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Geschrieben von: Dr. Kersten
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Montag, den 27. September 2010 um 12:14 Uhr |
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Titan wird als ideales Material für Zahnimplantate und zunehmend auch für orthopädische Implantate angesehen – und das seit mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten. Der Grund: man ging davon aus, dass es keine Allergien auslöst. Heute weiß man, dass Titan bei mehr als 15 Prozent der Bevölkerung durchaus immunologische Reaktionen hervorruft. Bisher gab es aber keine Möglichkeit, diese "Überentzündlichkeit" bei Patienten sicher zu prognostizieren. Nun zeigte eine neue Studie, dass solche Patienten vorher durch einfache Labortests herausgefiltert werden können. Diese "Überentzündlichkeit" ist somit ein unabhängiger Risikofaktor, den der Zahnarzt bei der Auswahl des Materials und bei seiner Therapieplanung berücksichtigen sollte, um Patienten lange Leidenswege zu ersparen.
"In der Tat ruft Titan aus rein immunologischer Sicht keine Allergien hervor", berichtet Sabine Schütt vom Berliner Institut für Medizinische Diagnostik. Aber die Aussage "keine Allergie" ist bei weitem nicht mit "keine Unverträglichkeit oder absolute Biokompatibilität" gleichzusetzen. "Sicher verzeichnen wir bei Titanimplantationen hohe Einheilquoten. Dennoch gibt es immer wieder Patienten, bei denen es zu Unverträglichkeiten kommt, die zu einer verzögerten Einheilung oder in einigen Fällen sogar zum fehlenden knöchernen Einwachsen des Implantates führen." Bei der Entwicklung eines Labortestes durch das Berliner Institut für Medizinische Diagnostik zeigte sich, dass sogar mehr als 15 Prozent der Patienten bei der Versorgung mit Titan Entzündungen am Implantat, oder auch an anderen Stellen des Körpers, entwickeln. Ein alarmierendes Ergebnis, werden doch heutzutage weit über 90 Prozent der Zahnimplantate und mehr als 95 Prozent aller Knochenimplantate aus Titan hergestellt.
Die Leiterin der Studie, die Zahnärztin Elisabeth Jacobi-Gresser aus Mainz, hat Patienten, die mit den Jahren sogar schon drei oder vier ihrer Implantate aus Titan verloren haben. So verlor eine Patientin etliche Titanimplantate durch Entzündungen rund um das Implantat, eine sogenannte Periimplantitis. Bei einem anderen Patienten musste ein Titanimplantat entfernt werden, weil es sich in der Einheilphase nicht fest im Knochen integrierte.
"Wie eine Blutuntersuchung im Labor des Berliner Institutes für Medizinische Diagnostik ergeben hat, gehören beide Patienten zu den sogenannten genetischen High-Respondern, was bedeutet, dass die Betroffenen auf einen Reiz, so auch auf ein Titanimplantat, mit einer erhöhten Entzündungsantwort im Körper reagieren", erklärt Jacobi-Gresser. "In diesen Fällen sollte natürlich kein reines Titanimplantat verwendet werden, sondern ich würde da ein zirkonbeschichtetes Titanimplantat oder ein Vollzirkonimplantat empfehlen."
Zwei Laborverfahren möglich
Um die potenzielle Reaktion auf Titanmaterialien eines Patienten vor aufwendigen Versorgungen mit diesem Material im Labor abzuklären, stehen zwei Laborverfahren zur Verfügung, mit deren Hilfe heute auf eine Titanunverträglichkeit getestet werden kann: Wird Titan in den Körper eingebracht, oxidiert es permanent. Die etwa bakteriengroßen Titanoxidpartikel werden dann vom Immunsystem als fremd angesehen und von den sogenannten Makrophagen (Fresszellen) gefressen.
"Im Zuge dieser Makrophagen-Tätigkeit werden aber leider auch bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, nämlich Interleukin-1 und TNF-alpha", erklärt Sabine Schütt. Die haben die Aufgabe, bei Infektionen mit Viren oder Bakterien eine schnelle Entzündung hervorzurufen, um diese zügig zu bekämpfen. Während eine starke Entzündungsantwort auf solche Eindringlinge wie Bakterien und Viren gewollt und biologisch sinnvoll ist, ist die Reaktion der Fresszellen auf die eigentlich harmlosen Titanpartikel störend und schädlich. "Bei Menschen mit einer entsprechenden genetischen Veranlagung kommt es bei der Titanoxid-Fressaktion zu einer deutlich erhöhten Ausschüttung dieser entzündungsfördernden Botenstoffe – und das kann dann zu einer Reihe unerwünschter gesundheitlicher Folgen wie zum Beispiel entzündlichen Dauerreaktionen führen", sagt Schütt.
