Parodontits-Kampfansage mittels EU-Projekt TRIGGER

60 Prozent der Erwachsenen sind an Parodontitiden erkrankt, so die Daten der WHO. Diese sollen ein erhöhtes Risiko für eine Verengung der Herzkranzgefäße, aber auch für Alzheimer haben. Weiterhin deuten Daten auf Wechselwirkungen zwischen parodonto-pathogenen Bakterienstämmen und Herz-Kreislauferkrankungen, rheumatoider Arthritis sowie chronischer obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) hin. Elf europäische Forschungsorganisationen aus neun Ländern beschäftigen sich im EU-Projekt TRIGGER mit der Volkskrankheit. Ziel ist es, den Einfluss von Parodontitiserregern auf die genannten Erkrankungen hin zu erforschen. Die Wissenschaftler rund um Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth, dem Leiter und Initiator der Projektgruppe für Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI versuchten aktuell effektive Wirkstoffe gegen eines der hochtoxischen an Parodontitis beteiligten Bakterien wie Porphyromonas gingivalis (P. g.) zu finden. Ihr Ansatz liegt dabei in der Aufdeckung eines Stoffwechselprozesses des Bakteriums. Dieser aktiviert zum Abbau von Kollagen im Gewebe eiweißabbauenden Enzyme. In diesem Zusammenhang charakterisierten die Forscher der Außenstelle des IZI in Halle/Saale bereits vor Jahren das an der Proteinreifung beteiligte bakterielle Enzym Glutaminyl-Zyklase. Prof. Demuths Erläuterungen nach bestehen grundsätzliche Zusammenhänge zwischen P. g. und anderen entzündlichen Erkrankungen, die noch weiter erforscht werden müssen. Bisher erkannte man, dass die humane Glutaminyl-Zyklase beispielweise bei Alzheimer-Patienten eine für Nervenzellen besonders schädliche Variante des Amyloidbeta-Peptids bildet. Auf diesen Erkenntnissen basierend versuchen Forscher Prinzipien zur Entwicklung von Therapien gegen Alzheimer zu entwickeln. Wachstumsbehindernde hochwirksame Substanzen gegen P.g. filterten die Hallenser Forscher in in vitro-Studien bereits aus ca. 20 Substanzen heraus. Tierexperimentelle Studien werden folgen, sodass Hoffnungen auf einen Wirkstoff gegen Parodontitis geweckt werden können.

Quelle:

Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI, Projektgruppe Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung

 

 

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