Aktuelle Meldungen

Die Verbindung von entzündlichen Erkrankungen des Zahnhalteapparates und das damit verbundene erhöhte Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sind schon seit längerem bekannt. Man vermutet, dass die Bakterien, die für eine Parodontitis (entzündliche Zahnbetterkrankung) verantwortlich sind, auch die Ursache für einen erhöhten Blutdruck, Schlaganfälle und Herzinfarkte sein können. Davon geht Dr. med. Johannes Baulmann aus, der die Abteilung für Angiologie der Kardiologischen Klinik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck leitet.

Da sich die Erreger laut Aussage des Forschers in den Blutgefäßen sowie im gesamten menschlichen Organismus verbreiten, könnten auch andere Erkrankungen durch Mundbakterien bedingt sein. Inzwischen wurden in Zusammenhang mit dem großen Themenkomplex einige Studien veröffentlicht, die auf eine Verbindung zwischen Arteriosklerose und entzündlichen Parodontalerkrankungen hindeuten.

In einer aktuellen Studie wurde beispielsweise die Pulswellengeschwindigkeit von Testpersonen ermittelt. Mit der Pulswellengeschwindigkeit wird die Elastizität der Gefäße gemessen, die Aufschluss über die Entstehung einer Arteriosklerose gibt. Ist dabei die Geschwindigkeit des Pulses schneller als normal, deutet das auf ein verringertes Durchfluss-Volumen oder eine Steifigkeit der Gefäße und somit auf ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle hin. Bei Patienten mit einer schweren chronischen oder aggressiven Parodontitis war die Pulswellengeschwindigkeit deutlich gegenüber Patienten ohne eine Parodontitis signifikant erhöht.

Eine Parodontalbehandlung der betroffenen Patienten führte in der Folge zu einer reduzierten Pulswellengeschwindigkeit und einer Blutdruckabnahme. Die vorliegenden Ergebnisse geben Anlass zur Hoffnung, dass durch relativ einfache zahnmedizinische Interventionen, Risiken für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen langfristig gesenkt werden könnten.

Quelle: Yvonne Jockel-Schneider, Inga Harks, Imme Haubitz, Stefan Fickl, Martin Eigenthaler, Ulrich Schlagenhauf, Johannes Baulmann: Arterial Stiffness and Pulse Wave Reflection Are Increased in Patients Suffering from Severe Periodontitis;PLOS One, doi: 10.1371/journal.pone.0103449; 2014

 

 

Die 22. Weltkonferenz der Internationalen Vereinigung zur Verbesserung der Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung tagt in Berlin:

Menschen mit Behinderung haben im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt eine signifikant schlechtere Mundgesundheit. Wie diese verbessert werden kann, diskutieren Teilnehmer aus aller Welt auf der 22. Weltkonferenz der Internationalen Vereinigung zur Verbesserung der Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung (iADH) vom 02. bis 04. Oktober in Berlin. Ausgerichtet von der Arbeitsgemeinschaft „Zahnärztliche Behindertenbehandlung” des Berufsverbands Deutscher Oralchirurgen (BDO) steht die Veranstaltung unter Schirmherrschaft der Bundeszahnärztekammer (BZÄK).

Für eine bessere Mundgesundheit bedarf es einer Mischung aus klaren gesetzlichen Regelungen durch die Politik und einer besonderen Fürsorge durch die Zahnmedizin. Darin waren sich die Experten der Auftaktpressekonferenz,  Prof. Dr. Dimitris Emmanouil, Präsident der iADH, Kongresspräsident Prof. Dr. Andreas G. Schulte, Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK, Dr. Dr. Wolfgang Jakobs, Vorsitzender des BDO, und der Wissenschaftliche Leiter Prof. Dr. Thomas Weischer, Europäische Vereinigung der oralchirurgischen Vereinigungen (EFOSS), am 01. Oktober in Berlin einig.

