Implantate – künstliche Zahnwurzeln – spielen heute in der Patientenversorgung als Träger für Zahnersatz eine bedeutende Rolle, betont die DGI, die wissenschaftliche Deutsche Gesellschaft für Implantologie, mit deutlich über 7000 Mitgliedern weltweit zweitgrößte nationale Fachgesellschaft in diesem Sektor. Wie DGI-Präsident Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden bei der Vorstellung der 1. Implant expo – der neuen speziaisierten Fachmesse für Implantologie – im Rahmen einer Pressekonferenz am 26. November 2010 in Hamburg berichtete, verzeichnet Deutschland zweistellige Zuwachsraten bei den Implantationszahlen, weltweit sei Deutschland nach den USA und Italien der drittgrößte Implantatmarkt mit ca. einer Million jährlich verkauften Implantaten. Gleichwohl bestehe noch sehr viel Potential für weiteres Wachstum: Noch immer werde in Deutschland die überwiegende Mehrzahl der Zahnlücken konventionell versorgt.

Neben den kurativen habe die Implantologie auch präventive Aspekte: Durch Implantate werde beispielsweise der natürliche Kieferknochenabbau nach einer Zahnextraktion verhindert; solcher Knochenschwund vermindere den Halt von Zahnprothesen und die Kaufähigkeit – mit nachteiligen Folgen für die Ernährung.

Mit ihrem umfangreichen postgradualen Fortbildungsprogramm leiste die DGI einen Beitrag zur Qualitätssicherung. Zudem fördere sie wissenschaftliche Projekte über Einzelanträge und trage den wissenschaftlichen Fortschritt in die Praxen über Fortbildung, aber auch über Leitlinien, die gesicherte und ungesicherte Erkenntnisse darstellen. Die Verbindung des DGI-Jahreskongresses mit der spezialisierten Fachmesse Implant expo betone die Aufwertung des gegenseitigen Wissenstransfers – von der Wissenschaft in die Unternehmen, aber auch umgekehrt: Viele Neuerungen seien von der Industrie entwickelt worden.

Implantologie: Innovationsmotor der Zahnmedizin – zentrales Thema der IDS 2011

Der rasante Zuwachs im Bereich der Patienten-Nachfrage nach einer restgebissschonenden implantatgetragenen Zahnersatzlösung macht die Implantologie zu einem Innovationsmotor und damit auch zu einem zentralen Thema der im kommenden März öffnenden Internationalen Dentalschau IDS 2011. Schwerpunkt sind unter anderem neueste Konzepte zu aktuellen Implantatgeometrien und -werkstoffen sowie im Bereich der Suprastrukturen, berichtete Christoph Weiss, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie, im Rahmen er Pressekonferenz. Kernwerkstoff sei nach wie vor das Titan, aber auch keramische Produkte, vor allem im Bereich der Suprastrukturen, eroberten Raum. Gefördert werde diese Entwicklung auch über eine immer ausgefeiltere CAD CAM-Technologie.

Implantologischer Fortschritt sei heute auch eng an diagnostische Entwicklungen gekoppelt. Dreidimensionale röntgenologische Navigationsverfahren in Kombination mit Gipsmodell-Laserscans und spezieller Konstruktionssoftware ermöglichen optimale Planungssicherheit für implantologische Maßnahmen. Selbst in schwierigen Fällen könne – insbesondere mit der inzwischen auch für kleinere Praxen erschwinglichen Digitalen Volumentomographie – exakte 3D-Abbilder der ossären Strukturen erzeugt werden. Ein deutlicher Trend zeichne sich auch ab Richtung minimalinvasiver bzw. gewebeschonender Vorgehensweise.

Die neue Fachmesse – und das Potential der Implantologie

Die am 26. November 2010 in Hamburg an den Start gehende 1. Implant expo sei ein spezialisiertes Forum für den Bereich Implantologie in der Zahnheilkunde, sagte Stefan C. Werner, Geschäftsführer der youvivo GmbH, die die Marktlücke „Fachmesse Implantologie“ geschlossen hat. Das Unternehmen mit Sitz in München ist aus der früheren DGI GmbH hervorgegangen, firmiere seit Anfang 2010 unter dem Namen youvivo GmbH und habe einen deutlich erweiterten Projekt-Radius als Experte für Community- und Veranstaltungsmanagement für Vereine, Fachgesellschaften und Verbände. Die neue Messe finde jährlich in wechselnden deutschen Großstädten statt, jeweils parallel zum Kongress der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI), in 2011 daher in Dresden. Der enorm erfolgreiche Start dieser Messe aktuell in Hamburg lasse sich an lange im Vorfeld ausgebuchten Ausstellerflächen ablesen, es werden rund 120 Aussteller aus Deutschland und dem europäischen Ausland erwartet. Damit sei die 1. Implant expo bereits annähernd doppelt so groß wie frühere Dentalausstellungen. Das neue Konzept öffne die Tore nun auch für andere Fachbesucher außerhalb der Kongressteilnehmer.

TREND-Analyse Implantologie Dental-Markt

Im Vorfeld der Implant expo hat die youvivo GmbH bei 22 Unternehmen aus dem Kreis der Sponsoren der DGI Daten für eine „Trendanalyse Implantologie Dental-Markt“ erfragt. Die Auswahl bildet einen guten Durchschnitt der relevanten Firmen im Bereich der Implantologie ab, mit dabei auch ein sogenannter „Discount-Anbieter“. Klar zeigte sich auch hier der Aufwärtstrend: Alle befragten Unternehmen betreiben eigene Forschung, alle werden den Bereich Implantologie ausbauen und fast alle auch weitere Mitarbeiter einstellen. Die sogenannte “Wirtschaftskrise 2008” hat rund jedes 2. Unternehmen ohne größere Einbußen überstanden, in etwa jedes 3. Unternehmen verbuchte spürbare Belastungen, und etwa jedes 6. Unternehmen machte in dieser Zeit sogar Gewinn.

Das Potential

Alle Daten und Trendmeldungen, die zum Thema Implantologie zur Verfügung stehen, weisen auf deutliches Wachstum hin. Vor fünf Jahren bereits war jede 20. Zahnersatzneubehandlung implantatgetragen. Laut einer aktuellen Veröffentlichung der Bundeszahnärztekammer weist die Implantologie – wiewohl ein noch vergleichsweise kleiner Bereich – die stärkste relative Veränderungen beim Honorarvolumen ab und stieg hier von 1 % im Jahr 2000 auf nunmehr 3,1 % im Jahr 2008. Auch laut Einschätzung von Privatversicherungsunternehmen nimmt die Nachfrage zu. Bei den derzeit rund 12 Millionen abgeschlossenen Zahnzusatzversicherungen spiele die Absicherung implantologischer Verfahren eine “deutlich relevante Rolle”. Bei vielen dieser Verträge läuft in absehbarer Zeit die generelle Wartefrist ab, so daß ein Nachfrageschub nicht ausgeschlossen ist. Auch Ratenzahlungs- und Factoring-Angebote erleichtern den Patienten die Finanzierung der Behandlung. Wie wichtig Implantologie für die Zukunft der Zahnarztpraxen ist, war im März 2009 zu lesen: „Rund 40 % der von Stiftung Warentest um den Jahreswechsel 2008/2009 befragten Patienten mit Zahnersatzerfahrung in den letzten 5 Jahren würden sich nicht mehr in der bisherigen Praxis behandeln lassen, sondern wechseln: Zu den meistgenannten Gründen der knapp 1000 Befragten gehörte, dass keine Implantate gesetzt werden.“

Quelle: zahn-online.de

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