Diese genetische Veranlagung kann mit einem Gentest nachgewiesen werden. In einem zweiten Test werden die Fresszellen des Patienten im Labor mit Titanoxidpartikeln zusammengebracht und die dabei freigesetzten Mengen an Botenstoffen gemessen. Auch so lässt sich nachweisen, ob die Fresszellen des Patienten unerwünscht heftig auf Titan reagieren. Die Kombination dieser neuen Untersuchungsmethoden erlaubt eine sichere Austestung der potenziellen Titanunverträglichkeit, bevor man mit kostenintensiven und aufwendigen Titanimplantationen beginnt.
Kosten liegen bei 100 Euro
"In jedem Fall würde ich, bevor ich mir überhaupt ein Implantat einsetzen lasse, einen Verträglichkeitstest machen", rät Jakobi-Gresser. "Die Kosten dafür liegen nur bei etwa 100 Euro und sind angesichts der hohen Kosten, die bei aufwendigen Zahnsanierungen anfallen, eine sinnvolle Investition. Man kann sich eine Menge Schmerzen und Unannehmlichkeiten dadurch ersparen." Viele private Kassen übernehmen für den Test sogar schon die Kosten.
Auch in der Orthopädie sind Probleme mit Titanimplantaten bekannt. Der Hamburger Sportmediziner Til Steinmeier hat zum Beispiel einen Patienten, der einen Knochentumor im Oberschenkel hatte und den halben Oberschenkel durch Titan ersetzt bekam. Nach einigen Jahren stellte sich eine Titanunverträglichkeit ein, und nun leidet der junge Mann unter großen Entzündungsherden und enormen Schmerzen. "Wenn es erst einmal so weit kommt, ist es unheimlich schwer, solchen Patienten zu helfen", sagt Steinmeier. "Deshalb ist es generell nicht in Ordnung, wenn den Patienten Werkstoffe wie Titan einfach so eingesetzt werden, ohne sie vorher auf eine Unverträglichkeit geprüft zu haben. Denn auch andere Werkstoffe wie zum Beispiel Polyethylen, mit dem Titanimplantate oft beschichtet werden, können bei manchen Patienten starke Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen."
Quelle: wienerzeitung.at
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Geschrieben von: Dr. Kersten
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Donnerstag, den 23. September 2010 um 08:55 Uhr |
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Einer aktuellen Studie der Universität Bergen zufolge werden gesunde und beschwerdefreie Weisheitszähne durch Zahnärzte häufig zu schnell gezogen. Infolge dessen haben viele Zahnarzt-Patienten schlechte Erfahrungen mit Weisheitszahnbehandlungen gemacht.
Aus wissenschaftlicher Sicht ist eine generelle Empfehlung für das Ziehen von symptomlosen Weisheitszähnen bisher nicht gegeben. Das Ziehen der Weisheitszähne erfolgt bei vielen Patienten aus prophylaktischen Gründen und das auch dann, wenn keine Beschwerden vorliegen. Nach den Ergebnissen der Studie der Universität Bergen treten die meisten gesundheitlichen Komplikationen erst nach dem Entfernen der Zähne auf.
Aufgrund dessen kann eine generelle Empfehlung zur operativen Entfernung nicht gegeben werden. Dabei argumentieren vor allem Kieferorthopäden oft gegenüber den Patienten, dass die Entfernung der Weisheitszähne erforderlich ist um eine Verschiebung der Frontzähne zu vermeiden. Bisher besteht hierzu jedoch keine wissenschaftliche Grundlage. Des Weiteren konnte bisher nicht belegt werden, dass die Weisheitszähne durch das eigene Wachstum andere Zähne verschieben. Während der aktuellen Studie stellten die Wissenschaftler fest, dass Weisheitszähne nicht dazu in der Lage sind, andere Zähne zu verschieben.