Neben Menschen mit Behinderung zählen auch ältere und pflegebedürftige Menschen zur Gruppe der sogenannten Risikopatienten. Diese stellen insbesondere bei chirurgischen Eingriffen Zahnärzte vor Herausforderungen und bedürfen oft besonderer Maßnahmen und der Zusammenarbeit mit anderen Medizinern. Deshalb setzt sich die iADH für die Aus-, Weiter- und Fortbildung auf dem Gebiet „Zahnmedizin für Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ (Special Care Dentistry) ein.

Für eine bessere zahnmedizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung müssen bestehende Barrieren abgebaut werden. Nur so kann die Versorgung verbessert werden. Diese lässt sich aber nur durch eine Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachrichtungen und Organisationen erreichen. Darauf verweist auch das Thema des Kongresses „Medicine meets Disability“. Denn eine bessere zahnmedizinische Versorgung bedeutet eine Steigerung der Gesamtgesundheit und der Lebensqualität.

Anlässlich des morgigen Tages der Zahngesundheit haben Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) den besonderen Versorgungsbedarf bestimmter zahnmedizinischer Risikogruppen in der Bevölkerung hervorgehoben. Mit Verweis auf entsprechende Versorgungskonzepte sprechen sich beide Organisationen für eine konsequente Ausweitung zahnmedizinisch-präventiver Betreuung für Kinder, Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung aus.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der KZBV: „Politik, Selbstverwaltung und Berufsstand müssen weiter ihren Beitrag leisten, damit Erfolge der vergangenen 20 Jahre bei Prävention und Zahnerhaltung nicht zunichte gemacht werden. Aktuell vereinen zwei Prozent der unter dreijährigen Kinder immerhin 52 Prozent des Kariesbefalls auf sich. Frühkindliche Karies nimmt Studien zufolge im Vergleich zu Karies an bleibenden Zähnen weiter an Bedeutung zu. Die Zahnärzteschaft fordert daher eine Ausweitung der GKV-Früherkennungsuntersuchungen. Kleinkinder sollten - statt einer Betreuung durch den Zahnarzt erst ab dem 30. Lebensmonat - schon zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen erhalten. Eine Dokumentation im gelben Kinderuntersuchungsheft muss verpflichtend sein.“

Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK: „Auch die Mundgesundheit Älterer, Pflegebedürftiger und Menschen mit Behinderung ist nach wie vor deutlich schlechter, als die der übrigen Bevölkerung. Werden Ältere pflegebedürftig, können sich viele nicht mehr ausreichend um Zahnpflege kümmern. Auch die Möglichkeiten, regelmäßig eine Praxis aufzusuchen, sind begrenzt. Daher sollte künftig ein Anspruch auf besondere prophylaktische Leistungen – sowohl in stationären Einrichtungen als auch in der häuslichen Betreuung –  bestehen. Die Möglichkeiten für die Versorgung durch Zahnärzte vor Ort sind in den vergangenen zwei Jahren ausgeweitet und gefördert worden. Leider wurde dabei die besondere Betreuung von Menschen mit Behinderung nicht berücksichtigt. Auch bedarf es der Förderung von Kompetenzen der Pflegekräfte im Bereich der Mundhygiene, um die Vernetzung mit den Zahnärzten zu verbessern.“

Die zahnärztlichen Versorgungskonzepte „Frühkindliche Karies vermeiden“ und „Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter“ stehen auf den Internetseiten von KZBV und BZÄK zum Download bereit:
www.kzbv.de/konzepte-ecc-aubwww.bzaek.de/konzepte-ecc-aub

Seit dem Jahr 1991 stellt der Tag der Zahngesundheit jeweils am 25. September die Vorsorge, die Verhütung von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen sowie die Aufklärung und Förderung von Eigenverantwortung in den Mittelpunkt. Der Aktionstag für mehr Mundgesundheit steht im Jahr 2014 unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund - ein Herz für Zähne!“

