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Geschrieben von: Dr. Kersten
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Dienstag, 20. Juli 2010 08:23 |
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Das Säubern von Implantaten ist häufig nicht ganz einfach. Kassenpatienten müssen sich aber nicht selbst im Mund herumschrauben, entschied nun das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz.
Krankenkassen müssen für die professionelle Reinigung von Zahnimplantaten zahlen. Das hat das Landessozialgericht (LSG) Rheinland-Pfalz entschieden. Wenn es mit dem bloßen Zähneputzen nicht getan ist und das Implantat entfernt werden muss, um eine ordnungsgemäße Reinigung zu erreichen, ist die Kasse gefragt (L 5 KR 39/09), befanden die Richter und gaben damit einer Versicherten Recht.
Sie hatte geltend gemacht, sie sei mit der Reinigung von vier Zahnimplantaten, die ihr Ende 2001 nach einem Unfall gesetzt worden waren, überfordert. An den Implantaten, die sich im Ober- und Unterkiefer befinden, ist ein entsprechender Zahnersatz befestigt. Die Krankenkasse vertrat die Ansicht, dass Zahnreinigung nicht zu ihren Leistungspflichten gehöre. Die LSG-Richter entschieden jedoch mit Bezug auf ein Gutachten, dass eine ordnungsgemäße Reinigung nur beim Entfernen der Implantate möglich ist. Es liege auf der Hand, dass die Frau damit überfordert sei und daher professionelle Hilfe benötige. Über die Häufigkeit müsse von Fall zu Fall entschieden werden wegen. der grundsätzlichen Bedeutung der Sache ist die Revision zum Bundessozialgericht (BSG) in Kassel zugelassen.
Quelle: n-tv.de
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Geschrieben von: Dr. Kersten
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Freitag, 16. Juli 2010 07:01 |
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Tüfteln, bohren, schrauben: In einem Görlitzer Unternehmen wird an neuen Lösungen für Zahn-Implantate gearbeitet. Der Markt scheint lukrativ – Dental-Ersatz wird immer stärker nachgefragt.
Der Geschäftsführer Michael Menzel steht im Büro seiner Firma Indi-Implant-Systems GmbH in Görlitz hinter einem übergroßen Zahnmodell. Bis zur geplanten Marktreife im September vergehen noch einige Wochen, doch bei Indi-Implant-Systems herrscht schon jetzt fiebrige Spannung. In den Laborräumen des jungen Görlitzer Unternehmens röhren die Maschinen, Geschäftsführer Michael Menzel scheint pausenlos auf dem Sprung zu sein. »Unser Produkt ist einzigartig«, verspricht der 49-Jährige mit einem Hauch Stolz und meint dabei die speziellen Zahn-Implantate, die er herstellt.
Einmaliges Konzept
Das Kerngeschäft der im Jahr 2009 gegründeten Firma ist der Dental-Ersatz. Das Innovative an Indi-Implant-Systems sind ihre einteiligen »Stecklinge« mit Wabenstruktur, die anhand von Computeranalysen individuell nach dem Kiefer der Patienten ausgerichtet werden. »Unser Konzept ist mit anderen nicht vergleichbar«, betont Menzel. Die meist aus Titan gefertigten Rohlinge kommen von Zulieferern; die Anpassung übernimmt seine Firma. Nach Angaben des Bundesverbandes der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ) gibt es heute mehr als 80 verschiedene Implantat-Systeme auf dem Markt.
Menzels einteilige Implantate benötigen kein Abutment. Das sind Verbindungsstücke, die den Implantatkörper, der im Kieferknochen einwächst, und den Zahnersatz verbinden. Da die Implantate mit ihrer Wabenstruktur quasi aus einem Guss sind, sinkt auch das Risiko von bakteriellem Befall. Gängig sind vor allem zweiteilige Implantate. Die gebräuchlichsten Implantatformen sind nach Angaben der Bundeszahnärztekammer Schrauben oder Stifte mit etwa drei bis vier Millimetern Durchmesser und sieben bis fünfzehn Millimetern Länge.
Einen wichtigen Ansatz verfolgt Zahntechniker-Meister Michael Menzel auch in der Vorbereitung, die die Firma in das Design der Implantate investiert. Anhand der Patientendaten werden Unikate produziert, die sich dann vom Zahnarzt reibungslos in den Kiefer einfügen lassen sollen. Computertomografen liefern die nötigen 3D-Modelle, die als »Landkarte« aufzeigen, welche spezielle Form das Implantat haben muss, um sich in den Knochen zu fügen.
