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Wie läuft eine Implantat-Behandlung ab?

Bevor eine Implantat-Therapie eingeleitet wird, sollte geklärt sein, ob der Ersatz des eigenen Zahns bzw. der eigenen Zähne die beste Lösung darstellt. Zur Zahnersatz-Planung gehört nicht selten auch das Ziehen von Zähnen. Entscheidet man sich nach dem Verlust von einem oder mehrerer Zähne für eine Zahnersatz-Versorgung in Form von Implantaten, dann ist die umsichtige Planung und Umsetzung der einzelnen Behandlungsschritte Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Ergebnis.

Ausgangssituation im Kiefer bestimmt den Behandlungsverlauf

1. Der Zahnverlust hat bereits stattgefunden

Bei einem unvorhersehbaren Ereignis, z.B. durch einen Unfall einen Zahn (oder mehrere Zähne) zu verlieren, stellt einen vor vollendete Tatsachen und macht die Diskussion über mögliche Zahnerhaltungs-Maßnahmen überflüssig. Entscheidet man sich für einen Lückenschluss durch ein Implantat, können die ersten Behandlungsschritte eingeleitet werden.

2. Muss ein Zahn gezogen werden?

Bevor man sich die Frage nach dem optimalen Zahnersatz stellt, sollte sicher geklärt sein, ob ein Zahn überhaupt ersetzt werden muss. Nicht immer ist Ziehen und Ersetzen eines Zahns die beste Option; eine scharfe Abgrenzung, ab wann ein Zahn nicht mehr oder mit welchem Aufwand doch zu erhalten ist, gibt es jedoch nicht.

Hier muss individuell das Verhältnis von Aufwand und Nutzen abgewägt werden, inwiefern es sich lohnt, einen Problemzahn zu erhalten. Eine ganze Reihe Erkrankungen und Situationen können gegen den Zahnerhalt sprechen:

Zahn am Angelhaken

  • Parodontitis (Parodontose)
  • Karies
  • Wurzelentzündungen toter Zähne
  • Wurzelfrakturen/Zahnwurzelbruch
  • akute chronische Zahnschmerzen
  • allgemeinmedizinische Gründe
  • prothetische Gründe
  • Zahnfehlstellung
  • Zeit- und Geldmangel
  • Summe aller Probleme (multikausal)

Erfahren Sie wann Zähne gezogen werden müssen, und welche Folgen die einzelnen Faktoren für die Prognose des betroffenen Zahns, und die anschließende Implantat-Behandlung haben.

Gute Planung ist das Fundament der Implantat-Therapie

Zahnarzt im Beratungsgespraech

Zunächst einmal sollten sich Patient und Behandler für das erste Gespräch viel Zeit nehmen.
Der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten (Anamnese) wird hier überprüft: Liegen Erkrankungen vor oder werden regelmäßig Medikamente eingenommen, die als Gegenanzeige für Implantate gelten können? Der Gesundheitszustand ist zentraler Ausgangspunkt einer Behandlung. Auch sind die individuellen Patientenwünsche elementarer Teil des Erfolges: Lassen sich die Vorstellungen und Wünsche des Patienten umsetzen? Oder kann nicht auf jeden Punkt Rücksicht genommen werden? Sind Implantate möglich und auch sinnvoll? All das gilt es vor Behandlungsbeginn genau zu erfassen.

Fragen, die vor Behandlungsbeginn unbedingt geklärt werden sollten:

  • Kann die Implantat-Behandlung direkt eingeleitet werden? Oder muss vorab eine Vorbehandlung stattfinden, z.B. eine Parodontitis-Therapie?
  • Gehört zur Planung, Zähne zu ziehen? Ist das wirklich nötig?
  • Reicht zur Beurteilung der Knochenstruktur eine klassische Röntgendiagnostik (OPG/Panorama-Aufnahme) aus? Oder ist eine 3D-Röntgen-Diagnostik für eine bessere Darstellungsmöglichkeit sinnvoller?
  • Muss ein Knochenaufbau eingeplant werden? Oder ist das Knochenangebot für eine Implantation ausreichend?
  • Welche Optionen stehen zur Verfügung, um das gewünschte ästhetische und funktionelle Behandlungsziel zu erreichen? Sind Implantat-Konzepte immer die beste Lösung, oder ist ein herkömmlicher Zahnersatz (Brücke, Prothese) eine Alternative?
  • Wurde über die Implantat-Kosten aufgeklärt? Sind die Erwartungen mit dem Budget des Patienten vereinbar?