Derzeit bestehen keine langfristig angelegten Vergleichsstudien, die Aufschluss darüber geben, ob das Belassen oder die Entfernung von Weisheitszähnen vorteilhaft ist. Dr. Lars Hendrickson, der als Autor der Studie agierte, erklärte, dass jede Zahnentfernung mit schwersten Risiken für den Patienten verbunden ist. Wenn ein Nerv verletzt wird, kann zum Beispiel eine Gesichtslähmung auftreten. Demnach gefährdet die leichtfertigte Indikation einen Patienten unnötig.
Dr. Lars Hendrickson wandte sich in Bezug auf die Studienergebnisse zudem mit deutlicher Kritik an seine Kollegen und erklärte, dass es sich bei der Entfernung von den Weisheitszähnen um ein finanziell überaus lukratives Geschäfte handelt. Hendrickson erklärte, dass die Entfernung von beschwerdefreien Weisheitszähnen ohne wissenschaftliche Grundlage zeigt, wie skrupellos Zahnärzte agieren. Durch die Entfernung der beschwerdefreien Weisheitszähne wird die Gesundheit des Patienten leichtfertig aufs Spiel gesetzt.
Bei den Weisheitszähnen handelt es sich um die achten Zähne, die ab der vertikalen Mittellinie im Gebiss auftreten. Normalerweise hat ein Mensch vier Weisheitszähne, wobei in jedem Gebissquadranten einer zu finden ist. Im Vergleich zu anderen Zähnen entwickeln sie sich erst spät. Auch wenn sie sich in Röntgenbildern teilweise im Alter von 14 Jahren erkennen lassen, brechen sie meist erst im Erwachsenenalter durch.
Die Entfernung von Weisheitszähnen kann mit erheblichen Beschwerden wie Hämatomen und Schmerzen einhergehen. Entscheidend für die Wundheilung ist das richtige Verhalten nach der Operation. So sollten Betroffene die Wunde in den ersten 24 Stunden kühlen. Dadurch kann eine zu große Schwellung vermieden werden. Beim Kühlen sollte auf Eis verzichtet werden, da es zu kalt ist. Ideal sind Coolpacks und nasse Waschlappen.
Quelle: gesundial.de
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Geschrieben von: Dr. Kersten
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Freitag, den 17. September 2010 um 13:45 Uhr |
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Zum 20. Jubiläum richtet der Tag der Zahngesundheit seinen Blick auf die erreichten Erfolge - aber auch auf die neuen Herausforderungen der Zahnmedizin: Das diesjährige Motto "Gesund beginnt im Mund – Lachen ist gesund" liefert einen passenden Anlass für beide Aspekte.
Zu den Erfolgen gehört die beeindruckende Entwicklung der Mundgesundheit in Deutschland: "Repräsentative Studien belegen in erster Linie den deutlichen Kariesrückgang bei Kindern und Jugendlichen, aber auch den zunehmenden Zahnerhalt und das hohe Versorgungsniveau bei Erwachsenen und Senioren", sagte Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), bei der zentralen Pressekonferenz zum Tag der Zahngesundheit 2010 am 17. September in Berlin. Maßgeblich dafür sei nicht zuletzt "der Paradigmenwechsel hin zu einer präventionsorientierten Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde." Dieser Weg sei durch die "Einführung der Gruppen- und Individualprophylaxe in der gesetzlichen Krankenversicherung zu Beginn der 90er Jahre" wie auch durch die hohe Verbreitung fluoridhaltiger Zahnpasten unterstützt worden. Sehr erfreulich sei, dass sich die Einstellung zur Mundgesundheit genauso positiv entwickelt habe wie das Mundhygieneverhalten der Bevölkerung. Dr. Michael Kleinebrinker, Referent für die vertragszahnärztliche Versorgung beim GKV-Spitzenverband, untermauerte diese Verbesserung bei der Pressekonferenz mit Zahlen: "Die neueste Studie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) hat ergeben, dass sich Zwölfjährige 1994 noch mit 2,44 erkrankten Zähnen plagen mussten - heute dagegen liegt dieser Wert bei nur noch 0,72." Als positiv zu betrachten sei auch die gesunkene Anzahl an Zahn-Extraktionen sowie die weitgehende Konstanz in der Nutzung der - nicht überall in Europa möglichen - kieferorthopädischen Therapie als Kassenleistung. Dr. Kleinebrinker: "Für die zahnärztliche Behandlung ihrer Versicherten haben die Krankenkassen in den letzten 13 Jahren konstant ca. 11 Mrd. Euro jährlich zur Verfügung gestellt, wobei sich der Anteil für Prophylaxe-Leistungen kontinuierlich erhöht hat." Es gebe allen Grund, den 20. Tag der Zahngesundheit mit einem fröhlichen Lachen zu begehen.
