Erwachsene verfügen normalerweise über 32 Zähne, jedoch können im Laufe des Lebens Karies oder Parodontitis zum Verlust eines oder mehrerer Zähne führen. Vorsichtigen Schätzungen zufolge fehlen jedem deutschen Erwachsenen durchschnittlich zweieinhalb Zähne. Um diese Lücken angemessen zu füllen, entscheiden sich immer mehr Patienten für Zahnimplantate. Denn sie sitzen wie echte Zähne fest im Kiefer, gewährleisten einen optimalen Biss sowie ein hohes Maß an Lebensqualität. Ein weiterer Vorteil ist ihre Langlebigkeit, bei optimaler Pflege halten sie ein Leben lang. Dabei spielt neben dem fachgerechten Einbringen des Implantats die richtige Nachsorge eine entscheidende Rolle. "Besonders wichtig ist die Zeit nach einer Implantation, weil die Knochenzellen jetzt mit der rauen Oberfläche des Implantats einen Verbund eingehen müssen. Diese sogenannte Osseointegration gewährleistet dann den festen Sitz des Implantats im Kieferknochen. Wird dieser Prozess gestört, etwa durch Entzündungen des Zahnfleisches oder in der Kieferhöhle, kann ein Implantat auch wieder ausfallen", so Dr. Ralf Luckey, leitender Zahnarzt am Diagnostikzentrum für Implantologie und Gesichtsästhetik (DIG) der Implantatzahnklinik in Hannover (IKH).
 
Direkt nach dem Eingriff helfen Kühlung & Ruhe
 
Nach der Implantation empfiehlt sich in jedem Fall eine Kühlung außerhalb der betroffenen Mundpartie mit Kühlmanschetten, Eisbeuteln oder auch Gel-Akkus. So können Patienten Entzündungen verhindern und Schmerzen vermeiden. Bei schmerzempfindlichen Menschen lassen sich Schmerzen am Tag der Implantation mithilfe von leichten bis mittelstarken Schmerztabletten gut in den Griff bekommen. Im Normalfall verschreibt der Implantologe zudem ein Antibiotikum, um der Gefahr einer Wundinfektion vorzubeugen. Ansonsten kann der Patient gleich nach Abklingen der Betäubung wieder essen und trinken. Hier sollten Betroffene lediglich heißen Tee oder Kaffee sowie harte und kauintensive Nahrungsmittel meiden. Zudem raten Zahnärzte, in den ersten Tagen nach dem Eingriff unbedingt auf Alkohol und Nikotin zu verzichten, um den Wundheilungsprozess nicht zu gefährden. ?Ganz wichtig: so lange sich Fäden im Mund befinden sollten Patienten auf Milchprodukte verzichten. Da sich in Milch, Käse und Co. Bakterien befinden, die in die Wunde gelangen und dort Entzündungen verursachen können. Nicht selten überschätzen viele Menschen auch ihre Kräfte. "Eine Implantation ist zwar ein zahnmedizinischer Eingriff in örtlicher Betäubung, dennoch sollten Patienten sich schonen und nach der Implantation den Rest des Tages ausruhen", so Dr. Luckey. Anstrengende körperliche Tätigkeiten wie Gartenarbeit oder Sport sollten besser um einige Tage verschoben werden, damit sich der Organismus optimal regenerieren kann.
 
Auf die richtige Zahnpflege kommt es an
 
Als absolut bedeutsam schätzen Experten die anschließende Mundhygiene ein, um einer Parodontitis oder auch Periimplantitis vorzubeugen. Mit einem oder mehreren Implantaten empfiehlt sich, die Zahnpflege noch intensiver zu betreiben, damit sich keine schädlichen bakteriellen Beläge an der Implantationswunde ansiedeln. Als besonders hilfreich erweisen sich hier wenige Tage nach dem Eingriff regelmäßige Spülungen mit desinfizierenden Mundspüllösungen. Elektrische Zahnbürsten sollten besser nicht zum Einsatz kommen, stattdessen weiche Zahnbürsten mit kleinem Kopf. Ebenfalls empfehlenswert: sogenannte Interdentalbürstchen für die sanfte Reinigung der Zahnzwischenräume. "Speziell in den acht bis zehn Tagen bis zum Ziehen der Fäden ist eine überdurchschnittliche Zahnpflege dringend angeraten. Doch auch in der späteren Einheilzeit von wenigen Wochen bis sechs Monaten kommt der Hygiene eine große Bedeutung zu. An die zwei- bis dreimal im Jahr sollte eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt erfolgen", erklärt Dr. Luckey. 

Quelle: deutsche-zahnarztauskunft.de
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