Zu einer erfolgreichen Implantation gehört eine gute Vorbereitung

Nicht immer kann eine Implantat-Behandlung sofort eingeleitet werden; liegt beispielsweise eine Parodontitis-Erkrankung vor, muss diese vorher abgeschlossen therapiert werden. Genauso ist es auch bei Entzündungen der Zahnwurzel oder Kariesbefund.

Biss und Kiefergelenk des Patienten müssen ebenfalls unter die Lupe genommen werden: ist der geplante Zahnersatz möglich, oder muss erst z.B. eine Bisskorrektur erfolgen?

Für das Beratungsgespräch sollte bereits ein Röntgenbild vorliegen, um die Knochenverhältnisse einschätzen zu können und Befunde zu erkennen. Muss vor der geplanten Implantation ein Knochenaufbau erfolgen? Ist die Implantation an der gewünschten Stelle risikoreich?

Abdrucknahme des Kiefers für die nächste Planungsphase

Der nächste Schritt sieht eine Abdrucknahme für Kiefer-Modelle aus Gips vor. Die Abformungen geben dann Aufschluss über:

  • die Knochenbreite,
  • die Kiefer-Verhältnisse,
  • und die Platzverhältnisse zwischen Ober- und Unterkiefer.

Auf den Kiefer-Modellen werden zudem spezielle Mess-Schablonen hergestellt; eingesetzt in den Mund des Patienten, können per Röntgen (typischerweise durch eine Panorama-Schichtaufnahme oder auch Orthopantomogramm/OPG genannt) durch metallische Kugeln/Zylinder an den Schablonen, präzise Abschätzungen über die Knochenhöhe gemacht werden.

3D-Planung: bei komplexen Kiefer-Situationen üblich

Nicht immer klärt die Abdrucknahme und Röntgendiagnostik über die genaue vorliegende Kiefer-Situation auf. Beispielsweise bei fortgeschrittenem Knochenverlust, oder bei nerv-naher Positionierung der Implantate ist es sinnvoll, ein Computertomogramm bzw. eine digitale Volumentomographie (DVT) anzufertigen. Die Knochenverhältnisse und umliegenden Strukturen (Nerv-Verläufe, Ausdehnung der Kieferhöhle) werden in der dreidimensionalen Darstellung ersichtlich und das Verletzungsrisiko erheblich gesenkt.

3D Implantatplanung OK 4 verschiedene Ansichten

Die Datenauswertung und Operations-Simulation (3D-Planung) am Computer, sowie der Einsatz von Computerhilfen (z.B. durch Navigations-Systeme oder 3D-Bohrschablonen) während der Implantation, ist generell in der Zahnarztpraxis weit verbreitet.

Die Rückwärtsplanung- „Backward-Planning“

Wem die 3D-Planung nicht ausreicht, der kann mithilfe der sogenannten „Rückwärtsplanung“ noch einen Schritt weiter gehen: Die ideale Zahnersatz-Versorgung wird vorab entwickelt.
Für die Rückwärtsplanung entwickeln Zahntechniker, Prothetiker und der Implantologe vorab den „perfekten“ Zahnersatz als Provisorium (Kunststoff), machen sich durch Anproben ein Bild von Funktion und Ästhetik und können in Kombination mit einer 3D-Planung die optimale Position für das Implantat ermitteln.
Möchte man die „idealprothetische“ Position für ein Implantat vorab durch Navigations-Systeme oder eine 3D-Bohrschablone per Computer ermitteln, ist das mit hohen Kosten verbunden.
Unter einfachen und klaren Implantationsbedingungen keine gerechtfertigte Option- jedoch für schwierige und unklare Verhältnisse, bei denen beispielsweise das Risiko einer Nerv-Verletzung besteht, ist diese Methode eine klar positive Entwicklung in der modernen Implantologie.

Implantat-Kosten vor der Behandlung klären

ImplantatkostenNach den nötigen Voruntersuchungen und der Implantat-Planung, kann der Implantologe den Kostenvoranschlag für die Implantat-Behandlung erstellen. Ganz genau lassen sich die Kosten zwar nicht voraus sagen, da während der Behandlung selbst Änderungen im Verlauf möglich sind und zahntechnische Kosten und Materialverbrauch nur geschätzt werden können.

