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Was spricht gegen ein Zahnimplantat?

Zahnarzt erklärt ein RöntgenbildFür viele Patienten steht der Kostenfaktor an erster Stelle, wenn sie sich gegen ein Implantat entscheiden. Nicht selten spielt aber auch die Inkompetenz des Zahnarztes eine Rolle, der aus verschiedenen Gründen keine Implantat-Therapie anbieten möchte. Die Wahl kann auch auf herkömlichen Zahnersatz fallen, wenn der Patient schlichtweg eine zu große Angst vor einem operativen Eingriff und möglichen Schmerzen hat. Neben all diesen Gründen, gibt es natürlich auch einige Aspekte, die aus medizinischer Sicht gegen eine Implantation sprechen (Kontraindikationen). Wie bei jeder Therapie, müssen diese Kontraindikationen genau durchleuchtet werden, um Risiken und Chancen gegeneinander abwägen zu können. Nur selten sind Implantationen aus medizinischer Sicht nicht möglich.

Implantation: Einwand aus medizinischer Sicht selten

Es gab eine Zeit, in der man die Erfolgsquote von Implantationen so hoch wie möglich halten wollte und somit Risiko-Patienten von vorne herein von der Behandlung ausschloss. Mittlerweile weiß man: Auch bei Risiko-Patienten kann in der Regel eine hohe Erfolgsquote verzeichnet werden. Doch nicht alle Risiken schließen eine Implantat-Behandlung automatisch aus. In manchem Fällen, sollte jedoch unbedingt auf einen chirurgischen Eingriff verzichtet werden, wie beispielsweise wenn einem Patienten intravenös Bisphosphonate verabreicht wurden. Diese Behandlung hat nämlich zur Folge, dass der Kieferknochen an der „verletzten“ Stelle nicht heilen- sondern absterben kann. Bisphosphonate werden zur Stärkung der Knochenstruktur bei schwerer Osteoporose oder Knochentumoren verabreicht.

Schwierige Implantation: keine Erfolgsaussichten?

Patientin im Zahnarztstuhl hat Angst

Beispielsweise ist ein Knochenmangel heutzutage in der Regel kein Hindernis für eine erfolgreiche Implantation mehr - durch die Möglichkeiten eines Knochenaufbaus, die Verwendung von kurzen Implantaten oder Mini-Implantaten, ist die Erfolgsaussicht gut. Ist der Kieferknochen jedoch derart stark abgebaut, stellt ein Knochenaufbau eine aufwendige Prozedur dar. Die Frage ist also: Stehen Aufwand und Nutzen im Verhältnis? Dies sollte vor jeder Therapie geklärt werden.

Auch bei folgenden Bedingungen ist es ratsam, pro und contra genauestens abzuwägen:

  • Gefährdung von Nervenbahnen/Zahnwurzeln durch Verletzungen
  • Un- bzw. nicht vollständig behandelte Parodontitis
  • Ungeklärte Gesichts- bzw. Kieferschmerzen
  • Nicht abgeschlossenes Kieferwachstum
  • Zu hohe ästhetische Ansprüche des Patienten

Ist das Implantat immer die beste Lösung?

zahnimplantate haben vorteileFür die meisten Behandler ist das Zahnimplantat grundsätzlich aus zahnmedizinischer Sicht die beste Versorgungsform einer Zahnlücke. In gewissen Konstellationen kann herkömlicher Zahnersatz jedoch eine durchaus gleichwertige Alternative darstellen, wenn nicht manchmal auch die bessere. Zum Beispiel ist eine Zahnlücke mit einer Brücke gut versorgt, wenn die benachbarten Zähne links und rechts stabil im Knochen stehen und schon stark überkront sind. Für das Beschleifen der Brückenpfeiler müsste keine gesunde Zahnsubstanz abgetragen werden. Auch kann eine Brücke ästhetisch perfekt gestaltet werden und würde sich bei dieser Ausgangslage anbieten.
Bei Unsicherheit lohnt es sich, eine zweite Meinung einzuholen.

Nicht jede Lücke muss versorgt werden

Ein fehlender Zahn muss nicht zwangsläufig ersetzt werden. Ein Beispiel: Einen Patienten von der Notwendigkeit einer Implantat-Behandlung für eine Zahnlücke zu überzeugen, die er bereits seit 10 Jahren hat, macht wenig Sinn.