Wachstumsmarkt
Seit mehr als 13 Jahren forschen Menzel und sein Kollege Henning Rörup auf dem Gebiet der modernen Implantologie. Im April 2007 meldeten sie ihr Patent an, die Lizenz für den europäischen Markt haben sie jüngst beantragt. Und auch zehn Länder im Rest der Welt sehen sie als potenzielle Klientel. »Wir sind der Überzeugung, dass die Nachfrage nach der Markteinführung sprunghaft ansteigen wird«, meint der gebürtige Görlitzer Menzel.
Mit seiner Innovation stößt der Vater dreier Kinder in einen Wachstumsmarkt. Schätzungen zufolge werden bundesweit pro Jahr mehr als eine Million Zahnimplantate gesetzt, die Zuwachsrate soll jährlich bei etwa 15 Prozent liegen. Mit rund 1000 Implantaten will sich Menzel positionieren. Sollte die Nachfrage höher ausfallen, könnte das Görlitzer Unternehmen mit seinem halben Dutzend Mitarbeitern aber schnell nachlegen, betont er und lehnt sich an einen lebensgroßen Zahn aus gehärtetem Kunststoff, der im Eingangsbereich wacht.
Quelle: lr-online.de |
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Geschrieben von: Dr. Kersten
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Dienstag, 13. Juli 2010 11:43 |
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Das Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik / Implantatforschung (NZ-BMT) wird im Medical Park in Hannover einen Forschungskomplex für 53,8 Millionen Euro errichten. Der Wissenschaftsrat in Bonn hat jetzt dem Verbund aus Medizinischer Hochschule Hannover (MHH), Leibniz Universität Hannover (LUH), Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und Laser Zentrum Hannover grünes Licht für die Finanzierung der Hälfte des Betrags aus Bundesmitteln gegeben. Das Land Niedersachsen wird die andere Hälfte finanzieren. Die Verbundpartner bündeln im NZ-BMT ihre Forschungskompetenzen im Bereich der Biomedizintechnik. Ressourcen bündeln und Synergien schaffen, um innovative Implantate zu entwickeln – das ist das Ziel des NZ-BMT. „In dem Neubau können die Forscher aus den 20 Instituten, die an acht Standorten über die Region Hannover verteilt sind, erstmals gemeinsam unter einem Dach arbeiten“, sagt MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann. „Das wird der Implantatforschung einen neuen Schub geben.“ Dem stimmt auch der Präsident der Leibniz Universität, Professor Dr. Erich Barke, zu: „In diesem neuen Zentrum wird die herausragende Expertise der Ingenieur- und Materialwissenschaftler auf die ebenfalls exzellente Expertise der Lebenswissenschaftler treffen. Gemeinsam und an einem Ort können wir unsere vorhandenen Stärken noch besser nutzen und neue Entwicklungen kooperativ voran bringen.“
Mit dem Bau des neuen Gebäudes mit einer Forschungsfläche von knapp 7000 Quadratmetern soll Anfang 2011 begonnen werden. „2013 wollen wir einziehen“, betont der Vorstandssprecher des NZ-BMT, Dr. Manfred Elff. 295 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden im NZ-BMT forschen, darunter 78 Ingenieure und Physiker. „Die Biomedizintechnik ist ein Forschungsbereich, der nicht zuletzt durch die demografische Entwicklung laufend an Bedeutung gewinnt, sie ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Vor diesem Hintergrund ist es eine glückliche und einzigartige Konstellation in Hannover, die dank intensiver Kooperation von Natur- und Ingenieurwissenschaften mit ausgewiesener Spitzenmedizin ein international anerkanntes Exzellenzprofil im Bereich der Implantatforschung aufweist“, sagt Dr. Elff. „In dem neuen Zentrum können wir beispielsweise Experimente durchführen, die derzeit nicht möglich sind.“ So hat das Laser Zentrum Hannover ein Faser-Endoskop für Multiphotonenmikroskopie entwickelt, das in einem OP zum Einsatz kommen könnte, derzeit aber nur im Laser Zentrum verfügbar ist. Dadurch sind Gewebedifferenzierungen ohne Einfärbung und ohne invasive Probenentnahme möglich.