Ein erfahrener Implantologe kann den Aufwand und Verlauf in der Regel gut einschätzen und einen realistischen Preisrahmen festlegen. Der Behandler kann auf Wunsch des Patienten Wege zur Reduzierung der Gesamtkosten aufzeigen, z.B. durch Zahnersatz-Fertigung aus dem Ausland.

Knochenaufbau: muss vor Implantation der Kieferknochen aufgebaut werden?

Ist im Kiefer nicht genug Knochen, um Implantate sicher zu verankern, sei es in der Länge oder in der Breite, so setzt das einen Knochenaufbau voraus. Der Kieferknochen kann genetisch-anatomisch bedingt zu schmal für ein Implantat sein, er kann aber auch aufgrund fehlender Belastung mit der Zeit schrumpfen (Athrophie).

Ein Knochenaufbau kann durch verschiedene Verfahrenstechniken erfolgen. Aufwand, Schwierigkeitsgrad und Kosten unterscheiden sich bei den verschiedenen Verfahren stark.

Alle Informationen über Knochenersatzmaterialien, Knochenzüchtung und die verschiedenen Maßnahmen zur Knochengewinnung finden Sie in unserem Kapitel Knochenaufbau

Risiken der Implantat-Behandlung

Genau wie die Kostenfrage, müssen auch die Risiken vor der Implantat-Behandlung geklärt werden. Was kann schief gehen? Welche Folgen kann das haben?
So selten eine Implantat-Behandlung nicht erfolgreich verläuft, so ist das Auftreten unvorhergesehener Komplikationen dennoch möglich. Der Behandler muss den Patienten vorher über alle Risiken und möglichen Komplikationen aufklären.
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff, ist für eine Implantation ebenfalls eine schriftliche Einwilligung des Patienten notwendig. Diese sollte jedoch erst unterschrieben werden, wenn tatsächlich keine Fragen mehr offen sind.

Für Implantationen: Antibiotika-Prophylaxe

Amoxicillin 500 TablettenkapselDer Mundraum ist kein Ort, an dem sterile Verhältnisse herrschen oder hinzubekommen sind. Die Frage, ob die prophylaktische Einnahme von Antibiotika das Infektionsrisiko bei einem chirurgischen Eingriff in der Mundhöhle minimieren kann, ist Thema vieler Untersuchungen gewesen.

Die Erfolgsquote in der Implantologie ist auch ohne Antibiotika-Prophylaxe enorm hoch, doch steht fest, eine präoperative Antibiotika-Einnahme ist sinnvoll- vor allem bei komplizierten Operationen mit vielen Implantaten und/oder einem Knochenaufbau.

Das Risiko eines Implantat-Verlusts wird durch die Einmalgabe („single-shot“ mit Amoxicillin (2g) vor der OP) deutlich verringert. Ob eine Einnahme nach der Operation ebenfalls sinnvoll ist, ist nicht geklärt; zumindest nützt die postoperative Einnahme eines Antibiotikums, ohne vor der OP damit begonnen zu haben, ziemlich wenig.

Die Implantation: das Zahnimplantat wird eingesetzt

Sind alle Fragen geklärt und alle Vorbereitungen getroffen, kann die Implantation stattfinden. Um das Implantat sicher schmerzfrei einzubringen, reicht eine lokale Betäubung aus; moderne Lokalanästhetika sind zuverlässig und der Knochen selbst ist nicht sonderlich empfindsam.

Den meisten Patienten wird es jedoch bei der Vorstellung mulmig, etwas in den Knochen eingeschraubt zu bekommen- die Angst vor der Operation verlangt dann nicht selten eine stärkere Betäubung. Es gibt verschiedene Verfahren, um den Eingriff nicht nur mit Sicherheit schmerzfrei, sondern für Angstpatienten auch zusätzlich stressfrei und entspannt zu gestalten:

Nahaufnahme einer Spritze

Die Lokalanästhesie: Wie funktioniert eine lokale Betäubung?

Um Schmerzen auszuschalten werden Lokalanästhetika mit einer Spritze in die zu betäubende Region gespritzt.

