| Weisheitszähne nicht zu früh ziehen |
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| Geschrieben von: Dr. Kersten |
| Donnerstag, den 23. September 2010 um 08:55 Uhr |
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Einer aktuellen Studie der Universität Bergen zufolge werden gesunde und beschwerdefreie Weisheitszähne durch Zahnärzte häufig zu schnell gezogen. Infolge dessen haben viele Zahnarzt-Patienten schlechte Erfahrungen mit Weisheitszahnbehandlungen gemacht. Aus wissenschaftlicher Sicht ist eine generelle Empfehlung für das Ziehen von symptomlosen Weisheitszähnen bisher nicht gegeben. Das Ziehen der Weisheitszähne erfolgt bei vielen Patienten aus prophylaktischen Gründen und das auch dann, wenn keine Beschwerden vorliegen. Nach den Ergebnissen der Studie der Universität Bergen treten die meisten gesundheitlichen Komplikationen erst nach dem Entfernen der Zähne auf. Aufgrund dessen kann eine generelle Empfehlung zur operativen Entfernung nicht gegeben werden. Dabei argumentieren vor allem Kieferorthopäden oft gegenüber den Patienten, dass die Entfernung der Weisheitszähne erforderlich ist um eine Verschiebung der Frontzähne zu vermeiden. Bisher besteht hierzu jedoch keine wissenschaftliche Grundlage. Des Weiteren konnte bisher nicht belegt werden, dass die Weisheitszähne durch das eigene Wachstum andere Zähne verschieben. Während der aktuellen Studie stellten die Wissenschaftler fest, dass Weisheitszähne nicht dazu in der Lage sind, andere Zähne zu verschieben. Derzeit bestehen keine langfristig angelegten Vergleichsstudien, die Aufschluss darüber geben, ob das Belassen oder die Entfernung von Weisheitszähnen vorteilhaft ist. Dr. Lars Hendrickson, der als Autor der Studie agierte, erklärte, dass jede Zahnentfernung mit schwersten Risiken für den Patienten verbunden ist. Wenn ein Nerv verletzt wird, kann zum Beispiel eine Gesichtslähmung auftreten. Demnach gefährdet die leichtfertigte Indikation einen Patienten unnötig. Dr. Lars Hendrickson wandte sich in Bezug auf die Studienergebnisse zudem mit deutlicher Kritik an seine Kollegen und erklärte, dass es sich bei der Entfernung von den Weisheitszähnen um ein finanziell überaus lukratives Geschäfte handelt. Hendrickson erklärte, dass die Entfernung von beschwerdefreien Weisheitszähnen ohne wissenschaftliche Grundlage zeigt, wie skrupellos Zahnärzte agieren. Durch die Entfernung der beschwerdefreien Weisheitszähne wird die Gesundheit des Patienten leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Bei den Weisheitszähnen handelt es sich um die achten Zähne, die ab der vertikalen Mittellinie im Gebiss auftreten. Normalerweise hat ein Mensch vier Weisheitszähne, wobei in jedem Gebissquadranten einer zu finden ist. Im Vergleich zu anderen Zähnen entwickeln sie sich erst spät. Auch wenn sie sich in Röntgenbildern teilweise im Alter von 14 Jahren erkennen lassen, brechen sie meist erst im Erwachsenenalter durch. Die Entfernung von Weisheitszähnen kann mit erheblichen Beschwerden wie Hämatomen und Schmerzen einhergehen. Entscheidend für die Wundheilung ist das richtige Verhalten nach der Operation. So sollten Betroffene die Wunde in den ersten 24 Stunden kühlen. Dadurch kann eine zu große Schwellung vermieden werden. Beim Kühlen sollte auf Eis verzichtet werden, da es zu kalt ist. Ideal sind Coolpacks und nasse Waschlappen. Quelle: gesundial.de |