue Oberflächen der Implantate „besonders gut im Knochen an“. Diese Rauigkeiten werden entweder mittels spezieller Beschichtungstechniken erreicht oder mittels Laser, Sandstrahlung oder Ätzverfahren hergestellt. Entscheidendes Kriterium für die Fachleute war dabei die Verbesserung des Kontaktes zwischen Knochen und Implantat, dem so genannten „BIC“ (bone-to-implant-contact), der bei erhöhter Rauigkeit der Implantatoberfläche zunimmt.
Trotz der hohen Erfolgsquote der Zahnimplantate aus Titan gibt es jedoch Unverträglichkeiten gegen Titan als Werkstoff. Die Betroffenen klagen über unklare Beschwerden, die beispielsweise durch das Material an sich oder seine häufige elektrochemische Korrosion bedingt können. Ästhetische Nachteile sind ein weiterer Kritikpunkt gegen das im Frontzahnbereich häufig grau durch die Schleimhaut schimmernde Metall. Eine biokompatible und ästhetische Alternative bieten weiße Implantate, die aus Zirkondioxid hergestellt sind. Bisher sind jedoch die Anzahl und Qualität der wissenschaftlichen Studien zu weißen Implantaten nicht mit den umfangreichen Studien zu dentalen Titanimplantaten vergleichbar.

Wissenschaftler des iba Heiligenstadt e.V. unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Liefeith konnten kürzlich in zellbiologischen Tests unter Laborbedingungen die Gleichwertigkeit von rauen Zirkondioxidoberflächen im Vergleich zu mikrorauen säuregeätzten und gesandstrahlten (SLA)-Titanoberflächen nachweisen.

Die Kollegen des Klinikums der Friedrich Schiller Universität Jena verglichen und bewerteten anschließend in einer weiteren Studie verschiedene Zirkondioxidimplantate in Bezug auf deren Knochen-Einheilungsqualität und den BIC. Letzterer war bei beiden Implantattypen nicht signifikant unterschiedlich. Aufgrund dieser Testergebnisse wurden die moderat rauen Oberflächen der Zirkondioxidimplantate industrietauglich und qualitätskonform technisch auf eine Produktlinie von weißen Implantaten umgesetzt.
Bevor diese Eigenschaften und das Material jedoch nicht über ebenso ausführliche und langjährige Studienergebnisse wie die Titanimplantate verfügen, sind diese Informationen nicht als absolute Aussagen zu werten. Weitere Studien werden notwendig sein, um mehr Klarheit über die Gleichwertigkeit von weißen Implantaten gegenüber Titan-Implantaten zu erhalten.

Quelle:
juraforum: Gleichwertigkeit von Zirkon- und Titan-Dentalimplantaten nachgewiesen

 