Der kleine unangenehme Piks beim Zahnarzt wird vielen bekannt sein, doch kaum hat man ihn gespürt, ist der Schmerz auch schon verflogen. Die Fortleitung von Reizen in den Nervenbahnen wird durch die injizierten Lokalanästhetika verhindert, dadurch wird unterbunden, dass Schmerzen, Temperatur- und Berührungsreiz an das Gehirn weitergeleitet werden.

In den meisten Zahnarztpraxen wird heutzutage Articain verwendet, dieses Lokalanästhetikum gehört zum Amid-Typ und wirkt, indem es an die Natriumkanäle der Nerven andockt und diese blockiert; ein Aktionspotential wird verhindert- der Schmerz „kommt nicht an“.

Lokale Betäubungen schalten den Schmerz aus, nicht die Angst

Beliebt in der Zahnheilkunde ist Articain, aufgrund seiner schnellen- und im Knochengewebe effektiven Wirkung. Für chirurgische, implantologische Eingriffe ist es also optimal. Zusätzlich wird Adrenalin als weiterer Inhaltsstoff hinzugefügt, da es stark gefäßverengend wirkt. Diese Gefäßverengung wirkt sich blutstillend aus und erhöht durch den verlangsamten Abtransport der injizierten Stoffe die Wirkdauer von etwa 20 Minuten auf mehrere Stunden.

So zuverlässig der Schmerz auch ausgeschaltet wird, die eventuelle Angst vor dem Eingriff wird dem Patienten nicht genommen. Bei großer Angst stehen Sedierung, Lachgas oder als letzte Option die Vollnarkose zur Verfügung, alle Informationen dazu, finden Sie in unserem Kapitel

Die Lokalanästhesie ist aus der Zahnmedizin nicht wegzudenken und für chirurgische Zahnbehandlungen unverzichtbar.
Die möglichen Nebenwirkungen ergeben sich aus einer fehlerhaften Injektion; gerät es über ein Blutgefäß in die Blutbahn oder werden in zu kurzen Zeitabständen zu viele Spritzen gegeben, kann es zu einer relativen- bzw. absoluten Überdosis kommen.

Durch das enthaltene Adrenalin wirkt sich eine Überdosis auf Herz und Kreislauf aus; der Blutdruck ist gesteigert, ein Herzrasen kann einsetzen. Auch kann es sedierend wirken.
Ebenfalls ist es möglich, durch versehentliche, exakte Positionierung der Injektion in den Zungen- oder Unterkiefer-Nerv eine Schädigung hervorzurufen. Je nach Injektionsmenge kann eine Schädigung irreversibel, also mit einem dauerhaften Taubheitsgefühl einhergehen.

Das Implantat wird eingeschraubt: ohne Schmerzen

Nach der Betäubung öffnet der Implantologe das Zahnfleisch an der Behandlungsstelle mit einem chirurgischen Messer oder einer Stanze. Dann wird mit speziellen, wassergekühlten Bohrern der Kanal gebohrt, der später das Implantat aufnehmen soll. Um das möglichst präzise zu bewerkstelligen, können sogenannte Bohrschablonen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus kann der Behandler auf computergestützte Navigationshilfen zurückgreifen. Ein dreidimensionales Bild zeigt ihm dann genau, wie der Bohrwinkel sein muss, um bestimmte Nervenstrukturen nicht zu verletzen. Im Anschluss an das Bohren - von dem der Patient allenfalls ein leichtes Vibrieren verspürt - wird durch eine Röntgenaufnahme (Implantatschablone) abgeklärt, ob die Implantatposition gut ist, oder optimiert werden muss.
Bei perfekter Position kann das Implantat eingebracht werden, wobei die meisten Implantat-Systeme ein Schraubgewinde haben und ihren sicheren Halt durch Eindrehen in den vorgebohrten Kanal erhalten. Durch das Einbringen mit Drehmoment wird der feste Sitz überprüft, der feste Halt (Primärstabilität) ist ein wichtiger Faktor zur Bestimmung, ob eine Sofortbelastung möglich bzw. sinnvoll ist.
Manche Implantat-Systeme sind zylinderförmig und werden eingeklopft, also durch das Prinzip der Presspassung verankert.

Die Dauer des Eingriffs hängt von der Anzahl der Implantate und dem Schwierigkeitsgrad ab z.B. wenn zusätzlich ein Knochenaufbau erfolgen muss, dauert es länger. So kann die Operation 15 Minuten, aber auch mehrere Stunden dauern.

