Zahnersatz: Sonst droht eine Kettenreaktion
Zahnersatz: Sonst droht eine Kettenreaktion

Die Versorgung von Zahnlücken mit geeignetem Zahnersatz ist mehr als eine kosmetische Maßnahme. Natürlich stellt Ästhetik einen wichtigen Aspekt dar, gerade wenn eine Lücke im Frontzahnbereich auftritt. Ist doch ein makelloses Lächeln gleichbedeutend mit Lebensfreude und Selbstbewusstsein. Im Umkehrschluss steht ein fehlerhaftes Gebiss traditionell für Siechtum und Verwahrlosung. Aber jeder einzelne Zahn, ob sichtbar oder nicht, führt in seinem Zusammenspiel mit den anderen Zähnen, Zunge und Lippe eine ganze Reihe hochspezialisierter und unverzichtbarer Aufgaben durch.

Kauorgan

Gerade solche Nahrungsmittel, bei denen "schwere" Kauarbeit zu leisten ist, stehen in der modernen Ernährungslehre hoch im Kurs: Knuspriges Vollkornbrot, frische Rohkost oder knackiges Obst. Sie führen dem Körper neben lebenswichtigen Vitaminen unverzichtbare Ballaststoffe zu, die der Verdauung wertvolle Dienste leisten. Fehlende Zähne oder schlechter Zahnersatz führen dazu, dass gesunde Nahrungsmittel gar nicht oder nur enstprechend präpariert (gekocht, püriert) gegessen werden können. Natürlich geht diese Einseitigkeit, wie auch der mangelnde Kaugenuss selbst, klar zu Lasten der Lebensqualität.

Sprachrohr

Sprachklang und Artikulationsvermögen hängen zu einem wesentlichen Teil von den Zähnen ab. Wenn Zähne fehlen oder Zahnersatz schlecht sitzt, leidet die Aussprache ganz erheblich. Ein stabiles Gebiss gibt es nur dann, wenn alle Zähne an ihrem Platz sind. Jeder Zahn gibt dem Ganzen Halt durch den Kontakschluss zu seinem jeweiligen Nachbarzahn, aber auch durch Kontaktschluss zum Gegenzahn im gegenüberliegenden Kiefer (dem sogenennten Antagonisten). Nach einem Zahnverlust bleibt es aber nun nicht bei einer Lücke, sondern die Nachbarzähne beginnen, wie bei einem Dominospiel, nacheinander in Richtung dieser Lücke zu kippen. Das hat dann auch wieder Konsequenzen für die Antagonisten im gegenüberliegenden Kiefer. Auch hier folgt ein Wandern der Zähne in Richtung Kaulücke; es kommt schließlich durch die veränderte Statik zu Fehlbelastungen der übrigen Zähne und nach einiger Zeit zu Veränderungen im Bereich der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke. Nicht selten ziehen diese Veränderungen Beschwerden nach sich, die man ursächlich zunächst kaum mit einer Zahnlücke in Verbindung bringen würde, z.B. Kopf-, Nacken oder Rückenschmerzen.

Knochenhüter

Jeder Zahn trägt für den ihn umgebenden Knochen quasi die Verantwortung. Geht der Zahn, geht auch der Knochen. Das liegt daran, dass das Knochengewebe permanente Reize benötigt, um nicht abgebaut zu werden. Der Zahn versorgt den Knochen mit diesen Reizen, die durch Kaubewegungen und das Zusammenbeißen der Zähne generiert werden. Fehlen diese Reize durch eine Zahnlücke, erhält der Knochen praktisch die Botschaft, dass er an dieser Stelle nicht mehr gebraucht wird – und zieht sich zurück. Auch hier liegt wieder der Anfang einer Kettenreaktion, denn der Knochenrückgang ist natürlich nicht scharf umgenzt, sondern greift auch auf den Bereich der unmittelbar benachbarten Zähne über, wodurch diese Gefahr laufen, sich zu lockern und ebenfalls auszufallen.

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