Parodontitis entsteht erst durch das Zusammenspiel vieler Bakterienarten, wie Wissenschaftler der Universitäten Münster und Bielefeld nun herausgefunden haben. So kann eine Art alleine nicht diese schwere Entzündung des Zahnhalteapparates auslösen, die mit Knochenabbau und schlimmstenfalls sogar mit Zahnverlust einhergeht.

Die gesamte Bandbreite der Mikroorganismen sollte analysiert werden, fordern die Experten. "Parodontitis ist eine chronische Erkrankung mit einer multifaktoralen Genese, das heißt, viele Faktoren sind für die Parodontitis verantwortlich. Bakterien sind zwar der Risikofaktor. Dazu kommen exogene Faktoren, wie Rauchen, und endogene Faktoren, wie genetische Disposition", sagt Dag Harmsen von der Poliklinik für Parodontologie der Universität Münster und Mitautor der neuen Studie gegenüber pressetext.

Parodontitis führt unbehandelt dazu, dass die Zähne locker werden und ausfallen. Sie ist weltweit eine der häufigsten Erkrankungen. In den Industrieländern ist etwa die Hälfte der über 40-Jährigen betroffen. Zur Behandlung reinigt der Zahnarzt üblicherweise die Zahntaschen, um bakterielle Beläge (Plaques) zu entfernen. Denn Plaques löst die Erkrankung aus. Nur muss eine bestimmte Kombination von Bakterienarten zusammen spielen.

"Parodontitis wird nicht von einzelnen Bakterienarten ausgelöst. Es ist nötig, alle Mikroorganismen im Mundraum zu erfassen und zu beobachten, wie diese Lebensgemeinschaft auf die Behandlung reagiert. Nur so kann man verstehen, ob und weshalb eine Behandlung wirkt", sagt Harmsen. Die Forscher konnten im Zuge der Studie auch zeigen, dass die professionelle Zahnreinigung gegen die Anfänge von Parodontitis angehen kann.

Die Details zur Entstehung sind trotz vieler Fortschritte in der Behandlung immer noch unbekannt. Die Studie wollte deshalb herausfinden, wie die Bakteriengemeinschaft auf die konventionelle Parodontitis-Behandlung reagiert.

"Die Ergebnisse der Studie müssen zunächst durch weitere Experimente mit einer größeren Stichprobe bestätigt werden. Dann wird unser neuer Ansatz, Veränderungen in der gesamten mikrobiellen Lebensgemeinschaft im Mund zu beobachten, den Erfolg von Parodontitis-Behandlungen verbessern. Diese Methode wird sicherlich bald routinemäßig in der Praxis eingesetzt", prognostiziert Harmsen.

Quelle: www.pressetext.com

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