Die Implantat-Einheilung: geschlossen oder offen?

Ist die Implantation abgeschlossen, gibt es zwei Einheilungs-Methoden. Zum einen kann das Zahnfleisch an der Implantatstelle wieder dicht vernäht werden, um eine sichere Einheilung zu gewährleisten (geschlossene Einheilung). Diese Methode ist beispielsweise Standart nach einem Knochenaufbau, da das dichte Vernähen für einen Schutz vor äußeren Einflüssen sorgt und verhindert, das Partikel (Knochenspähne, Knochenersatzmaterial) aus der Wunde gelangen.

Geschlossenen Implantateinheilung

Offenen Implantateinheilung

Die zweite Methode ist die, der offenen Einheilung. Hierbei sind die Implantate in der Regel einteilig, Implantat und Aufbau sind also aus einem Stück gefertigt und der Aufbau ragt aus der Schleimhaut heraus. Darauf wird dann ein sogenannter Gingivaformer aufgeschraubt, ein kleiner Pfosten, der verhindert, dass das Zahnfleisch darüber zusammenwächst. Es wird also geformt und macht eine erneute Freilegung der Implantate durch Eröffnen des Zahnfleisches nicht notwendig.
Einteilige Implantate werden normalerweise für eine Sofortbelastung verwendet. Damit ist gemeint, dass sofort nach der Implantation das Zahnimplantat mit einer Krone oder der Zahnersatz-Fixierung belastet wird. Eine Sofortbelastung ist aber auch mit anderen Implantatformen möglich.

Ist der Implantation kein Knochenaufbau vorausgegangen, verzeichnen beide Einheilmethoden die gleichen Erfolgsraten.

Die Implantat-Einheilung (Osseointegration) braucht Zeit

Die dauerhafte Stabilität und die Belastbarkeit von Implantaten wird durch die Einheilung in den Kieferknochen (Osseointegration) bestimmt. Implantat-Hersteller modifizieren die Oberflächen der modernen Implantate für die bestmögliche- und vor allem schnellste Einheilung, doch braucht der Kieferknochen eine gewisse Zeit, um zu verheilen.

Wer schonmal einen gebrochenen Knochen hatte und einen Gips tragen musste, der weiß wie lange sich ein biologischer Prozess hinziehen kann- Ungeduld ist da wenig hilfreich.
Im Idealfall dauert die Einheilung 4 Wochen; nach einem Knochenaufbau ist sogar mit einer Einheilungszeit von 9 Monaten zu rechnen. Das Prinzip der Sofortversorgung und Sofortbelastung ändert an der eigentlichen Einheilzeit nichts; durch die besonders sichere Einbringung der Implantate ergibt sich nur eine ausreichende Stabilität (Primärstabilität), die eine direkte Belastung „verschmerzt“- die aber nicht optimal ist.

Durch Röntgenbilder und Festigkeitstests, wie z.B. die Resonanz-Frequenz-Analyse, kann während der Einheilphase die Implantat-Stabilität beurteilt werden und bei guter Resonanz der nächste Schritt eingeleitet werden.

Nach der Implantation: worauf muss man achten?

Wie nach jedem chirurgischen Eingriff ist es auch nach einer Implantation wichtig, sich zu schonen. So früh wie möglich sollte außerdem damit begonnen werden, die operierte Region zu kühlen. Die Kühlung (mit beispielsweise einem Kühlakku, eingeschlagen in ein Handtuch) der Wange von außen, wirkt einer übermäßigen Schwellung entgegen und hat außerdem einen schmerzlindernden Effekt. Auf den direkten Hautkontakt mit Eis sollte unbedingt verzichtet werden, da die Haut Schaden nehmen kann.

Was darf man nach einer Implantation essen?Essen nach der Implantation

Grundsätzlich gilt: Gegessen werden darf alles, worauf man Appetit hat. Das kann sich aber je nach Umfang der Implantation schwierig gestalten; die Nahrungsaufnahme kann eingeschränkt sein. Es empfiehlt sich daher, weiche und flüssige Nahrung in der Zeit nach der Operation zu sich zu nehmen.