Dass "Lachen" gesund ist, erklärte die wissenschaftliche Referentin bei der Pressekonferenz, PD Dr. Anne Wolowski, Universität Münster: "Unter anderem ist beim Lachen, das rund 300 Muskeln insgesamt im Körper aktiviert, die Sauerstoffaufnahme um das Drei- bis Vierfache erhöht." Offenbar reduziert Lachen das Schmerzgefühl, zudem die Stresshormone und optimiert so das Immunsystem.
Das Lachen kann aber so manchem Patienten vergangen sein. Zum Beispiel, so PD Dr. Wolowski, sei hier eine erkrankte Mundhöhle mit fehlenden bzw. geschädigten Zähne zu nennen, die einen vernachlässigten Eindruck vermittelten. Dr. Kleinebrinker, GKV-Spitzenverband, unterstrich dies, betonte aber, dass zwischen medizinisch notwendiger Behandlung und kosmetischer Wunschleistung genau unterschieden werden müsse.
Als eine der neuen Herausforderungen erweist sich den Experten zufolge die erhebliche Zunahme psychischer Belastungen in der Bevölkerung. Sie wirke sich vielfältig auch auf die Mundgesundheit aus. Während auf der einen Seite die Mundsituation selbst für seelische Belastungen sorgen könne, gehe es in der Praxis zudem um deutliche Diskrepanzen zwischen dem Befinden des Patienten und den zahnmedizinischen Befunden. "Manche dieser Störungen in der Mundgesundheit sehen wie körperlich verursacht aus - sie haben ihre Ursache aber in seelischen Konfliktsituationen. In diesen Fällen sprechen wir von Psychosomatik", so PD Dr. Wolowski. Der Leidensdruck der Betroffenen könne extrem sein und führe oft zur Chronifizierung: "Die Beschwerden können mit der Zeit ein selbständiges Krankheitsbild darstellen mit weit reichenden psychosozialen Folgen. Dabei muss betont werden: Diese Patienten sind keine Simulanten!" Allerdings sei es manchmal schwierig, ihnen angemessen zu helfen, da sie eine zu einem späten Zeitpunkt diagnostizierte psychosomatische Störung oft als Kränkung empfänden. Zudem erfolge der Zahnarztbesuch fast immer mit rein "somatischer Behandlungserwartung". Dr. Wolowski empfiehlt möglichst frühzeitige Intervention durch entsprechend fortgebildete Zahnärzte: "Erst die Bereitschaft beider Seiten, sich mit dem Phänomen einer psychosomatischen Störung auseinanderzusetzen, macht eine effektive Therapie möglich."
Die Bedeutung dieser Problematik für die zahnärztliche Versorgung unterstrich Dr. Oesterreich, BZÄK: "Psychische und psychosomatische Beschwerden können eine Therapie zum Scheitern bringen!" Zwischen 25 und 35 Prozent der Patienten in einer allgemeinmedizinischen Praxis leiden an einer psychischen bzw. psychosomatischen Störung. Deswegen ist auch in der zahnärztlichen Praxis von einer hohen Bedeutung für die Auslösung oder Überlagerung zahnärztlicher Erkrankungen auszugehen. Im Rahmen einer bundesweiten zahnärztlichen Befragungsstudie durch das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) sei festgestellt worden, dass z.B. der Bruxismus (Zähneknirschen) das am meisten zunehmende Krankheitsbild in den Praxen sei.
Da 70 Prozent der Bevölkerung einmal jährlich zur Kontrolle in die Zahnarztpraxen kämen, haben "die Diagnostik und das bio-psycho-soziale Krankheitsverständnis für den Zahnarzt eine hohe Bedeutung", so Dr. Oesterreich. Die Bundeszahnärztekammer habe mit einem 2006 veröffentlichten Leitfaden "Psychosomatik in der Zahn- Mund- und Kieferheilkunde" einen wissenschaftlich begründeten und praxisnahen Problemaufriss für die Zahnärzte als Orientierungshilfe herausgegeben. Es seien aber mehr Fachbereiche gefordert als die Zahnmedizin: "Tabuisieren und Verdrängen aus Sicht des Patienten müssen abgebaut und noch intensiver in die ärztlich-medizinische Versorgung einbezogen werden." Die Zahnmedizin könne bei Prävention und Früherkennung von psychosomatischen Erkrankungen eine wichtige Rolle im Gesamtsystem einnehmen. "Wenn vom heutigen Tag der Zahngesundheit 2010 dazu ein Signal ausgehen würde", so Dr. Oesterreich, "haben wir ein weiteres wichtiges Ziel unserer gemeinsamen Aktivitäten erreichen können."