Parodontits-Kampfansage mittels EU-Projekt TRIGGER

60 Prozent der Erwachsenen sind an Parodontitiden erkrankt, so die Daten der WHO. Diese sollen ein erhöhtes Risiko für eine Verengung der Herzkranzgefäße, aber auch für Alzheimer haben. Weiterhin deuten Daten auf Wechselwirkungen zwischen parodonto-pathogenen Bakterienstämmen und Herz-Kreislauferkrankungen, rheumatoider Arthritis sowie chronischer obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) hin. Elf europäische Forschungsorganisationen aus neun Ländern beschäftigen sich im EU-Projekt TRIGGER mit der Volkskrankheit. Ziel ist es, den Einfluss von Parodontitiserregern auf die genannten Erkrankungen hin zu erforschen. Die Wissenschaftler rund um Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth, dem Leiter und Initiator der Projektgruppe für Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI versuchten aktuell effektive Wirkstoffe gegen eines der hochtoxischen an Parodontitis beteiligten Bakterien wie Porphyromonas gingivalis (P. g.) zu finden. Ihr Ansatz liegt dabei in der Aufdeckung eines Stoffwechselprozesses des Bakteriums. Dieser aktiviert zum Abbau von Kollagen im Gewebe eiweißabbauenden Enzyme. In diesem Zusammenhang charakterisierten die Forscher der Außenstelle des IZI in Halle/Saale bereits vor Jahren das an der Proteinreifung beteiligte bakterielle Enzym Glutaminyl-Zyklase. Prof. Demuths Erläuterungen nach bestehen grundsätzliche Zusammenhänge zwischen P. g. und anderen entzündlichen Erkrankungen, die noch weiter erforscht werden müssen. Bisher erkannte man, dass die humane Glutaminyl-Zyklase beispielweise bei Alzheimer-Patienten eine für Nervenzellen besonders schädliche Variante des Amyloidbeta-Peptids bildet. Auf diesen Erkenntnissen basierend versuchen Forscher Prinzipien zur Entwicklung von Therapien gegen Alzheimer zu entwickeln. Wachstumsbehindernde hochwirksame Substanzen gegen P.g. filterten die Hallenser Forscher in in vitro-Studien bereits aus ca. 20 Substanzen heraus. Tierexperimentelle Studien werden folgen, sodass Hoffnungen auf einen Wirkstoff gegen Parodontitis geweckt werden können.

Quelle:

Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI, Projektgruppe Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung

 

 

Stammzellen sind in der Lage, sich in ihrer Funktion als „Ur“-zelle in sämtliche Zellen menschlicher Organe umzuwandeln. Sie stellen bei bestimmten Krankheiten häufig die letzte Hoffnung für die Heilung Betroffener dar. Der Gesetzgeber hat im Jahre 1990 mit dem Embryonenschutzgesetz (EschG) eine Vorgabe zur Regelung für die in künstlichen Fortpflanzungstechniken (z.B. in vitro-Fertilisation) gewonnen Stammzellen getroffen. Mit Inkrafttreten des geänderten EschG in 2011 wurde Ärzten und Forschern die Verwendung von „übrigen“ Embryonen, beispielsweise nach künstlicher Befruchtung bis auf wenige Ausnahmen verboten. Adulte Stammzellen, wie sie auch in Zahnnerv vorhanden sind, können im Gegensatz zu embryonalen Stammzellen sowohl rechtlich als auch unter ethischen Gesichtspunkten verwendet werden. Nachteilig wirkt sich jedoch aus, dass diese Zellen in ihrer Fähigkeit, sich in unterschiedliche Körpergewebe umzubilden, im Vergleich zu embryonalen Zellen eingeschränkt sind. Im Nerven eines Zahnes wurden von einem Forscherteam aus Stockholm nun per Zufall Stammzellen beobachtet, die sich aus ihrem Zustand als ausgereifte Nervenzellen mit Stütz- und Haltefunktion (Gliazellen) wieder zurück zu ihren Vorläufer(-Stamm-)zellen entwickeln konnten. Die bahnbrechende Entdeckung dieser nicht von der Natur aus vorgesehenen Rückentwicklung zu mesenchymalen Vorläuferzellen aus Gliazellen eröffnet völlig neue wissenschaftliche Ansätze. Bisher dachte man, dass fertige Nervenzellen sich nicht in Stammzellen zurückentwickeln könnten. Nach Erforschung der Ursachen und Mechanismen können Patienten wieder Hoffnung auf neue, ethisch vertretbare Quellen für die Züchtung und Erforschung von Stammzellen schöpfen.

Aus Las Vegas sind derzeit überall In den Nachrichten Berichte über neue technische Errungenschaften von dem US-Verband für die Consumer Electronics Show (CES). Die Branche boomt nicht ohne Grund, das Internet ist nahezu überall zu moderaten Preisen verfügbar. Auch wenn die Neuigkeiten inzwischen auch kritisch im Hinblick auf Ihre Innovation und den damit verbundenen Aufwand sowie Kosten und Stückzahl analysiert werden, beeindrucken viele der neuen technischen Möglichkeiten: Kühlschränke bestellen Lebensmittel nach, Telefonate werden über eine Uhr geführt, Umweltdaten über eine App gesteuert, sogar der Blutdruck kann über eine Schwimmbrille aufgezeichnet werden. Interessant für Zahnputzmuffel oder -performer sind die neuen Zahnbürsten mit Datenaufzeichnung und -versendung via Bluetooth.