Man sollte ebenfalls darauf achten, aufs Essen zu verzichten, solange die Betäubung noch nicht abgeklungen ist. Das Taubheitsgefühl in der Mundhöhle birgt das Risiko, sich beim Kauen Bissverletzungen zuzuziehen.
Viel Trinken ist gut, Salbei Tee kann beispielsweise den Heilungsprozess durch seine antibakterielle Wirkung unterstützen.

Vorsicht ist geboten bei Getränken, die den Blutdruck steigern; verzichtet werden sollte daher auf Alkohol, Kaffe, aber auch Cola und schwarzen Tee.

Rauchen nach einer Implantation

Symbol: Rauchen verboten

So schwierig sich das vielleicht für den ein oder anderen Patienten umsetzen lässt: das Rauchen sollte nach einer Implantation so lange wie möglich unterlassen werden!
Generell wird die körpereigene Abwehr durch das Rauchen geschwächt, auch die Durchblutung funktioniert schlechter. Die Giftstoffe lagern sich in Mundhöhle und Implantations-Wunde an, der Heilungsverlauf wird gestört.

Schmerzen nach der Implantation sind normal

Entgegen der weitläufigen Meinung, Implantate seien mit schrecklichen Schmerzen verbunden- das sind sie typischerweise nicht. Am Tag der Operation und 1-2 Tage darauf, sind Schmerzen normal; diese lassen sich jedoch mit leichten bis mittelschweren Schmerzmitteln gut „in den Griff kriegen“.
In den meisten Fällen kann sogar schon einen Tag nach dem Eingriff auf Schmerzmittel verzichtet werden.

Nach der Implantation ist die richtige Mundpflege wichtig

Die Wundheilphase sollte in den ersten Tagen nach der Implantation streng kontrolliert werden. Sinnvoll ist das vorsichtige Spülen mit desinfizierenden Mundspüllösungen. Wichtig ist, keine aggressiv konzentrierten Lösungen zu verwenden und nur leicht zu spülen, da der schützende Fibrin-Film auf der Wunde sonst weggespült werden- und es zu Nachblutungen kommen kann.

Die Fäden, mit denen das Zahnfleisch nach Implantation vernäht wurde, werden nach etwa 7-20 Tagen entfernt.
Bei einteiligen Implantaten (Aufbau und Implantat sind aus einem Stück gefertigt) und offener Einheilung muss spätestens nach der Entfernung der Fäden mit der Pflege begonnen werden. Die schädlichen Bakterien, die sich in Form von Plaque um den Aufbau ansiedeln, sollten anfangs mit einer weichen Zahnbürste entfernt werden. Das Zahnfleisch wird dadurch ebenfalls straff und gesund gehalten.

Überbrücken: Provisorischer Zahnersatz für die Einheil-Phase der Implantate

Sunflex-Prothese ersetzt SchneidezahnDurch die Schwellung im Wundbereich ist direkt nach der Implantation ein Tragen von herausnehmbarem, nicht angepasstem Zahnersatz (z.B. als Provisorium) nicht möglich.

Die Implantate durch den Druck einer Prothese zu belasten, ist in der Regel bereits nach 3-4 Tagen nach Implantation möglich und nach optimalem Implantationsverlauf nicht problematisch. Die Unterfütterung mit einem weichbleibenden Unterfütterungs-Material wird empfohlen.

Hat ein Knochenaufbau stattgefunden und/oder konnten die Implantate nicht stabil eingebracht werden, sollte beim Tragen von Prothesen allerdings aufgepasst werden.

Ist das Knochenangebot auch zwischen den eingebrachten Implantaten gut und sind Wille und finanzielle Mittel da, können zur Überbrückung Interims-Implantate eingebracht werden.

Diese gestalten die Zeit bis zum endgültigen Zahnersatz, durch das sichere Tragen fester Brücken bzw. das feste Verankern von Prothesen, angenehm.

Die Freilegung der Zahnimplantate nach geschlossener Einheilung

Insbesondere nach einem Knochenaufbau, ist die geschlossene Einheilung- also das dichte Vernähen des Zahnfleisches über dem Implantat, die sicherste Methode, damit alles geschützt und „in Ruhe“ heilen kann. Die Phase der Einheilung kann nach einem Knochenaufbau zwischen 6-9 Monate dauern, bevor eine Versorgung von Implantaten mit Zahnersatz möglich ist.

