|
Samstag, den 09. April 2011 um 07:31 Uhr |
|
Haben Männer Angst vorm Zahnarzt? Oder essen Frauen mehr Süßigkeiten? Der erste Zahnreport der BARMER GEK offenbart interessante Geschlechterdifferenzen: Bei der Behandlungsrate, den Kontakten und den Ausgaben im vertragszahnärztlichen Bereich liegen Frauen meist vorne. Der Unterschied beginnt kurz vor dem zehnten Lebensjahr und beträgt bis zu 14 Prozentpunkte. Besonders zahnarztscheu sind junge Männer in der Altersgruppe der 20- bis 25-Jährigen.
Beachtlich ist auch der Ost-West-Unterschied: Während Sachsen und Thüringer auf durchschnittlich 2,4 Zahnarztkontakte pro Jahr und Einwohner kommen, erreichen Rheinland-Pfälzer durchschnittlich 1,9 und Saarländer gar nur 1,8. Bei der Inanspruchnahme von Prophylaxe-Leistungen liegen die neuen Bundesländer gleichfalls vorne.
Hoher Prophylaxe-Anteil bei Jugendlichen
Auf jeden Bundesbürger entfielen im Jahr durchschnittlich 2,15 Zahnarztkontakte. Laut BARMER GEK Zahnreport ist das Präventionsniveau im zahnärztlichen Bereich vergleichsweise hoch: 68,6 Prozent der 6- bis unter 18-Jährigen nahmen 2009 zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch, schon bei den 2- bis 5-Jährigen lag der Anteil bei 31,8 Prozent. Insgesamt erhielten 52 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Jahr Prophylaxe-Leistungen, 47,6 Prozent ließen sich mindestens einmal im Jahr den Zahnstein entfernen
Gleichwohl gibt es Verbesserungsmöglichkeiten: "Wenn fast jeder Dritte ohne Zahnarztkontakt bleibt, stellt sich schon die Frage: Ist es individuelle Zahnarztangst oder schrecken die größer werdenden privaten Finanzierungsanteile ab?", gibt BARMER GEK Vizechef Dr. Rolf-Ulrich Schlenker zu bedenken. Noch ein kritisches Detail: Fast sechs Prozent aller Füllungen entfallen auf Milchzähne. Die BARMER GEK plädiert deshalb dafür, die Gruppenprophylaxe noch weiter auszubauen und die Intensivbetreuung von Vorschulkindern zu forcieren, insbesondere bei Kindern aus sozial schwachen Familien.
Bislang musste Versorgungsforschung auf Basis von Krankenkassen-Abrechnungsdaten die zahnärztliche Versorgung aussparen. Der für Auswertungen erforderliche Versichertenbezug ist erst mit den 2009er-Daten möglich geworden. Das ISEG hat nun erstmals für Deutschlands größte Krankenkasse die vertragszahnärztlichen Leistungsdaten analysiert.
Quelle: barmer-gek.de
|
|
Geschrieben von: Dr. Kersten
|
|
Freitag, den 01. April 2011 um 08:33 Uhr |
|
Das Sozialgericht Aachen entschied in seinem Urteil vom 1.2.11, dass Implantologische Leistungen grundsätzlich kein Teil des Leistungsumfangs der gesetzlichen Krankenversicherung darstellen, das gilt auch für den Fall eines Contergan-Geschädigten, der auf Übernahme der Kosten einer Implantatbehandlung geklagt hatte. Die gesetzlich festgelegten Ausnahmeindikationen für die Kostenübernahme von Implantaten setzen unter anderem spezielle Grunderkrankungen im Kieferbereich, zu denen die Conterganschädigung nicht gehört, sowie nicht mögliche Zahnersatzlösungen ohne Implantate voraus.