Das NZ-BMT entwickelt biologische, biohybride und biofunktionalisierte Implantate, mit denen ausgefallene Organfunktionen ersetzt oder wiederhergestellt werden sollen. Ziel ist eine optimale biologische Funktion bei möglichst lebenslanger Haltbarkeit. Bei den bisherigen Implantaten können Lockerungen prothetischer Materialien wie bei Hüft- oder Zahnprothesen, Funktionsverluste an Kontaktoberflächen, elektrische oder elektronische Defekte wie etwa bei Herzschrittmachern oder Cochlear-Implantaten sowie Infektionen risikoreiche und kostenintensive chirurgische und medikamentöse Eingriffe nötig machen. „Aufgabe des NZ-BMT wird neben der Entwicklung neuer Implantate sein, bisherige Technologien in biologischen und technischen Funktionen zu optimieren, bei gleichzeitiger Senkung der Prozesskosten und Steigerung der Lebensqualität des Patienten“, erläutert Dr. Elff.
Das neue transdisziplinäre Zentrum kann dabei auf die Expertisen der drei hannoverschen Hochschulen zurückgreifen. Die Leibniz Universität Hannover glänzt mit ihren Ingenieur- und Materialwissenschaften und dem ausgegründeten Laser Zentrum Hannover. „Wir bringen sehr gerne unsere Kompetenz im Bereich der Materialwissenschaften, der Chemie und mit dem Laser Zentrum der Biophotonik im NZ-BMT ein. Dabei werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Leibniz Universität auch für alle Partner nutzbare Serviceeinheiten wie das Bioimaging und die biotechnologische Wirkstoffherstellung betreuen“, betont LUH-Präsident Professor Dr. Barke. Das Laser Zentrum Hannover (LZH) bringt sein weltweit anerkanntes Renommee ein. „Unser Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Biomaterialentwicklung, der Biokompatibilität, der Werkstoffkunde und der Gewebe-Bildgebung und -bearbeitung mit Laserstrahlung“, erläutert Professor Dr. Heinz Haferkamp, Vorstand LZH.
Die TiHo beteiligt sich mit biologischen Prüf-Modellen für die neuen, im Zentrum entwickelten Verfahren, die für die Humanmedizin relevant sind. „Beim Tier laufen die Heilungsprozesse deutlich schneller ab als beim Menschen, was für den Forschungs- und Entwicklungsfortschritt wesentlich ist“, erläutert der Präsident der TiHo, Dr. Gerhard Greif. „Von Vorteil ist, dass die Erkrankungen nicht erst induziert werden müssen, sondern bereits bei den Patienten vorliegen, die zur Behandlung in unsere Klinik für Kleintiere kommen.“ „Die MHH hat einen klaren Forschungsschwerpunkt in den Bereichen Biomedizintechnik, regenerative Medizin und Immunologie/Infektiologie“, erläutert MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann. „Zwei Sonderforschungsbereiche, in deren Fokus die Entwicklung von biokompatiblen Implantaten steht, und das Exzellenzcluster REBIRTH zu regenerativer Medizin belegen die hervorragende Expertise und Zusammenarbeit auf diesem Gebiet.“ Mit CrossBIT, dem Verbundzentrum für Biokompatibilität und Implantatimmunologie in der Medizintechnik, und VIANNA, dem Verbund-Institut für Audio-Neurotechnologie und Nanobiomaterialien, sind die ersten beiden Bausteine des NZ-BMT bereits am Start. Sie werden in den Neubau integriert.
Quelle: zahn-online.de |
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Geschrieben von: Dr. Kersten
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Sontag, 11. Juli 2010 09:45 |
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Die schlechte Nachricht zuerst: Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann die Einheilung von küstlichen Zahnwurzeln erheblich stören, wenn sie nicht diagnostiziert wurde oder ungenügend behandelt ist. Und nun die gute Nachricht: Mit gut eingestellten Blutzuckerwerten und entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen ist eine Implantation möglich. Die Verlustquote liegt in diesem Fall im Bereich der Verlustquote gesunder Menschen.
Diabetes und Zahnimplantate: Wann ist das ein Problem?
Ist der Blutzuckerspiegel bei Diabetes mellitus nicht unter Kontrolle, beeinflusst und stört der erhöhte Glukosespiegel im Blut zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper. Dies verursacht langfristig Schäden an Organen wie den Nieren und der Netzhaut des Auges. Aber auch Stoffwechsel- und Heilungsprozesse sind beeinträchtigt – und dies hat Auswirkungen, wenn eine Patientin oder ein Patient Zahnimplantate wünscht.
