Immer mehr Menschen lassen ihre Zahnlücken mit Implantaten schließen. Dieser Boom lässt sich mit Zahlen belegen: Weltweit werden bei Implantaten jährlich bis zu 20 Prozent Zuwachsrate verzeichnet.

Ist das Implantat die Lösung für jede Zahnlücke? Und wie lange verhelfen die teuren Ersatzstücke tatsächlich zu einem strahlenden Lächeln? Der Zahnarzt und Allgemeinmediziner Christian Kobau gibt Antworten auf die sieben wichtigsten Fragen zum Thema.

1. Welches Material wird derzeit für Zahnimplantationen verwendet?

CHRISTIAN KOBAU: "Wir arbeiten seit 40 Jahren mit Implantaten. Heute wird in 95 Prozent der Fälle ein Titanimplantat verwendet. Der Vorteil ist: Titan integriert sich durch eine spezielle Oberflächenbehandlung besonders gut im Knochen. Im Kommen ist Zirkonoxyd, eine Keramik. Allerdings gibt es dazu noch keine Langzeitstudien."

2. Welche Vorteile bietet ein Implantat gegenüber anderen Zahnersätzen wie Brücken oder Prothesen?

KOBAU: "Die eigenen Zähne werden geschont, und müssen nicht wie bei einer Brücke beschliffen werden. Im Normalfall halten sie auch länger. Außerdem lassen sich mit Implantaten Teil- und Vollprothesen stabilisieren".

3. Gibt es auch Nachteile?

KOBAU: "Den Preis. Wenn ein Knochenaufbau notwendig ist, kann ein Einzelzahn-Implantat 3000 Euro und mehr kosten. Die Krankenkasse übernimmt nur bei bestimmten medizinischen Indikationen einen Teil der Kosten. Es gibt allerdings auch Patienten, die nach einer Implantation an einem Fremdkörpergefühl, einer Metall- oder Elektrosensibilität leiden."

4. Kann sich also jeder, der das notwendige Kleingeld besitzt, seine Zahnlücken mit Implantaten schließen lassen?

KOBAU: "Nein, es gibt Kieferstrukturen, die dafür ungeeignet sind. Es gibt aber auch Krankheiten, die eine Implantation ausschließen - wie schweres Rheuma, schwere Zahnfleischerkrankungen, Aids, ein Krebsleiden, eine schlecht eingestellte Diabetes oder ein schweres psychisches Leiden zum Beispiel. Abzuraten ist auch davon, wenn Cortisonmedikamente oder Zytostatika eingenommen werden. Das gilt ebenso für intravenös verabreichte Bisphosphonate. Mehr Komplikationen gibt es in der Regel auch bei starken Rauchern."

5. Wie lange halten diese künstlichen Zähne dann?

KOBAU: "Bei einer gesunden Lebensweise und einer gründlichen Pflege halten Implantate grundsätzlich über viele Jahre. Wichtig ist die zahnärztliche Kontrolle zwei Mal pro Jahr. Denn eine Paradontitis, also eine bakteriell verursachte Entzündung, kann zu einem Verlust des Implantats führen."

6. Welche Risiken sind mit dem operativen Eingriff verbunden?

KOBAU: "Es kann zu Nachblutungen, zu einer Wundinfektion, einer Schädigung der Nerven, einer Knochenfraktur oder zu einem Bruch des Implantates kommen."

7. Woran erkenne ich, dass es sich um ein wirklich gutes Implantat handelt?

KOBAU: "Derzeit werden über 80 verschiedene Implantations-Systeme angeboten. Eines ist aber sicher: Die teureren Varianten sind qualitativ in der Regel besser."

Quelle. kleinezeitung.at
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