Das Gericht folgte durchaus dem Vortrag des Klägers, dass die beklagte Erforderlichkeit einer Zahnersatzversorgung durchaus auch und nicht unwesentlich auf die Conterganschädigung zurückzuführen ist. Die Missbildung der oberen Extremitäten zwingt die Geschädigten verstärkt ihre Zähne (z.B. beim Öffnen von Flaschen) zu nutzen. Dadurch ist herkömmlichen herausnehmbaren Zahnersatz ein weitreichendes Problem. Trotzdem käme laut Richterspruch eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen nicht in Frage, da die klaren Vorgaben der Behandlungsrichtlinie eine solche ausschliessen. Allerdings, so liessen es die Richter offen, könne hier der Staat für Personen mit conterganbedingten Missbildung eine Erweiterung seiner Verpflichtungen für Folgeschäden dieser Art durch höhere Leistungen der "Conterganstiftung für behinderte Menschen" oder aber andere steuerfinanzierte Hilfen in Betracht ziehen.
Sozialgericht Aachen, Urteil vom 01.02.2011 ?S 13 KR 235/10
Quelle: implantate.com
|
|
Freitag, den 25. März 2011 um 09:53 Uhr |
|
Um die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten der Kariesprohylaxe sowie über weitere zahnmedizinische Themen allgemeinverständlich zu informieren, geht das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZMK) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden mit dem neuen Magazin Dresdner ZahnWelt in die Offensive. Die halbjährlich erscheinende Publikation ist ab sofort als pdf-Datei im Internet unter http://www.uniklinikum-dresden.de/zmk abrufbar. Gedruckte Exemplare liegen zudem in den zahnmedizinischen Ambulanzen des Unklinikums aus. Neben dem Thema frühkindliche Karies informiert die erste Ausgabe über kieferorthopädische Korrekturen des Gebisses sowie die moderne Wurzelkanalbehandlung. Aktuelle Studien zur Zahngesundheit belegen, dass ein hoher Anteil Kleinkinder unter Karies und damit verbundenen Zahnschmerzen leidet. Dabei ist die Zahnerkrankung leicht zu vermeiden, wenn die Eltern einige Tipps zur Ernährung ihrer Kinder beherzigen und sie frühzeitig zur Kontrolle einem Zahnarzt vorstellen würden, betonen die Experten des Dresdner ZMK.
Die Dresdner Zahnwelt ist ein weiterer Beitrag der Dresdner Hochschulmedizin, sich aktiv für die Vorbeugung von Volkskrankheiten zu engagieren. Angesichts der großen Herausforderungen, vor denen das Gesundheitswesen in Deutschland steht, sind solche Informationen die beste Medizin: Sie können wesentlich dazu beitragen, dass die Krankenversorgung auch künftig finanzierbar bleibt, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Universitätsklinikums.
Besonders besorgniserregend ist nach Erkenntnissen der Experten des Zen¬trums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Anstieg frühkindlicher Karies in sozialen Brennpunkten hier sind bereits bis zu 35 Prozent der Dreijährigen betroffen. Ursachen dafür sind unter anderem das häufige Nuckeln süßer oder gesüßter Getränken aus der Saugerflasche, aber auch das abendliche Stillen über das erste Lebensjahr hinaus, bei dem das Kind an der Brust der Mutter einschläft. Die Ursachen für die Entstehung der Karies bei Kleinkindern liegen häufig im fehlenden Wissen beziehungsweise Fehlverhalten der Eltern, sagt Dr. Gabriele Viergutz, Fachzahnärztin für Kinderzahnheilkunde am Universitätsklinikum Dresden. Die Eltern wissen oft schlichtweg nicht, dass eine regelmäßige Untersuchung der Zähne schon unmittelbar nach dem Durchbruch der Milchzähne erfolgen sollte. So können eventuelle Schäden frühzeitig behandelt und Prophylaxe-Tipps vermittelt werden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Eltern oft erst dann mit ihrem Kind zum Zahnarzt gehen, wenn es drei Jahre oder noch älter ist.
Für die Vorbeugung der sogenannten Nuckelflaschenkaries ist es dann oft zu spät, weil bereits erste irreparable Schäden erkennbar sind. Deshalb setzt das ZMK des Uniklinikums auf eine frühzeitige Information der Eltern. Das neue Patientenmagazin Dresdner ZahnWelt, informiert in seiner ersten Ausgabe über die frühkindliche Karies und gibt Hinweise zu deren Vorbeugung. Natürlich wissen die Eltern, dass Süßigkeiten schlecht für die Zähne sind, doch dass auch viele Getränke und sogar Muttermilch den ersten Zähnchen schaden können, ist vielen unbekannt, erklärt Dr. Viergutz. In einer praktischen Checkliste gibt sie Eltern die Möglichkeit, Ernährungsroutinen ihrer Kinder zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.