Der Kampf von neu entwickelten Antibiotika gegen resistente Erregern ist ein Wettlauf mit der Zeit. Die Verursacher der schwersten Patienteninfektionen sind Methicillin-resistente Staphylococcus aureus Stämme (MRSA) und Beta-Laktamase produzierende Enterobakterien des Darms. Die Anzahl der betroffenen Patienten ist zwar nicht so hoch, dass es sich für Pharmafirmen lohnen würde, viele Forschungsgelder in die Entwicklung zu stecken. Diese Antibiotika-resistenten Erreger bringen betroffene Patienten aber in große (Lebens)-Gefahr. Und auch wenn es gegen schwere Infektionen eine medikamentöse Behandlungsmöglichkeit geben sollte, bilden Erreger bei häufiger Antibiotikagabe Resistenzen aus. Ergebnis: die Antibiotika wirken nicht mehr. Nun stellten Würzburger Forscher eine neue Hypothese auf: Die Menge an von Menschen verwandten Antibiotika spielt nach Ihren Forschungsergebnissen überhaupt keine Rolle mehr...

 

Die Anzahl der Infektionen mit resistenten oder multiresistenten Krankheitserregern ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Verantwortlich gemacht wurde bisher der starke Antibiotikaeinsatz in Umwelt und Medizin. Besonders wird kritisiert, dass Antibiotika in unserer Gesellschaft teilweise zur Behandlung von harmlosen Erkrankungen eingesetzt werden, ohne dass der menschliche Organismus und sein Immunsystem gefordert werden, sich gegen den Krankheitserreger zu wehren bzw. zu spezialisieren. Ein verantwortungsvoller Einsatz und Umgang von und mit Antibiotika (beispielsweise mittels „antibiotic stewardship“), die verstärkte Kontrolle in Risikobereichen mit älteren, chronisch kranken oder/und immungeschwächten Patienten sowie Schulung und Aufklärung von Fachpersonal und Patienten sind Maßnahmen, die zur Eindämmung von multiresistenten Erregern bisher beschlossen wurden.

Untersuchungsergebnisse der Uni Würzburg an einem nicht resistenten Staphylokokkus aureus-Stamm zeigten, dass Resistenzen bereits entstehen, wenn in einem sogenannten Biofilm viele Bakterien auf begrenzten Bereichen mit wenig Nährstoffen zusammen gehalten werden. Auch in diesem Milieu gilt das Darwinsche Grundprinzip des Recht des Stärkeren. Im Kampf um das Überleben der eigenen Art mutieren Bakterien spontan und bilden „Antibiotika“ gegen konkurrierende Bakterienstämme aus. Verteidigungstaktiken der in ihrer Existenz bedrohten Stämme folgen. Diese bilden erneut Resistenzen gegen die von ihren Angreifern hergestellten Antibiotika. So kommt es, dass die Forscher letztendlich in ihrem Biofilm sowohl die ursprüngliche Bakterienart, als auch die Antibiotika-produzierende und deren resistente Bakteriengruppe nachweisen konnten. Und das passiert alles, ohne mit von Menschen eingesetzten Antibiotika in Berührung gekommen zu sein.

 

Fazit: Die Prävention bakterieller Infektionen sollte sich nicht nur gegen einzelne Bakterienstämme ausrichten, sondern grundsätzlich die Vermeidung von Biofilmbildung zum Ziel haben.

 

Quelle: Cell: Volume 158, Issue 5, 28 August 2014, Pages 1060–1071

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) haben gemeinsam die neue Agenda Qualitätsförderung für die zahnmedizinische Versorgung entwickelt. Das Grundsatzpapier, an dessen Überarbeitung eine Vielzahl von Experten mitgewirkt hat, verdeutlicht die Positionen des Berufsstandes in Sachen Qualitätssicherung. Es listet die umfangreichen freiwilligen Aktivitäten und Weiterentwicklungen, erläutert besondere Belange der Zahnmedizin, stellt Bezüge zu gesetzlichen Rahmenbedingungen her und gibt Handlungsempfehlungen.

Zu den wichtigsten Zielen der Agenda zählt die kontinuierliche Verbesserung der zahnmedizinischen Versorgung und damit der Mundgesundheit der Bevölkerung durch wirksame präventive und therapeutische Maßnahmen sowie die Verbesserung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität. Die präventive Ausrichtung der Behandlung ist bei der Qualitätsförderung der Kernbeitrag zahnmedizinischen Handelns.