 

Mit unzähligen Tablet Computern, Smartphones und Standcomputern gehen User unterschiedlicher Altersstufen mehrmals täglich trotz großer Bedenken der Datenschützer online. Die Vernetzung mit den sogenannten Wearables über ein Smartphone liegt besonders stark im Trend, ermöglicht durch immer mehr technische Spielereien mit Sensoren und Sendern von und in u.a. Smartphones, Autos, Wäschtrocknern, Kühlschränken und sich an den Körper schmiegenden kleineren Computersystemen wie u.a. Brillen, Uhren und Armbändern. Die Sensoren funktionieren wie Sinnesorgane der smarten Produkte und können über die Fernbedienung Smartphone, Tablet und Co. gesteuert, abgefragt und analysiert werden.

Immer vielfältiger werden trotz Bedenken der Datenschützer nun auch die neuen Modelle der zu den Input-Geräten gehörenden Wearables: Das Marktsegment der Input-Geräte soll in Zukunft auch stärker im Bereich der präventiven Gesundheitsfürsorge Anwendung finden. Im Bereich der Zahnhygiene steht ein gegen Karies und Parodontitis präventiv und kurativ wirkendes Input-Gerät als Zahnbürste bereits zur Verfügung: Der französische, ehemalige Google-Mitarbeiter T. Serval hat sich zu diesem Zweck eine Zahnbürste ausgedacht, die neben der inzwischen üblichen Kontrolle von Putzdruck und Putzlänge mittels Sensoren u.a. per Bluetooth automatisch auch die Putzaktivitäten aufzeichnet. Thomas Servals kleine Tochter hatte diesen zu dieser Entwicklung den Anstoß gegeben, ihre abendlichen Aussagen über ihr Zähneputzen hatten den Vater und Erfinder nicht überzeugt. In Zukunft reicht die nasse Handzahnbürste als Beweis für eine abendliche Zahnputzorgie eines Kindes also nicht mehr aus. Mit dieser laut Herstellerangaben 100-200 Dollar teuren, elektrischen Zahnbürste ist ein „Betuppen“ nicht mehr möglich, der Nachweis über Zeit und Häufigkeit wird von der Zahnbürste an das elterliche Smartphone gesendet. Psychologisch sinnvoll für die im Kindesalter häufig nicht der geschriebenen Sprache mächtigen Kinder wären dann auch – ähnlich wie bei Fitness-Apps und Armbändern – motivierende „Ansprachen“ durch eine Stimme, die Kinder oder auch Erwachsene im Sinne von „Das war ein intensives Putzen, Sie/Du haben/hast wie ein Athlet geputzt oder Sie haben 10. Millionen Keime verscheucht“....anlassgerecht loben würden.

 

Aufzeichnung, Analyse, Bewertung und bestenfalls Motivation werden bei den Wearables über Sensoren erfasst und je nach Vernetzung sogar vielleicht über cloud-basierte Anwendungen an Ärzte oder Pflegestellen übermittelt werden. Kritische Stimmen der Datenschützer, Software-Kompatibilitätsprobleme oder die Bewertung eines vielleicht in Zukunft dann rein computergesteuerten Gesundheitswesens sollten allerdings bei aller Freude über neue faszinierende Techniken auch immer bedacht werden.

 

Quelle: BBc News technology; VDI Nachrichten/CES

 

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ImplanTipps

Im Gegensatz zur teilweise verbreiteten Meinung, dass Zahnimplantate nur 10 Jahre halten, gibt es bei Implantaten tatsächlich kein "Verfallsdatum". Bei entsprechender Pflege und Voraussetzung können Sie ein Leben lang halten.

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