So sollten dem Kind weniger süße oder gesüßte Getränke gegeben werden. Wenn doch, dann keinesfalls nachts in Saugerflaschen. Beim Trinken von Milch oder Babynahrung mit einem Sauger hält ein Erwachsener das Fläschchen in der Hand. Zum Durststillen zwischendurch am besten Wasser oder ungesüßten Kräutertee aber keinen Granulattee geben. Ab dem sechsten Lebensmonat können Kleinkinder aus der Trinklerntasse, ab dem ersten Geburtstag aus der Tasse trinken. Nach Durchbruch der ersten Milchzähne ihrer Babys sollten Mütter vermeiden, dass der Säugling beim nächtlichen Stillen an der Brust einschläft. Es ist auch wichtig, frühzeitig feste Essgewohnheiten in der Familie zu etablieren: Die Kinder sollten an reguläre Mahlzeiten mit Ruhezeiten für die Zähne zwischendurch gewöhnt werden.
Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns steht nach jedem Essen zudem das Zähneputzen an. Dabei sollten die Eltern einmal täglich eine kleine Menge Kinderzahnpaste mit einem Fluoridgehalt von 500ppm verwenden. Ab dem zweitem Geburtstag wird zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge geputzt. Die Eltern sollten bis zum Schuleintritt einmal täglich nachputzen. Wenn Eltern sich an diese einfachen Richtlinien im Alltag orientieren, lassen sich Schäden an den Milchzähnen vermeiden. Doch auch nach der Diagnose Karies können Erwachsene und Kinder mit einer Umstellung der Ernährung und regelmäßigen Kontrollen diese Erkrankung erfolgreich bekämpfen.
Kontakt:
Universitätsklinikum der TU Dresden
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Direktor: Prof. Thomas Hoffmann
Telefon: 03 51 / 4
58 27 12
Quelle: www.uniklinikum-dresden.de
|
|
Geschrieben von: Dr. Kersten
|
|
Freitag, den 18. März 2011 um 09:31 Uhr |
|
Infektionen an Zahnimplantaten sind gefürchtet. Das Risiko ist groß, dass sich dadurch der Kieferknochen zurückbildet. Forscher haben nun eine Methode entwickelt, die den entzündungsverursachenden Bakterien effizient zu Leibe rücken könnte.
Die Titanschraube eines Zahnimplantats unter Strom setzen? Was eher nach einer Foltermethode tönt, ist völlig ungefährlich und medizinisch durchaus sinnvoll, denn die richtige Dosis Strom lässt Bakterien absterben. Allerdings ist alles eine Frage des Masses: Die wenigen Milliampere, die dafür ausreichen, werden vom Patienten kaum wahrgenommen oder äussern sich höchstens durch ein leichtes Muskelzucken. Das zeigen die Experimente, die Dirk Mohn im Rahmen seiner Doktorarbeit bei ETH-Professor Wendelin Stark vom Institut für Chemie- und Bioingenieurwissenschaften in Zusammenarbeit mit Thomas Imfeld, Professor am Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich, durchgeführt hat.
Zehn Prozent der Implantate machen Probleme
In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der eingesetzten Zahnimplantate in Europa und den USA verdoppelt. "In den industrialisierten Ländern wurden im Jahr 2009 schätzungsweise fünf Millionen Zahnimplantate eingesetzt, davon etwa eine Million in Deutschland und 100.000 in der Schweiz", sagt Thomas Imfeld. Bei circa zehn Prozent der Implantate treten Probleme auf, meist im ersten Jahr nach dem Eingriff. Das Implantat verheilt erst gar nicht mit dem Knochen oder das Gewebe rund um ein Implantat kann sich infizieren. Eine Infektion kann schließlich bis zum Knochenschwund führen und dazu, dass das Implantat wieder entfernt werden muss.
