Der Zusatz von Fluorid in Zahnpflegemitteln wie Zahnpasta, Gelen, Mundspülungen und Lacken führte insbesondere in den westlichen Industriestaaten in den letzten 30 Jahren zu einer erheblichen Verbesserung der Zahngesundheit. Fluorid in Zahnpflegemitteln sollte je nach Alter und Entwicklung unterschiedlich eingesetzt werden, um eine Fluorid-Überdosierung durch zufälliges Verschlucken von Zahnpasta zu vermeiden. Eine Überdosierung von Fluorid kann dazu führen, dass bei Kindern, bei welchen sich die bleibenden Zähne noch im Kiefer und daher noch in der Entwicklung befinden, eine so genannte „Zahnfluorose“ entsteht, die sich durch Strukturanomalien und Verfärbungen unterschiedlichen Ausmaßes im Zahnschmelz äußert. Daher wird in Deutschland für Kinder bis zu 6 Jahren eine Fluoridkonzentration von 500 ppm (parts per million, bzw. mg/l) empfohlen, da bis zu diesem Alter davon ausgegangen wird, dass der Schluckreflex i.d.R. noch nicht vollständig ausgebildet ist. Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und Erwachsene können dagegen Zahnpasten verwenden, die höher konzentriert sind und 1450 ppm Fluorid enthalten. Entscheidend für einen Kariesschutz ist dabei neben der Putzmethode die Verweildauer von Fluoridionen im Mund, bzw. im Speichel, die durch das Ausspülverhalten, die Fluoridkonzentration und die Putzhäufigkeit beeinflusst werden kann. Je nach Mundhygieneverhalten und Kariesrisiko können durch den Zahnarzt Gele und Lacke mit erhöhter Fluoridkonzentration verordnet werden.

In einer aktuellen Untersuchung wurden die Fluoridkonzentrationen im Speichel und im Zahnbelag (Plaque) von Testteilnehmern nach dem Zähneputzen mit einer Erwachsenenzahnpasta (1450 ppm) und einer hochkonzentrierten, derzeit noch nicht handelsüblichen Zahnpasta mit 5000 ppm Fluoridgehalt gemessen und auf ihre Wirksamkeit bei der Vermeidung von Karies untersucht. Die Tages-Fluoridkonzentration in Speichel und Plaque war bei Probanden, die mit der hochkonzentrierten Zahnpasta geputzt hatten, signifikant höher als in der Gruppe mit konventioneller Zahnpasta. Die Zahnpasta mit dem höheren Fluoridgehalt könnte daher bei Patienten mit hohem Kariesrisiko zu einer noch wirksameren Kariesprophylaxe beitragen.

 

 

 

Quelle: Clin. Oral Investig. 2015 May;19(4): 955-8.doi: 10.1007/S00784-015-1426-3.

Intraoral Fluoride Levels After use of conventional and high-fluoride dentifrices

Pessau JP, Conceido JM, Grizzo LT, Szekely M, Fazakas Z., Buzalaf MA

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