Wundheilung
Ist der Blutzuckerspiegel erhöht, heilen Wunden schlechter. Der Grund: die Blutgefäße sind bei schlecht eingestellten Diabetikern verengt, die Durchblutung des Gewebes wird dadurch gestört. Setzt ein Zahnarzt eine künstliche Zahnwurzel, muss das umgebende Knochengewebe den Titanstift fest umwachsen und sich mit ihm engstens verbinden. Dieser Einheilungsprozess ist entscheidend für die langfristige Stabilität einer künstlichen Zahnwurzel. Ein weniger durchblutetes Knochengewebe regeneriert sich jedoch schlechter – das Risiko wächst, dass ein Implantat nicht gut einheilt und verloren geht.
Immunabwehr und Knochenbildung
Die körpereigene Abwehr gegen Infektionen mit Bakterien, Viren und Pilzen ist bei einem Diabetes mellitus eingeschränkt. Der Grund: die Abwehrzellen des körpereigenen Immunsystems werden durch die “Überzuckerung” gestört. Darum können Keime ungestört den Einheilungsprozess eines Implantats gefährden. Die knochenbildenden Zellen (Osteoblasten) werden durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gehemmt. Die Glukose haftet an ihrer Oberfläche und behindert so die zur Einheilung eines Implantats erforderliche Knochenproduktion. Die Kalziumaufnahme ist bei Diabetes mellitus behindert. Kalzium ist ein wichtiger Baustoff bei der Knochenbildung. Um aus dem Magen-Darm Trakt in den Blutkreislauf zu gelangen, braucht das Kalzium allerdings einen körpereigenen “Pförtner”, das Vitamin D. Dessen Produktion ist bei Diabetikern gestört. Die Folge: der Knochenbaustein wird unverbraucht ausgeschieden.
Diabetes und Zahn-Implantate: Die Vorbehandlung zählt
1. Blutzuckerspiegel senken: Damit ein Zahn-Implantat trotz eines Diabetes mellitus richtig einheilen kann, ist es wichtig, dass der erhöhte Blutzuckerspiegel durch eine Behandlung gesenkt wird und im Normalbereich liegt. In der sensiblen Einheilungsphase nach einer Implantation sollte der Blutzuckerspiegel besonders engmaschig überwacht und möglichst konstant gehalten werden. Der HbA1c-Spiegel sollte einen Maximalwert von 7 nicht überschreiten.
2. Erregerzahl reduzieren: Eine Desinfektion der Mundhöhle vor der Operation und während der Nachsorge kann die Einheilung unterstützen. Sie senkt das Risiko einer Infektion und damit einer Entzündung um das Implantat herum (Periimplantitis). Eine professionelle Zahnreinigung im Vorfeld unterstützt die Desinfektion. Vor allem unzugängliche Schmutz-nischen in denen sich die Erreger ungestört vermehren können, werden bei der Prophylaxe gereinigt.
3. Antibiotikum einnehmen: Vor der Implantation einer künstlichen Zahnwurzel und während deren Einheilphase verordnet der Zahnarzt zumeist ein Antibiotikum, um potenzielle Erreger in der Mundhöhle in Schach zu halten.
Werden diese Rahmenbedingungen beherzigt, ist die Erfolgsquote einer Implantation bei Diabetikern mit jener bei gesunden Patienten vergleichbar. In klinischen Studien schwanken die Verlustquoten bei Diabetikern zwar zwischen 4,0 und 14,5 Prozent. Die Untersuchungen belegen jedoch, dass vor allem die Behandlung mit einem Antibiotikum die Verlustrate auf ein Minimum von 2,9 bis 4,4 Prozent reduzieren kann. Dies entspricht der Verlustrate bei gesunden Patienten.
Quelle: zahnimplantate-infoportal.de |
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Geschrieben von: Dr. Kersten
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Dienstag, 06. Juli 2010 11:50 |
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Minimalinvasive Chirurgie bietet die beste Chance, Narben im Weichgewebe um das Implantat so klein wie möglich zu halten: Das müssen wir, und das gelingt uns auch meist. Narben sind ein langfristiges Problem, sagte der Vizepräsident der DGI (Deutsche Gesellschaft für Implantologie), Dr. Gerhard Iglhaut, im DGI-Curriculum im Modul „Weichgewebsmanagement unter ästhetischen Gesichtspunkten“ im April in Memmingen.