Die Behandlung solcher Entzündungen erfolgt heute mechanisch oder mit lokal angewendeten Antibiotika – dies bedeutet in vielen Fällen eine Belastung für die Patienten. Ziel der Zürcher Forscher war es deshalb, ein nicht-invasives Verfahren zu entwickeln, um diese Entzündungen effizient und schonend zu behandeln. "Die Idee stammt aus der Wasserreinigung, wo durch die klassische Elektrolyse keimfreies Wasser produziert wird", sagt Dirk Mohn. Um die Situation im Kiefer zu simulieren, nutzen die Wissenschaftler ein mit physiologischer Kochsalzlösung hergestelltes Gelatinepräparat. In dieses platzierten sie original Titan-Implantate, die sie zuvor mit einem Bakterienfilm aus E.coli-Bakterien beschichteten.
Bakterien nach 15 Minuten beseitigt
Im Experiment dient für den Stromfluss je ein Implantat als Kathode (Minuspol) und eines als Anode (Pluspol). Die Implantate werden 15 Minuten lang einer Stromstärke zwischen 0 und 10 Milliampere ausgesetzt. Die durch das erzeugte Spannungsfeld verursachte Elektrolyse führte dazu, dass Wassermoleküle an der Kathode in Hydroxid-Ionen zerlegt werden und somit der pH-Wert steigt. Farbindikatoren in der Gelatine zeigen das alkalische Milieu durch einen Farbumschlag an. An der Anode hingegen sinkt der pH-Wert, es bildet sich ein saures Milieu. Aus der Kochsalzlösung entstehen stark oxidative – in dieser Konzentration aber ungefährliche – Substanzen wie Chlor. Diese Substanzen haben eine viel höher desinfizierende Wirkung als das rein alkalische Milieu an der Kathode. Die Versuchsreihen mit unterschiedlichen Stromstärken zeigen, dass bei den Implantaten, bei denen ein saures Milieu erzeugt wurde, nach einer fünfzehnminütigen Behandlung 99 Prozent der Bakterien abgetötet werden.
In Zukunft würde deshalb das Implantat von Patienten die Funktion der Anode übernehmen. Ein Clip an der Lippe könnte als Kathode verwendet werden, sagt Mohn. Momentan sind die Wissenschaftler dabei, ein entsprechendes Gerät zu entwickeln, das zum Beispiel bei Hunden eingesetzt und damit getestet werden könnte. Parallel dazu erweitern die Wissenschaftler ihre In-vitro-Versuche mit einer breiteren Bakterienpopulation, die der Bakterienvielfalt im Mund entspricht.
Originalpublikation: Electrochemical Disinfection of Dental Implants – a Proof of Concept/Dirk Mohn et al.; PLoS ONE 6(1), e16157, 2011
Quelle: ETH Zürich
|
|
Geschrieben von: Dr. Kersten
|
|
Freitag, den 11. März 2011 um 14:06 Uhr |
|
Kalte Getränke oder saure Speisen - wer empfindliche Zähne hat, bekommt das schmerzhafte Ziehen tagtäglich zu spüren. Verantwortlich dafür ist laut Uwe Blunck, Oberarzt am Zentrum für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie der Berliner Charité, in erster Linie eine normale Alterserscheinung. Das Zahnfleisch bilde sich mit zunehmendem Alter zurück. Dann liegen die Zahnhälse und mit ihnen kleine Kanäle frei, die Kontakt zu den Zahnnerven haben.
Starke Schrubb- oder Scheuerbewegungen könnten die Beschwerden noch verstärken, warnt der Experte. Um dies zu vermeiden, sollten beim Zähneputzen möglichst kleine kreisende, rüttelnde Bewegungen ausgeführt und wenig Druck ausgeübt werden. Der zum Zähneputzen empfohlene Druck kann mit einer Küchenwaage überprüft werden. Mehr als 200 Gramm sollte die Waage nicht anzeigen. Gegen die Schmerzen empfiehlt der Zahnmediziner Spezialzahnpasten für empfindliche Zähne sowie Fluoridlösungen und -gelees. Für stärkere Beschwerden gibt es Dentinhaftmittel, die der Zahnarzt direkt auf die betroffenen Zahnhalsbereiche streicht. Sie verschließen die offenen Kanälchen und verhindern so die Reizweiterleitung.
Quelle: zahn-online.de
|
|
|