Was ist eigentlich die Beihilfe?

Die Beihilfe ist eine vom Staat eingerichtete beamtenrechtliche Krankenfürsorge. Der Staat als Dienstherr erfüllt seine Fürsorgepflicht, indem er sich an denjenigen Krankheits- und Pflegekosten beteiligt, die durch die Eigenvorsorge seiner Beamten (und deren Angehörigen) nicht abgedeckt sind. Einfach gesagt, handelt es sich um eine Bezuschussung zur Krankenversicherung, die in schönstem Behördendeutsch "ihrem Wesen nach eine die Alimentation des Beamten ergänzende Hilfeleistung" darstellt. Daher also das Wort Beihilfe.

Wer hat Anspruch auf Beihilfe?

Beihilfe erhalten:

  • Beamte (und Richter)
  • Beamte (und Richter) im Ruhestand
  • Ehegatten und Kinder der o.a. Berechtigten
  • Auszubildende und Praktikanten in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis

Welche Kosten übernimmt die Beihilfe bei Zahnimplantaten?

Jeder Beihilfeberechtigte ist privat versichert. Daher kommt die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) in Ansatz. Nach der GOZ wird die Rechnung gestellt, die der Beihilfepatient in jedem Fall begleichen muss – egal, ob die Beihilfe erst später, nur in einem bestimmten Umfang oder gar nicht die Kosten erstattet.

In der Gebührenordnung für Zahnärzte sind auch Implantat-Behandlungen erfasst, so dass grundsätzlich von einer Bezuschussung durch die Beihilfestellen auszugehen ist. Aber die sogenannten Beihilferichtlinien, die einem rigiden Sparkurs untergeordnet sind, verhindern häufig eine finanzielle Unterstützung. Die Erstattung implantologischer Leitungen hat darunter viele Jahre gelitten. Seit einiger Zeit sieht es etwas besser aus, aber die unterschiedlichen Beihilferichtlinien der Länder lassen kein einheitliches Bild zu. Nach wie vor sind es jedoch die Erstattungskriterien, die über die Finanzierung von Implantat-Behandlungen entscheiden und nicht die GOZ.
Der Patient hat alle Aufwendungen einer implantologischen Leistung, die über die Beihilferichtlinien hinausgehen, aus eigener Tasche zu bezahlen, sofern sie nicht über private (Zusatz-) Versicherungen abgefangen werden. Zur Zeit kommen zwei Erstattungsmodelle zur Anwendung:

  1. die Ausnahmeregelung. Hier werden die Kosten in bestimmten (seltenen) Fällen (z.B. atrophischer Kiefer) nach Prüfung der Beihilfe weitgehend übernommen
  2. Indikationen, die nicht der Ausnahmeregelung entsprechen. Hier werden die Kosten für die Implantat-Behandlung nur teilweise übernommen. Zusätzlich wird der auf das Implantat gesetzte Zahnersatz (Krone, Brücke) finanziert

Wie sehen die Beihilferichtlinien aus?

Die Beihilfekriterien von Bund und Land sind unterschiedlich und innerhalb der einzelnen Bundesländer gibt es noch einmal Unterschiede. Die zur Verfügung stehenden Daten beziehen sich auf Nordrhein Westfalen und datieren aus 2007. Möglicherweise gibt es bereits Neuerungen, über die sich Beihilfeberechtige bei den zuständigen Beihilfestellen informieren sollten.

Beihilferichtlinien für Zahnimplantate

Kosten für implantologische Leistungen werden nur in bestimmten (seltenen) Fällen (z.B. atrophischer Kiefer) von der Beihilfe erstattet. Eine vorherige Anerkennung durch ein ärztliches Gutachten ist dabei notwendig. Bei Indikationen, die nicht dieser Ausnahmeregelung entsprechen, kann die Beihilfe folgende Kosten übernehmen:

  • für die ersten drei durch Zahnimplantate ersetzten Zähne je 450 Euro
  • für jeden weiteren durch ein Implantat ersetzten Zahn je 250 Euro (max. 8 Zähne)
  • für den auf das Implantat gesetzten Zahnersatz (Krone, Brücke) die vollen Kosten

Wichtig: gab es bereits zuvor durch Implantate ersetzte Zähne, die nicht durch die Beihilfe abgedeckt wurden, so werden diese auf o.a. Regelungen angerechnet. Außerdem handelt es sich bei diesen Regelungen um Pauschalsätze, sie alle implantologisch notwendigen Leistungen abdecken sollen, wie:

  • Bildgebende Verfahren (Röntgen, Computertomographie)
  • Anästhesie
  • Knochenaufbaumaterial
  • Instrumente und zahnärztl. Material
  • Implantate und Implantatzubehör

Fazit

Die aktuellen Beihilferichtlinien orientieren sich zwar stärker am derzeitigen implantologischen Standard und sind nicht mehr so kostenrestriktiv wie früher, es gibt aber nach wie vor eine spürbare Lücke zwischen patientengerechter Behandlung und der Erstattungspraxis der Beihilfe.

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