Zahnimplantate nicht möglich: zu hohe Kosten

ZahnimplantatkostenEin großes Problem für viele Patienten, stellen die hohen Kosten einer Implantat-Behandlung dar. Für gesetzlich versicherte Patienten gibt es zwar Festzuschüsse der Krankenkassen, jedoch wird hier ausschließlich der aufgesetzte Zahnersatz berücksichtigt, die Versorgung durch ein Implantat selbst wird nicht bezuschusst. Implantate bleiben eine Privatleistung. Trotz Einsparpotential durch Import-Zahnersatz, preiswerte Implantatsysteme, u.ä. müssen nicht selten „Abstriche gemacht werden“ und die medizinisch bestmögliche Lösung muss der wirtschaftlicheren Alternative weichen.

„Ich möchte kein Zahnimplantat!“

Neben belastenden Kosten und medizinischen Risiken gibt es natürlich auch persönliche Gründe, die gegen ein Zahnimplantat sprechen.

Während manche Menschen schlichtweg nicht mit dem Gedanken leben können, einen Fremdkörper eingepflanzt zu bekommen, gibt es viele, die Angst vor dem damit verbundenen operativen Eingriff haben.
Zwar bestehen verschiedene Möglichkeiten (Lachgas, orale Sedierung, Vollnarkose), um eine Implantation schmerzfrei und stressarm zu gestalten,  und das nicht nur für Angstpatienten, doch bringt die Vorstellung, ein Implantat in den Kiefer eingeschraubt zu bekommen, die wenigsten Patienten zum Jubeln. Jeder chirurgische Eingriff birgt gewisse Risiken, für manche ein Auslöser unüberwindbarer Angst.

Verständlich sind auch Patienten, die bereits schlechte Erfahrung mit Implantaten gemacht haben und deswegen einer Behandlung skeptisch gegenüberstehen. Oft verunsichert schon ein Erlebnisbericht einer schief gelaufenen Implantat-Behandlung aus dem Umfeld des Patienten.

Den richtigen Zahnarzt finden

Patient in der Zahnbehandlung

Immer noch passiert es, dass eine sinnvolle Implantat-Therapie nicht stattfindet, weil der behandelnde Zahnarzt Diese nicht anbietet. Diese Ablehnung kann verschiedene Ursachen haben: Vielleicht ist er zu unerfahren durch zu wenige Fortbildungen, desinteressiert oder wohlmöglich inkompetent. Wer keine Routine hat, ist schnell abgeschreckt, sobald eine Situation schwieriger ist. Beispielsweise wenn ein Knochenaufbau zur Implantatsetzung erforderlich ist. Es kann auch sein, dass der Zahnarzt fälschlicherweise davon ausgeht, sein Patient möchte keine Implantat-Behandlung, sondern herkömmlichen Zahnersatz. Hier sollte der Patient seine Wünsche und Vorstellungen konkret und klar formulieren und eine Beratung einfordern. Der seltenste Grund, warum eine Implantat-Behandlung nicht zustande kommt, ist das eine Implantation medizinisch oder technisch nicht umzusetzen ist.

Was spricht aus medizinischer Sicht gegen eine Implantation?

Allgemeinmedizinische Gegenanzeige

Das Wort Gegenanzeigen beschreibt in der Medizin Umstände, unter denen zu einer Behandlung nicht zu raten ist, da die Möglichkeit besteht, keinen Behandlungserfolg zu erzielen, oder aber die Gesundheit des Patienten darunter leidet. Allerdings haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass es kaum eine Krankheit gibt, die eine Implantatbehandlung ausschließt. Es gibt jedoch Erkrankungen, die die Chance der Abstoßung eines Zahnimplantats erhöhen. Natürlich muss man immer den Nutzen gegen die möglichen Risiken abwägen.

Die wichtigsten Probleme, die gegen eine Implantation sprechen:

  • Geschwächte Immunabwehr aufgrund einer Erkrankung oder durch Medikamente (z.B. Cortisontherapie, Zytostatika
  • Medikamente, die den Knochenstoffwechsel stören (z.B. Bisphoshponate)
  • Nicht eingestellter Diabetes mellitus
  • