Patienten mit Osteoporose leiden unter einem erhöhten Risiko an Knochenbrüchen. Auch für die zahnärztliche Implantologie ist sie von Bedeutung, da sie die Einheilung und Stabilität von Zahnimplantaten verschlechtert. Beim normalen Menschen kann sich der Knochen in gesunden Umweltbedingungen zeitlebens alle sechs Jahre rundum erneuern. Es ist ebenfalls normal, dass sich ab einem Alter von 30 Jahren die Knochenmasse um ca. 1 Prozent pro Jahr reduziert. Das Auftreten einer Knochenerkrankung wie der Osteoporose wird – geht man nach dem Wissensstand in der Bevölkerung – in der Regel mit einem Alter über 50 Jahren verbunden. Doch die Vermutung täuscht, viele Menschen auch jüngeren Alters sind von der Erkrankung betroffen. Wie viele, können die Experten nur schätzen, die Dunkelziffer aller Osteoporosekranken sei deutlich über den geschätzten acht Millionen. Da diese Patienten häufig Medikamente einnehmen, die Einfluss auf die Knochenheilung hat, ist für jeden Arzt oder Zahnarzt das Wissen um die mögliche gestellte Diagnose Osteoporose von großer Bedeutung für jede Therapie.

Bei den jungen Osteoporose-Erkrankten im Alter deutlich unter 50 Jahren werden i.d.R. keine Krankheitszeichen in Richtung Osteoporose vermutet. Knochenverletzungen oder -brüche werden therapiert, ohne dass auf eine krankheitsbedingte reduzierte Knochenmasse untersucht wird. Doch wieso leiden junge Menschen bereits so früh an Knochenschwund? Ursache für sollen nach Aussage der Forscher des Instituts für Osteologie und Biomechanik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) im neuen Forschungsverbund DIMEOs Genmutationen sein. Für die Wissenschaftler des DIMEOs ist die Erforschung der Ursache, die Datensammlung im National Bone Board, einem Netzwerk verschiedener osteologischer Zentren in Deutschland, wie auch von gezielten, individualisierten Therapien von großem Interesse. Teilnehmer des DIMEOs sind neben dem größten osteologischen Zentrum Deutschlands UKE die Berliner Charité, die Julius-Maximilians-Universität Würzburg, die Technische Universität Dresden sowie das Max-Planck-Institut in Potsdam. Neben der Entschlüsselung von Krankheitsursachen – beispielsweise mit Knochendichtemessungen und Knochenstrukturanalysen – möchte das wissenschaftliche Forschungsnetzwerk Strategien zur frühzeitigen Entdeckung, Prävention und Therapie entwickeln. Da die Ursachen des Auftretens der Osteoporose in jungen Jahren häufig auch familiär bedingt sein können, soll der genetische Code der Patienten ebenfalls untersucht werden.

Die Wissenschaftler, die mögliche Genveränderungen bei jungen und alten Osteoporosekranken mittels Blutuntersuchungen analysieren wollen, haben es sich zusätzlich zum Ziel gemacht mit ihren Forschungsergebnissen dazu beizutragen, dass gegebenenfalls neue Medikamente entwickelt werden können.

Quelle:
Pressemitteilung vom UKE: Osteoporose unter 50: Warum erkranken Menschen in so jungen Jahren? - Forschungsprojekt zu früh einsetzendem Knochenschwund im UKE gestartet

Joomla SEF URLs by Artio

ImplanTicker

Implantate – Indikationen, Kontraindikationen und aktuelle Möglichkeiten

Die allermeisten Implantate im Kiefer werden für die Fixierung von festem Zahnersatz...

Ökotest überprüft Werbeversprechen der Zahnpflegekaugummi-Hersteller

Hersteller versuchen immer wieder, ihre Produkte mit speziellen Eigenschaften aus der Masse...

Hohe Fluoridkonzentrationen in Zahnpasta hilfreich bei Patienten mit hohem Kariesrisiko

Der Zusatz von Fluorid in Zahnpflegemitteln wie Zahnpasta, Gelen, Mundspülungen und Lacken...

Osteoporose in jungen Jahren genetisch veranlagt

Patienten mit Osteoporose leiden unter einem erhöhten Risiko an Knochenbrüchen. Auch für die...

Zukunftstrend: Zähneputzen ohne Zahncreme

30 Tage soll sie halten, die von Erfindern und Designern aus Japan entwickelte Zahnbürste...

Animation

ImplanTipps

Angst vor Schmerzen bei der Zahnimplantation? Keine Sorge: der eigentliche Eingriff geht schnell vonstatten und zieht kaum Schmerzen nach sich. Die Knochenbohrung wird nämlich sofort mit dem gewebefreundlichen Zahnimplantat verschlossen, wie beim Pflaster

weiter...