Trotz der Fortschritte bei der Herstellung von Implantaten aus alternativen materialien wie Keramik, ist das Implantat-Standardmaterial noch immer Titan. Titan gilt als äußerst biokompatibler Werkstoff, der im biologischen Umfeld korrosionsbeständig ist und sehr gut im Knochen einheilt. Die Oberflächenbeschichtung der Implantate wurde im Laufe der Jahre gerade im Bereich der dentalen Implantologie mehr und mehr weiterentwickelt, wodurch sich die guten Einheilungseigenschaften weiter verbessern und die Überlebensraten gesteigert werden konnten. Dabei „kamen“ im Gegensatz zu glatten oder polierten Oberflächen unterschiedliche mikroraue Oberflächen der Implantate „besonders gut im Knochen an“. Diese Rauigkeiten werden entweder mittels spezieller Beschichtungstechniken erreicht oder mittels Laser, Sandstrahlung oder Ätzverfahren hergestellt. Entscheidendes Kriterium für die Fachleute war dabei die Verbesserung des Kontaktes zwischen Knochen und Implantat, dem so genannten „BIC“ (bone-to-implant-contact), der bei erhöhter Rauigkeit der Implantatoberfläche zunimmt.
Trotz der hohen Erfolgsquote der Zahnimplantate aus Titan gibt es jedoch Unverträglichkeiten gegen Titan als Werkstoff. Die Betroffenen klagen über unklare Beschwerden, die beispielsweise durch das Material an sich oder seine häufige elektrochemische Korrosion bedingt können. Ästhetische Nachteile sind ein weiterer Kritikpunkt gegen das im Frontzahnbereich häufig grau durch die Schleimhaut schimmernde Metall. Eine biokompatible und ästhetische Alternative bieten weiße Implantate, die aus Zirkondioxid hergestellt sind. Bisher sind jedoch die Anzahl und Qualität der wissenschaftlichen Studien zu weißen Implantaten nicht mit den umfangreichen Studien zu dentalen Titanimplantaten vergleichbar.

Wissenschaftler des iba Heiligenstadt e.V. unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Liefeith konnten kürzlich in zellbiologischen Tests unter Laborbedingungen die Gleichwertigkeit von rauen Zirkondioxidoberflächen im Vergleich zu mikrorauen säuregeätzten und gesandstrahlten (SLA)-Titanoberflächen nachweisen.

Die Kollegen des Klinikums der Friedrich Schiller Universität Jena verglichen und bewerteten anschließend in einer weiteren Studie verschiedene Zirkondioxidimplantate in Bezug auf deren Knochen-Einheilungsqualität und den BIC. Letzterer war bei beiden Implantattypen nicht signifikant unterschiedlich. Aufgrund dieser Testergebnisse wurden die moderat rauen Oberflächen der Zirkondioxidimplantate industrietauglich und qualitätskonform technisch auf eine Produktlinie von weißen Implantaten umgesetzt.
Bevor diese Eigenschaften und das Material jedoch nicht über ebenso ausführliche und langjährige Studienergebnisse wie die Titanimplantate verfügen, sind diese Informationen nicht als absolute Aussagen zu werten. Weitere Studien werden notwendig sein, um mehr Klarheit über die Gleichwertigkeit von weißen Implantaten gegenüber Titan-Implantaten zu erhalten.

Quelle:
juraforum: Gleichwertigkeit von Zirkon- und Titan-Dentalimplantaten nachgewiesen

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