Hintergrund-Informationen zum Tag der Zahngesundheit (der Tag selbst ist alljährlich der 25. September) und zum Aktionskreis sowie Hinweise zu geplanten regionalen Veranstaltungen 2010 unter: www.tag-der-zahngesundheit.de
Quelle. presseportal.de
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Geschrieben von: Dr. Kersten
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Dienstag, den 14. September 2010 um 11:12 Uhr |
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Eine weitverbreitete Folge vom Diabetes sind erhebliche Probleme rund um die Mundhöhle. Patienten sind in der Regel dreimal so häufig betroffen wie Menschen ohne Diabetes. Diabetes – volkstümlich Zuckerkrankheit genannt – beeinflusst die Gesundheit von Zähnen, Zahnfleisch und –schmelz gerade deshalb, weil die Krankheit wesentlich anfälliger für bakterielle Infektionen macht. Diese Munderkrankungen bringen wiederum Probleme für den gesamten Organismus mit sich, da eine Parodontitis (Zahnbettentzündung) im Umkehrschluss die Diabetestherapie negativ beeinflussen kann.
Diabetes mellitus ist eine chronische Krankheit, die zwar sehr gut kontrolliert und behandelt werden, jedoch bis heute nicht geheilt werden kann. Vor dem Hintergrund vieler anderer Folgeerkrankungen wissen viele Diabetiker nicht, dass der durch die Krankheit veränderte Stoffwechsel auch die Zahngesundheit erheblich beeinflusst. Das Hormon Insulin ist für die Regulation des Blutzuckerspiegels verantwortlich. Liegt ein Mangel vor, sind die Blutzuckerwerte erhöht, was wiederum zu Ablagerungen sowie zu Funktionsbeeinträch-tigungen und Durchblutungsstörungen an den kleinen Gefäßen führen kann. Diese Störungen, auch Miroangiopathien genannt, wirken sich auf die gesamte Versorgung von Gewebe und Zahnfleisch mit Sauerstoff und Nährstoffen aus.
Erhöhte Anfälligkeit für Bakterien
Diabetiker reagieren weit häufiger und auch wesentlich heftiger auf bakterielle Reize als gesunde Menschen. Zusätzlich leiden sie oftmals an einer Wundheilungsstörung. Sie sollten demnach insbesondere auf eine optimale Mundhygiene achten, um Erkrankungen am Zahnhalteappart, wie Gingivitis (Zahnfleischentzündung) oder Parodontitis, vorzubeugen. Erhöhte Blutzuckerwerte haben außerdem einen verminderten Speichelfluss zur Folge, der jedoch eine wichtige Aufgabe übernimmt. Der Speichel verdünnt zum einen die Säuren, die durch Zucker in der Mundhöhle entstehen. Zum anderen enthält der Speichel wichtige Abwehrstoffe gegen Bakterien. Als Mineralstofflieferant ist er auch dafür zuständig, beginnende Zahnschäden zu beheben.