„Die Förderung und Sicherung der Qualität sind wesentliche Voraussetzungen für ein leistungsfähiges Gesundheitswesen. Dabei hat sich die Qualität der zahnmedizinischen Versorgung in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Das Thema prägt die gesellschafts- und zunehmend auch die gesundheitspolitische Debatte. Mit der neuen Agenda Qualitätsförderung tragen wir dieser Entwicklung Rechnung. Diese geht von einem partnerschaftlichen Verhältnis aller Beteiligten aus, die für eine qualitativ hochwertige Versorgung gemeinsam Verantwortung übernehmen“, so Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der KZBV.

Dr. Peter Engel, Präsident der BZÄK: „Die Selbstverpflichtung zur Qualität ist für Zahnärzte die Grundlage ihres Heilberufs. Das zahnmedizinische Leitbild orientiert sich an einer dem Patientenwohl sowie an zahnmedizinischen Erkenntnissen verpflichteten Versorgung. Die Mitwirkung des Patienten und die Stärkung seiner Eigenverantwortlichkeit spielen dabei eine wichtige Rolle. Auch einrichtungsinternes Qualitätsmanagement dient der kontinuierlichen Verbesserung und Sicherung der Patientenversorgung sowie der Praxisorganisation.“

Die Agenda Qualitätsförderung richtet sich an Politik, Selbstverwaltung und Zahnärzteschaft aber auch an die Öffentlichkeit. Das Positionspapier wirbt für eine nachhaltige Unterstützung bei der Umsetzung von Empfehlungen für eine qualitativ hochwertige zahnmedizinische Behandlung auf der Höhe der Zeit, die den individuellen Bedürfnissen der Patienten entspricht.

Bereits im Jahr 2004 hatten die zahnärztlichen Standesorganisationen und das Zentrum Zahnärztliche Qualität (ZZQ) eine Agenda Qualitätsförderung vorgelegt. Die nun erfolgte Überarbeitung des Grundsatzpapiers wurde von Prof. Dr. Winfried Walther, Direktor der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe, wissenschaftlich begleitet.

Die Agenda Qualitätsförderung steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit:

Agenda Qualitätsförderung - Grundsätze und Handlungsempfehlungen der Qualitätsförderung in der zahnmedizinischen Versorgung

Düsseldorf. Eine Reise im Zeitraffer durch die Geschichte der dentalen Implantologie bietet Deutschlands älteste implantologische Fachgesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie (DGZI), auf ihrem 44. Internationalen Jahreskongress vom 26. bis 27. September 2014 in Düsseldorf. Es steht jedoch nicht der Blick zurück im Mittelpunkt, sondern es wird darum gehen, Vergangenes und Aktuelles miteinander zu vergleichen. "Alles schon mal dagewesen? Konzepte in der Implantologie", lautet das angesichts der Herausforderungen digitaler Neuentwicklungen durchaus provokante Kongressmotto. "Wir bieten den Besuchern viele wissenschaftsbasierte Behandlungskonzepte, die sie auch in ihren Alltag integrieren können, um somit den Erfolg der Praxis zu steigern und höhere Patientenzufriedenheit zu generieren", kündigt Tagungspräsident und Vizepräsident der DGZI,  Prof. (CAI) Dr. Roland Hille (Viersen), an. Über 30 Referenten aus dem In- und Ausland werden für frische Ideen und neue Impulse bei den Besuchern sorgen.

