Wenn es um die "Dritten" geht, entscheiden sich immer mehr Menschen für implantatgestützten Zahnersatz. Implantate können einen fehlenden Zahn am besten in seiner Funktion wiederherstellen und auch hohe ästhetische Ansprüche erfüllen, sagen inziwschen die Experten. Doch auch Implantate brauchen Pflege. Darauf weist Mirko Konrad vom Deutschen Grünen Kreuz (DGK) hin.

Aus medizinischer Sicht haben Implantate ja durchaus ihre Vorteile?

Konrad: Durch die feste Verankerung im Kieferknochen leiten Implantate die beim Kauen entstehenden Kräfte in den Knochen ein. Fehlt dieser stimulierende Reiz, bildet sich der Kieferknochen eher zurück. Implantate können dies in gewissem Umfang verhindern. Außerdem bleibt wertvolle Zahnsubstanz erhalten, weil keine Nachbarzähne als Pfeiler für Brücken beschliffen werden müssen. Implantate bedürfen aber natürlich auch einer intensiven Pflege.

Worauf ist besonders zu achten?

Konrad: Implantatgestützter Zahnersatz benötigt eine regelmäßige und intensive Pflege. Im Übergangsbereich von der Krone zum Zahnfleisch können sich bakterielle Beläge bilden, die zu Entzündungen des Implantat umgebenden Gewebes führen können. In der Folge können sich tiefe Zahnfleischtaschen bilden, in denen sich Bakterien ansiedeln, und der Knochen wird abgebaut. In diesem Fall spricht man von einer Periimplantitis.

Welche Folgen kann das haben?

Konrad: Diese Entzündung kann für das Implantat genauso gefährlich werden wie für den natürlichen Zahn eine Parodontitis. Bleibt eine Periimplantitis unbehandelt, kann es am Ende zum Verlust des Implantats kommen.

Was raten die Spezialisten?

Konrad: Bakterielle Zahnbeläge müssen deshalb regelmäßig und gründlich entfernt und insbesondere an den Problemstellen Zahnfleischrand und Zahn- beziehungsweise Implantatzwischenräume mit Zahnseide und Interdentalbürsten gereinigt werden.

Also ist es eigentlich eine ähnliche Pflege wie bei den richtigen Zähnen?

Konrad: Genau. Und wie bei den richtigen Zähnen eignen sich generell neben Handzahnbürsten insbesondere moderne elektrische Zahnbürsten für eine gründliche und schonende Zahnpflege, weil sie die richtigen Putzbewegungen am Zahn automatisch ausführen.

Was ist ansonsten noch besonders zu beachten?

Konrad: Wichtig sind darüber hinaus die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt. Er oder seine Prophylaxefachkraft führen je nach Erkrankungsrisiko professionelle Zahnreinigungen durch, bei denen alle bakteriellen Beläge von den Zahnoberflächen und den bei der Zahnpflege zu Hause schwer zugänglichen Stellen entfernt werden. Haben sich bereits Zahnfleischtaschen gebildet, müssen diese einer Periimplantitis-Behandlung unterzogen werden.

Und wo sehen die Fachärzte die besonderen Risiken?

Konrad: Ein besonderer Risikofaktor ist das Rauchen. Raucher haben außerdem bei einer bereits bestehenden Entzündung schlechtere Heilungschancen. Bei einer sorgfältigen Mundhygiene, regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und der Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen bestehen gute Chancen, dass Zahnimplantate lange erhalten bleiben.

Wohin sollten sich Betroffene mit ihren Sorgen wenden?

Konrad: Eine individuelle Beratung über den Einsatz von Implantaten sowie zu geeigneten Prophylaxe-Maßnahmen gibt der Zahnarzt.

Quelle: main-rheiner.de

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