Muss ein Zahnimplantat, das bereits fest mit dem umgebenden Knochengewebe verwachsen ist, wieder explantiert werden, geht dies nicht so einfach wie Zähne ziehen. »Weil Knochengewebe dabei verloren geht und wieder aufgebaut werden muss,  ist die Explantation nur die ultima ratio«, erklärt Dr. Dr. Martin Bonsmann, Düsseldorf, auf der 26. Jahrestagung des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen am 13. und 14. November in Berlin.
 
Studien zufolge sind im Schnitt 95 Prozent aller Zahnimplantate nach zehn Jahren noch voll funktionstüchtig und an ihrem Platz. Gehen die Titanwurzeln für künstlichen Zahnersatz verloren, geschieht dies zumeist in der frühen Phase nach einer Implantation. Das Implantat heilt nicht ein oder das umgebende Gewebe entzündet sich. 
 
„Muss ein Implantat explantiert werden, wenn es bereits eingeheilt und fest mit dem umgebenden Knochengewebe verwachsen ist, ist dies jedoch ein Drama“, erklärt Dr. Dr. Martin Bonsmann, Düsseldorf, auf der 26. Jahrestagung des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen. Eine nicht beherrschbare Periimplantitis (Entzündung des umgebenden Gewebes) oder Fehlpositionierungen des Implantates, die eine prothetische Versorgung erschweren oder – in seltenen Fällen – sogar unmöglich machen, sind Indikationen für eine Explantation. 
 
Während ein Zahn jedoch vergleichsweise einfach extrahiert werden kann, ist die Entfernung eines osseointegrierten Implantates nur mit Knochenverlust zu erkaufen. »Dies zieht dann«, so Bonsmann, »weitere oft umfangreiche augmentative, also knochenaufbauende Maßnahmen nach sich, wenn ein neues Implantat gesetzt wird.«
 
Doch was bedeutet »Fehlpositionierung«? »Bei der Beurteilung des Erfolges einer Implantation durch den Patienten spielt die Ästhetik zunehmend eine Rolle«, weiß der Düsseldorfer MKG-Chirurg. Während früher die Funktionsfähigkeit im Vordergrund stand, muss die implantatgetragene Versorgung heute auch höchsten ästhetischen Ansprüchen genügen. Und hier sind unterschiedliche Beurteilungen durch Patient und Arzt durchaus möglich, die mitunter sogar vor Gericht enden. 
 
Unsere Zunft ist an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig, meint Bonsmann: »Da jeder nur seine besten und erfolgreichsten Fälle zeigt und mitunter auch vollmundige Aussagen hinzu kommen, entsteht bei den Patienten der Eindruck, dass schon die geringste Abweichung von den idealisierten Darstellungen in Werbebroschüren ein Fehlschlag ist.«
 
Darum sei es wichtig, dass auch über Probleme und Misserfolge in der Implantologie gesprochen werde. So ist beispielsweise bei einem schlecht eingestellten oder nicht diagnostizierten Diabetes die Wundheilung – und damit die Einheilung eines Implantates – gefährdet. Auch eine Osteoporose erfordert besondere operative Strategien.  Darum gilt auch für die Implantologie, dass sie besondere Kenntnisse und Qualifikationen erfordert: Weder moderne Implantatsysteme noch eine hochgerüstete technische Ausstattung der Praxis können eine profunde Ausbildung, Erfahrung und Training ersetzen.
 
Um Probleme und Misserfolge nach Möglichkeit zu vermeiden, sind für Bonsmann drei Dinge wichtig: »Eine exakte und gute Planung der Implantation, viel Erfahrung des Implantologen sowie auch sein Mut, sich in kritischen Fällen der Unterstützung und Hilfe von erfahrenen Kollegen zu versichern.«

Quelle: implantate.com
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