"Gern möchten wir an den großen Erfolg unserer vergangenen Jahrestagung in Berlin anknüpfen und laden dazu ein, die kollegiale Atmosphäre und den Meinungsaustausch auch mit den frei ansprechbaren Referenten in Düsseldorf zu erleben", so Hille. Einen der Höhepunkte des diesjährigen Programms dürfte zweifellos das interessante Streitgespräch und Diskussionsforum "DGZI-Kontrovers" liefern, das zwei dentale Welten aufeinanderprallen lässt: „Steinzeitimplantologie versus Computerspiele, Kampf der implantologischen Generationen“. Die entscheidende Frage dabei lautet, ob Implantologie 2014 ohne Computeranalysen auch unter forensischen Gesichtspunkten noch eine Option in der Praxis sein kann. Die Diskussionsteilnehmer werden schonungslos die Vor- und Nachteile der einzelnen implantologischen Epochen und damit verbundenen Therapien beleuchten, auch unter dem Gesichtspunkt des Patientenrechtegesetzes, das seit diesem Jahr in neuer Form gültig ist.

Beim DGZI-Kongress werden Sprecher aus sieben Nationen zu hören sein, die internationale Komponente steht also klar im Vordergrund. Neben dieser internationalen Ausrichtung legt Tagungspräsident Prof. (CAI) Dr. Hille den Schwerpunkt auf die prothetischen Aspekte der Implantatversorgung: "Dieser Kongress ist sehr stark prothetisch orientiert, wir wenden uns gezielt auch an die Kolleginnen und Kollegen, die eher Implantate versorgen als sie zu setzen. Die differenzierte prothetische Versorgung von Implantaten , speziell die CAD / CAM Technologie, festsitzend / herausnehmbare Konstruktionen, verschraubte versus zementierte Verankerungen sowie prothetische Versorgungskonzepte bilden einen Kongress-Schwerpunkt."

Die Teilnehmer erwartet ein Überblick mit entsprechenden Diskussionen unter dem Gesichtspunkt „Was muss – was kann – was sollte?“. Hier bietet sich Aufschluss, was an Technik in ein implantologisches Praxiskonzept integriert sein sollte, aber auch die hohe Schule der Implantologie ohne technisches High End Verfahren wird vorgestellt. Tagungsleiter Hille: "Jeder Patient verdient sein eigenes Erfolgskonzept unter dem ethischen Gesichtspunkt 'Nihil nocere'."

In diesem Zusammenhang dürfte der Vortrag von Prof. Dr. Herbert Deppe höchst interessant sein, er geht der Frage nach: "DVT in der Implantologie - wo stehen wir heute?"  Wie sinnvoll ist ein DVT eigentlich in implantologischer Praxis? Es stellt einen enormen Kostenfaktor dar, deshalb ist die Frage interessant, ob es einen Benefit nur in der Implantologie oder auch für Patientenakquise und darüber hinaus gibt. Besonders legt Prof. (CAI) Hille den Besuchern den Vortrag des diesjährigen Keynote-Speakers aus den USA, Prof. Dr. Suheil Boutros, ans Herz. Er wird ausführlich über "Restoratively Driven Surgical Practice from Single Tooth to Full Arch" referieren.

Seminare ergänzen das wissenschaftliche Kongressangebot. Ebenfalls sehr anspruchsvoll gestaltet ist das Programm für die Zahnärztliche Assistenz, das über zwei Tage gehen wird. Veranstaltungsort ist das Hilton Hotel Düsseldorf, Anmeldungen zum 44. DGZI-Jahreskongress sind über die DGZI-Geschäftsstelle Paulusstr. 1, 40237 Düsseldorf, Tel.: 0211-169 70-77, Fax: 0211-169 70-66, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, und über die Homepage www.dgzi.de möglich, wo auch das Programm einsehbar ist. Es sind auch Tageskarten erhältlich.

