Der Kampf von neu entwickelten Antibiotika gegen resistente Erregern ist ein Wettlauf mit der Zeit. Die Verursacher der schwersten Patienteninfektionen sind Methicillin-resistente Staphylococcus aureus Stämme (MRSA) und Beta-Laktamase produzierende Enterobakterien des Darms. Die Anzahl der betroffenen Patienten ist zwar nicht so hoch, dass es sich für Pharmafirmen lohnen würde, viele Forschungsgelder in die Entwicklung zu stecken. Diese Antibiotika-resistenten Erreger bringen betroffene Patienten aber in große (Lebens)-Gefahr. Und auch wenn es gegen schwere Infektionen eine medikamentöse Behandlungsmöglichkeit geben sollte, bilden Erreger bei häufiger Antibiotikagabe Resistenzen aus. Ergebnis: die Antibiotika wirken nicht mehr. Nun stellten Würzburger Forscher eine neue Hypothese auf: Die Menge an von Menschen verwandten Antibiotika spielt nach Ihren Forschungsergebnissen überhaupt keine Rolle mehr...

 

Die Anzahl der Infektionen mit resistenten oder multiresistenten Krankheitserregern ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Verantwortlich gemacht wurde bisher der starke Antibiotikaeinsatz in Umwelt und Medizin. Besonders wird kritisiert, dass Antibiotika in unserer Gesellschaft teilweise zur Behandlung von harmlosen Erkrankungen eingesetzt werden, ohne dass der menschliche Organismus und sein Immunsystem gefordert werden, sich gegen den Krankheitserreger zu wehren bzw. zu spezialisieren. Ein verantwortungsvoller Einsatz und Umgang von und mit Antibiotika (beispielsweise mittels „antibiotic stewardship“), die verstärkte Kontrolle in Risikobereichen mit älteren, chronisch kranken oder/und immungeschwächten Patienten sowie Schulung und Aufklärung von Fachpersonal und Patienten sind Maßnahmen, die zur Eindämmung von multiresistenten Erregern bisher beschlossen wurden.

Untersuchungsergebnisse der Uni Würzburg an einem nicht resistenten Staphylokokkus aureus-Stamm zeigten, dass Resistenzen bereits entstehen, wenn in einem sogenannten Biofilm viele Bakterien auf begrenzten Bereichen mit wenig Nährstoffen zusammen gehalten werden. Auch in diesem Milieu gilt das Darwinsche Grundprinzip des Recht des Stärkeren. Im Kampf um das Überleben der eigenen Art mutieren Bakterien spontan und bilden „Antibiotika“ gegen konkurrierende Bakterienstämme aus. Verteidigungstaktiken der in ihrer Existenz bedrohten Stämme folgen. Diese bilden erneut Resistenzen gegen die von ihren Angreifern hergestellten Antibiotika. So kommt es, dass die Forscher letztendlich in ihrem Biofilm sowohl die ursprüngliche Bakterienart, als auch die Antibiotika-produzierende und deren resistente Bakteriengruppe nachweisen konnten. Und das passiert alles, ohne mit von Menschen eingesetzten Antibiotika in Berührung gekommen zu sein.

 

Fazit: Die Prävention bakterieller Infektionen sollte sich nicht nur gegen einzelne Bakterienstämme ausrichten, sondern grundsätzlich die Vermeidung von Biofilmbildung zum Ziel haben.

 

Quelle: Cell: Volume 158, Issue 5, 28 August 2014, Pages 1060–1071

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