Freilegung geht in der Regel schnell

Um nach einer geschlossenen Einheilung einen Zugang zu der Schraub-Innenverbindung der Implantate zu erhalten und das umliegende Zahnfleisch für den zukünftigen Zahnersatz zu formen (mit einem Zahnfleisch- oder auch Gingivaformer), wird das Zahnfleisch nach Betäubung mit einem kleinen Schnitt per Laser oder Stanzer eröffnet.

Die Verschluss-Schraube des Implantats wird nach Einschrauben eines Abdruckpfostens, um die Abdrucknahme für den zukünftigen Zahnersatz zu machen, durch einen Zahnfleischformer ersetzt.

Leichte Schmerzen nach der Freilegung sind normal

Durch die Betäubung des Zahnfleisches ist der kurze Eingriff selbst nicht zu spüren. Ein Wundschmerz in den ersten Tagen ist normal und bei eingeschraubtem Gingivaformer wird ein unter Umständen als unangenehm zu bezeichnender Druck auf das umliegende Zahnfleisch ausgeübt. Eine Entzündung des Zahnfleisches an dieser Stelle ist nicht selten. Die auftretenden Schmerzen lassen sich jedoch in der Regel durch leichte Schmerzmittel kontrollieren.

Fertigung von Zahnersatz auf Implantaten erfolgt nach der Einheilung

Die Fertigung des Zahnersatzes erfolgt, sobald die Implantate sicher eingeheilt und belastbar sind.
Als erstes wird ein einfach Abdruck des Kiefers gemacht, um einen individuellen Abformlöffel anfertigen zu können.

Die nächste Abdrucknahme kann dann mit Hilfe des spezifischen Abformlöffels erfolgen. Die genaue Position von Implantaten und Zähnen wird durch spezielle Übertragungs-/Abdruckpfosten ermittelt, die in die Implantate eingeschraubt werden.

Als nächste Schritte werden Abdrücke des Gegenkiefers gemacht und eine Kiefer-Relationsbestimmung, also eine Registrierung des idealen Zubisses, angefertigt. Nach Bedarf kann auch durch einen Gesichtsbogen die exakte Kiefergelenksposition ermittelt werden.

Das Abdruckmaterial liefert den Technikern im Zahnlabor alle Informationen, um einen passgenauen Zahnersatz anfertigen zu können. Bei größeren Arbeiten sind meistens mehrere Anproben notwendig, bevor die optimale Passung bezüglich der Ästhetik, des Bisses und der Funktion erreicht ist.

Die Nachsorge: gesetzte Implantate kontrollieren lassen

Professionelle ZahnreinigungDie Implantat-Gesundheit und die Haltbarkeit werden durch die Nachsorge mitbestimmt. Innerhalb des ersten Jahres nach Implantation sind ein bis zwei Röntgenkontrollen notwendig, um die Position zu überprüfen- gegeben falls bei Veränderung (Lage, Knochen, Entzündung) eingreifen zu können.

Der feste Sitz im Knochen wird mithilfe von Festigkeits-Test wie dem Periotest überprüft. Der Zustand des Zahnfleisches um das Implantat ist auch von Bedeutung.  Durch vorsichtiges Sondieren des Zahnfleisch-Saums wird die Blutungsneigung überprüft.

Ein gesunder Zahnfleisch-Saum blutet bei Sondierung, Berührung und Zähneputzen nicht und ist blass-rosa.

Betrachtet werden auch die Kontaktspunkte der Zähne beim Zubeißen. Bei herausnehmbarem Zahnersatz auf Implantaten müssen die Kieferabschnitte nach Veränderungen untersucht werden.

Eine Unterfütterung (Unterlegung) der Prothesensättel kann nötig sein, um Knirschen oder Zähnepressen zu vermeiden. 

Die Haltbarkeit von Zahnimplantaten hängt von der richtigen Pflege ab

Die gründliche Zahn- und Implantatpflege zuhause, mit Hilfsmitteln wie z.B. Zahnzwischenraumbürsten, ist das A und O für die Langlebigkeit von Implantaten. Eine professionellen Zahnreinigung (PZR) in regelmäßigen Abstände ist ebenfalls zu empfehlen. Zum einen werden während einer Prophylaxesitzung hartnäckige bakterielle Beläge entfernt, zum anderen die eigene Mundhygiene überprüft und falls nötig Tipps zur Optimierung gegeben.

Mehr zum Thema: Die richtige Pflege von Zahnimplantaten.

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