Narben-Vermeidung beginne mit ausführlicher Planung: „Die detaillierte und zielorientierte Planung ist unumgänglich, und sie ist die höchste Stufe der synoptischen Zahnheilkunde!“ Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit zahnärztlicher Maßnahmen führe solcherart Planung zwar zu „Kollisionen mit der Gebührenordnung“, dennoch rechne sich der Mehraufwand: „Das holen Sie meist durch weniger Fehlerkorrekturen gut wieder herein.“
Nach atraumatisch angelegter Planung gelte den Instrumenten ein kritischer Blick, Dr. Iglhaut: „Ich rate zu stets scharfen 15-C-Skalpellen, deshalb ist häufiger Klingenwechsel erforderlich! In der minimalinvasiven Chirurgie haben stumpfe Instrumente nichts zu suchen. Sie müssen schneiden, nicht quetschen.“ Bei der Schnittführung käme es darauf an, gut durchblutete mobilisierbare Lappen zu gewinnen und diese spannungsfrei zu vernähen. Ziel: eine möglichst winzige Naht und keine Farbveränderungen im Gewebe rund 3 - 4 Wochen nach OP. Um einen „schönen Rahmen um die neuen Zähne“ zu schaffen, sei stabiles Gewebe nötig – dies müsse notfalls frühzeitig vor der Implantation aufgebaut werden, nicht zuletzt, um ein mögliches späteres Periimplantitis-Risiko zu minimieren. Bei der Planung zu beachten sei zudem, die notwendige Blutversorgung in der Gingiva nicht durch falsche Schnittführung nachhaltig zu unterbrechen – die Blutversorgung am Implantat sei ohnehin deutlich schlechter als am Zahn und dürfe nicht gefährdet werden.
In der Regel sei zu große Spannung auf dem Wundlappen Grund für eine Nahtdehiszenz - solche Spannung zu vermeiden, sei also vordringliche Aufgabe der Chirurgie. Dr. Iglhaut vermittelte den Curriculums-Teilnehmern dazu ein einprägsames Bild: „Der Wundlappen muss wie ein nasser Waschlappen über der Wunde liegen – dann ist das gut gearbeitet.“ Augmentate bekäme man nicht mit „Zug auf dem Wundlappen“ dicht. Zuviel Spannung zeige sich auch an einem unerwünschten Farbwechsel des Gewebes von Rosa zu Weiß: Nach über fünf Minuten Anämie müsse mit Gewebeschädigungen gerechnet werden. Mitbedacht werden müsse schon bei der Planung auch die Zugkraft der Kau- und mimischen Muskulatur in Funktion. Narben zeigten eine schlechte Wundheilung, eine höhere Infektanfälligkeit und ergäben ein fast nicht mehr mobilisierbares Gewebe. Im Falle eines Risses der Naht brauche man Geduld und Ruhe – die Wunde rasch erneut verschließen zu wollen sei falscher Aktionismus: „Das wird von mal zu mal nur schlimmer und geht wieder auf.“ Seine Empfehlung: mindestens drei Monate warten und lokal behandeln, bis sich die Region beruhigt habe und man erneut eine Planung erstellen könne.
Die Wahl des richtigen Nahtmaterials sei nicht nur wesentlich für den Erfolg der minimalinvasiven Chirurgie, sondern auch für die Infektionsprophylaxe: Wichtiger als Preis und Knüpfverhalten des Nahtmaterials sei seine Struktur: „Geflochtene Produkte haben einen Dochteffekt und können Keime in die Wunde ziehen“, warnte Dr. Iglhaut. Auch die Oberfläche sei zu beachten: „Raue Oberflächen können eine Sägewirkung ausüben und das dünne Gewebe verletzen.“ Monofilem Material sei daher der Vorzug zu geben.
„Bei Implantaten trifft man sich oft zweimal im Leben – das zweite Mal könnte die Periimplantitis sein“, sagte Dr. Iglhaut und untermauerte damit die Bedeutung ausführlicher Planung zur Risikominimierung. Komplikationsmanagement sei durch das Wachstum des Faches ein immer wichtigeres Thema in der Implantologie und stehe daher auch im Zentrum des bevorstehenden 24. DGI-Kongresses im November in Hamburg. Aber auch das „Patientenmanagement“ spiele eine entscheiden Rolle beim Thema Implantaterfolg, hier plädierte Dr. Iglhaut für deutliche Entschiedenheit der Behandler: „Vier Wochen vor der OP beginnt das strenge Rauchverbot. Wir müssen da hart bleiben: Wer nicht vom massiven Rauchen lassen kann, dem können wir nun mal nicht alle dentalen Probleme lösen.“
Quelle: zahn-online.de |
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