Wenn man so will, ist der aktuelle Ratgeber der Initiative Kiefergesundheit in Zusammenarbeit mit dem BDK/Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden ein Auftragswerk: Die Teilnehmer des Kongresses „Kinder – Zahn – Spange“ im vergangenen April in Frankfurt unter dem Titel „Kindlicher Bruxismus“ richteten zum Tagungsende die Bitte an die Veranstalter, die Informationen vom Kongresstag in einer Broschüre zusammenzufassen. Es hatte sich gezeigt, dass im Bereich Parafunktionen mit besonderem Blick auf Kinder wenig wissenschaftliches Wissen vorhanden war – und ist. So lieferten die Referenten vor allem ein Annähern an das Thema, ein Betrachten aus vielen verschiedenen Blickwinkeln, um etwas mehr von dem zu verstehen und therapeutisch einzukreisen, was als Sorge der Eltern in den Praxen anbrandet. Es sind vorwiegend die Eltern, so berichteten Kinderzahnärzte und Kieferorthopäden übereinstimmend, die besorgt die Praxen aufsuchen und um Rat bitten: Ihr Kind knirsche, und dies irritiere sie. Eher selten dagegen geht die Bruxismus-Diagnose bei Kindern auf ein aktives Ansprechen der Eltern seitens der Ärzte zurück. Das hat auch fachliche Gründe, wie sich im neuen Ratgeber nachlesen lässt: Knirschen und Bruxen bei Kindern im Milchzahnalter ist meist sogar physiologisch sinnvoll und wird daher nicht als „unnatürlich“ erachtet. Kritisch wird die Situation, wenn das Knirschen und Bruxen nach dem Milchzahnverlust nicht endet: Was bei Milchzähnen sinnvoll sein kann, ist bei bleibenden Zähnen ein großes Risiko für Zahn- und Kieferschäden und auch für Störungen der Allgemeingesundheit.

Letztlich lassen sich zwei Ursachen für kindlichen Bruxismus feststellen: Auf der einen Seite können biologische Gründe wie eine falsche Zahn-/Kieferstellung zu Parafunktionen führen. Auf der anderen Seite ist aber auch die Lebensumwelt der Kinder häufig angefüllt mit belastendem Stress und Druck, der über die Zähne und das orale System abgebaut wird. Je nach Ursache ist naturgemäß die anstehende Behandlung anders konzipiert. Dabei können Kieferorthopäden bzw. spezielle kieferorthopädische Geräte auch bei nicht-somatischen Ursachen eine Helferrolle spielen: Wenn schon der „Stress“ nicht eliminierbar ist und therapeutisch eher eine Aufgabe für andere Heilberufe, so können Verfahren und technische Hilfsmittel der Kieferorthopädie zumindest die zerstörerischen Folgen für die bleibenden Zähne minimieren. Daten zeigen, dass ältere Kinder und Jugendliche mit bereits bleibenden Zähnen, die weiterhin knirschen, eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer CMD haben. Dass man nicht nur über körperliche Fehlstellungen und Fehlfunktionen, sondern auch über „Seelenstress“ bei Kindern nicht einfach hinweggehen und hinwegsehen sollte, zeigen Erfahrungen von Psychosomatikern, die sich ebenfalls im neuen IKG-Ratgeber widerspiegeln und zu mehr Kinderschutz motivieren.

Der Ratgeber, der unter Leitung von Dr. Gundi Mindermann, BDK-Vorsitzende und stellvertretende IKG-Vorsitzende, und dem wissenschaftlichen Leiter der Kongressreihe „Kinder – Zahn – Spange“, Prof. Dr. Dr. Ralf J. Radlanski/Charité erschienen ist, richtet sich an Praxen, aber auch direkt an die Eltern betroffener Kinder. Er kann ab sofort über die IKG bestellt werden. Wie alle IKG-Ratgeber, ist auch die neue Broschüre so angelegt, dass sie von Praxen als Patienteninformation an die Eltern und andere Erziehungsberechtigte weitergegeben werden kann.

 

Implantate – ja oder nein? Vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte sind bei diesem Thema oft verunsichert. „Eine Altersgrenze nach oben gibt es für die künstlichen Zahnwurzeln nicht“, sagt dazu Professor Hans-Christoph Lauer, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ).