Vorbeugen: Mundhygiene ist sehr wichtig
Um die Zahl der Mundbakterien so gering wie möglich zu halten, können Diabetiker einiges tun. Zu allererst sollte der Stoffwechsel sehr gut eingestellt sein, damit es zu keinen Blutzuckerschwankungen kommt. Stabile, normale Blutzuckerwerte beugen dabei nicht nur Zahnerkrankungen, sondern auch vielen anderen Folgeerkrankungen vor. Bei der weiteren Prophylaxe gilt für Diabetiker das gleiche wie auch für gesunde Menschen. Die Zähne sollten zweimal täglich mit kreisenden Bewegungen geputzt und die Zahnzwischenräume zusätzlich einmal täglich mit einem speziellen Hilfsmittel wie Zahnseide oder Interdentalraumbürstchen gereinigt werden. Zum besonderen Schutz eignen sich als Zahnpasta täglich eine fluoridhaltige Paste sowie zusätzlich einmal wöchentlich ein spezielles Fluoridgel aus der Apotheke. Zur Vorbeugung von Bakterien, die zwischen den Zahnbürstenborsten sitzen, sollte die Zahnbürste etwa alle sechs Wochen gewechselt werden. Um zwischen den Mahlzeiten den Säurehaushalt zu neutralisieren oder zumindest so gering wie möglich zu halten, sind zuckerfreie Zahnpflegekaugummis empfehlenswert. Auch kann mit einer gesunden Ernährung der Zahnschmelz gestärkt und die Anfälligkeit reduziert werden. Raucher sollten im besten Fall ihr Laster aufgeben, da Nikotin zusätzlich den Zahnschmelz angreift und die Bakterienverbreitung fördert. ?Darüber hinaus sollten Diabetiker grundsätzlich zweimal pro Jahr den Zahnarzt zur Kontrolle aufsuchen - unabhängig davon ob Beschwerden vorliegen. Liegt bereits eine Zahnfleischentzündung vor, sollte der Arzt umgehend aufgesucht werden.
Parodontitis in Kurzform
Bei Diabetikern tritt am häufigsten die zahn-medizinische Erkrankung Parodontitis auf. Bemerkbar macht sie sich, indem das Zahnfleisch zurückgeht und die Zähne im Kiefer locker werden. Hauptursache dafür ist die Bildung von Zahnbelag (Plaque), da dieser Speisereste, Bestandteile des Speichels und vor allem Bakterien enthält. Durch den Speichel wird der Zahnbelag zu Zahnstein verhärtet, der wiederum eine mechanische Reizung verursacht. Die Bakterien tragen ihrerseits ihren Teil dazu bei, indem sie den in den Nahrungsmitteln enthaltenen Zucker zu Säuren verarbeiten. Durch diese Kombination entstehen häufig Rötungen und Schwellungen des Zahnfleischs - die sogenannte Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Wird diese nicht rechtzeitig behandelt wird das Zahnfleisch blutig und eine Taschenbildung im Zahnfleisch ist die Folge. In dieser wiederum lagert sich ein neuer Belag ab, wodurch die Größe der Tasche so lange zunimmt, bis der knöcherne Teil des Zahnes ebenfalls angegriffen wird. Ab diesem Stadium spricht der Zahnarzt von einer: Parodontitis.
Parodontitis: Behandlung
Parodontitis lässt sich nach ihrem Auftreten nicht einfach beseitigen. Dies gelingt nur, wenn der Patient übermäßig penibel auf seine Mundhygiene achtet und seine Zähne überdurchschnittlich sauber hält. Er muss besonders auf die regelmäßige Entfernung von Belägen auf dem Zungenrücken achten. Die Parodontitisbehandlung besteht grundsätzlich darin, den Entzündungszustand des Zahnfleisches sowie des Zahnhalteapparats zu beseitigen. Plaque, Zahnstein und andere entzündungsfördernde Faktoren, wie Rauchen oder eine schlechte Ernährung, müssen ab sofort reduziert werden. In vielen Fällen dauert die Behandlung jedoch das ganze Leben: Ein Kreislauf beginnt. Der Patient muss immer wieder zum Arzt, um Plaque und Zahnstein entfernen zu lassen, um die Bildung von Zahntaschen zu vermeiden. Eine einmalige Kontrolle und Behandlung reichen nicht aus, da ein großes Risiko besteht, dass die Krankheit unbemerkt fortschreitet.
Einfluss auf Diabetes nachgewiesen
Seit längerer Zeit ist bekannt, dass Parodontitis den Diabetes mellitus sich wechselseitig beeinflussen. Beobachtungen zeigen, dass Zahnerkrankung Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat. Nach einer Parodontitisbehandlung ohne chirurgischen Einfluss von Diabetikern vom Typ-2 sank in Kombination mit einer Behandlung mit Antibiotika ihr Blutzuckerspiegel. Derzeit wird vermutet, dass die Parodontitis auslösende Bakterien eine entscheidende Rolle spielen. Um aber einen genauen Zusammenhang nachweisen zu können, sind noch weitere Forschungsarbeiten notwendig.
Quelle: diabetesgate.de
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Geschrieben von: Dr. Kersten
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Freitag, den 10. September 2010 um 09:49 Uhr |
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Ein neuartiges Implantat aus Titanschaum ähnelt im Aufbau der Struktur im Knocheninneren. Dies macht ihn nicht nur weniger steif als herkömmliche massive Implantate. Es fördert auch das Einwachsen in den angrenzenden Knochen.
Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Dasselbe gilt für seine Knochen: Werden sie stärker belastet, entwickelt sich dichteres Gewebe. Weniger stark beanspruchte Teile des Skeletts weisen eine geringere Knochendichte auf. Der Reiz der Belastung stimuliert das Wachstum der Matrix. Diesen Effekt wollen Mediziner künftig verstärkt nutzen, um Implantate dauerhafter und stabiler mit den Knochen des Patienten zu verbinden. Dafür muss der Knochenersatz jedoch so gestaltet sein, dass er ein Einwachsen begünstigt – mit Poren und Kanälen, durch die Blutgefäße und Knochenzellen ungehindert hindurch wachsen können. Material der Wahl bei Implantaten ist Titan der Legierung Ti6Al4V. Es ist langlebig, stabil und belastbar und wird vom Körper gut vertragen. Eher problematisch ist dagegen seine Verarbeitung: So reagiert Titan unter hohen Temperaturen mit Sauerstoff, Stickstoff und Kohlenstoff. Es wird dadurch spröde und brüchig. Entsprechend begrenzt ist die Palette der Produktionsverfahren.
Komplexe Innenstrukturen lassen sich mit den etablierten Verfahren noch nicht herstellen. Deshalb werden bei Defekten lasttragender Knochen hauptsächlich massive Titan-Implantate eingesetzt. Viele verfügen zwar über strukturierte Oberflächen, um Knochenzellen Halt zu bieten. Doch die entstandene Verbindung bleibt fragil. Hinzu kommt, dass massive Implantate andere mechanische Eigenschaften aufweisen als das menschliche Skelett: Sie sind wesentlich steifer. »Der angrenzende Knochen wird kaum noch belastet und bildet sich im schlimmsten Fall sogar zurück. Das Implantat lockert sich und muss ausgetauscht werden«, erklärt Dr. Peter Quadbeck vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Dresden. Quadbeck koordiniert das Projekt »TiFoam«, in dem ein Titan-Werkstoff für eine neue Generation Implantate entstand. In seiner schaumartigen Struktur ähnelt der Werkstoff der Spongiosa im Knocheninneren.
Der Titanschaum entsteht durch ein pulvermetallurgisches Abformverfahren, welches sich bereits zur industriellen Herstellung keramischer Filter für den Aluminium-Guss bewährt hat: Offenzellige Schäume aus Polyurethan (PU) werden mit einer Lösung aus Bindemittel und feinem Titanpulver imprägniert. Das Pulver lagert sich an den Zellstrukturen der Schäume an. PU und Binder werden verdampft. Zurück bleibt ein Abbild der Schaumstrukturen, das schließlich gesintert wird. »Die mechanischen Eigenschaften der so hergestellten Titanschäume kommen denen des menschlichen Knochens sehr nahe«, berichtet Quadbeck. »Das betrifft vor allem die Balance zwischen hoher Festigkeit und geringer Steifigkeit.« Ersteres ist eine wichtige Voraussetzung für die Verwendung in Knochen, die Gewicht und Bewegung standhalten müssen. Eine knochenähnliche Steifigkeit leitet Belastungsreize weiter und fördert mit der Neubildung von Knochenzellen das Einheilen des Implantats. Dieses kann und soll deshalb sofort nach dem Einsetzen belastet werden.
Im Projekt »TiFoam« haben sich die Partner darauf konzentriert, die Tauglichkeit des Titanschaums beim Ersatz defekter Wirbelkörper nachzuweisen. Er eignet sich ebenso zur »Reparatur« anderer stark belasteter Knochen. Neben den Werkstoff-wissenschaftlern der Fraunhofer-Institute IFAM und IKTS, dem Institut für Keramische Technologien und Systeme in Dresden, waren Mediziner der Uniklinik der TU Dresden sowie mehrere Unternehmen an der Entwicklung des Titanschaums beteiligt. Projektpartner InnoTERE hat bereits angekündigt, künftig aus dem »TiFoam«-Werkstoff Knochenimplantate zu entwickeln und herzustellen.
Quelle: idw-online.de
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