Etwa eine Million Implantate werden jährlich in Deutschland eingesetzt, Tendenz steigend. Viele davon bei Älteren, denn diese sind wesentlich länger aktiv als frühere Generationen und achten dabei auf ihre Lebensqualität. „Die meisten empfinden festsitzenden Zahnersatz als sicherer und angenehmer“, erzählt Lauer. „Aber auch ein herausnehmbarer Zahnersatz kann mit Implantaten sicher und dauerhaft verankert werden“. Einmal habe sich eine 85-jährige Dame beim KpZ gemeldet, die erzählte, dass sie schließlich auch Fleisch essen wolle, nicht nur weichgekochtes Gemüse. „Sie hat sich sehr gefreut zu hören, dass auch in ihrem Alter eine solche Behandlung möglich ist.“

Zahnimplantate gelten seit den achtziger Jahren als wissenschaftlich anerkannte Therapie zur Zahnsanierung mit hohen Erfolgsraten: Ihre Haltbarkeit liegt nach einer fünfjährigen Belastungsphase bei über 90 bis 95 Prozent. Dennoch gilt es einiges zu beachten, beispielsweise ist die Mundhygiene ein wichtiger Punkt. Lauer: „Die gründliche Pflege ist eine wesentliche Voraussetzung, damit die künstlichen Zahnwurzeln lange halten. Dabei muss Richtung Zukunft gedacht werden: Sind beispielsweise Erkrankungen vorhanden, die die Pflege jetzt oder später einschränken könnten?“

Senioren, die an chronischen Erkrankungen leiden, schließen Implantate häufig aus. Doch auch bei Diabetes mellitus oder Osteoporose ist eine Therapie nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Das Kuratorium perfekter Zahnersatz empfiehlt Interessierten, mit dem Zahnarzt über die spezielle Situation zu sprechen. So ist in diesen Fällen beispielsweise wichtig, welche Medikamente eingenommen werden und in welcher Form. Tipp: „Am besten, der Behandler erhält eine Auflistung aller Medikamente mit Datum der ersten Verordnung und der Dosierung.“

Noch mehr Wissenswertes rund um Zahnersatz und Mundgesundheit hat das Kuratorium perfekter Zahnersatz auf seinen Internetseiten www.zahnersatz-spezial.de eingestellt. Und auch auf Facebook kann man das KpZ besuchen: www.facebook.com/perfekterZahnersatz

Geht es um Zahnimplantate, sollten Patienten sich über die Qualifikation ihrer Zahnärztin oder ihres Zahnarztes informieren, rät Dr. Gerhard Iglhaut, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI). Die Entwicklung in der Implantologie sei zwar rasant, so Iglhaut auf dem 27. Kongress der Fachgesellschaft in Frankfurt/Main, doch nicht alles, was als Fortschritt angeboten werde, nutze den Patienten wirklich.

In einem aktuellen Test hat die Stiftung Warentest 19 Sensitiv-Zahnpasten analysiert. Von den untersuchten Produkten schneiden 8 mit der Note "gut" ab. Zu dem Test sagt Dr. Jürgen Fedderwitz, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung:

"Sensitive Zahnpasten sind für viele Erwachsene ein richtiges und wichtiges Zahnpflegeprodukt. Sie pflegen sanft und lindern gleichzeitig Schmerzen bei empfindlichen Zähnen und freiliegenden Zahnhälsen. Wir begrüßen daher, dass die Stiftung Warentest diese Zahnpasten eines intensiven Tests unterzogen hat. Angesichts der Fülle der Produkte am Markt sind die Testergebnisse eine erste gute Entscheidungshilfe für den Verbraucher. Jedoch wird weniger als die Hälfte der Produkte als "gut" bewertet. Daher ist es wichtig, auch mit dem eigenen Zahnarzt über die Wahl der richtigen Zahnpasta und anderer Zahnpflegeprodukte zu sprechen. Denn der oftmals langjährige Zahnarzt kennt die individuellen Bedürfnisse seiner Patienten am besten."

Pressekontakt: Dr. Reiner Kern

Telefon: 030 280 179-27, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Quelle: Presseportal

 

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Auch bei gesetzlich Versicherten beteiligt sich die Krankenkasse an den Kosten für ein Zahnimplantat. Bei einer Einzelzahnlücke etwa kann der Zuschuss bis zu 355 Euro betragen.

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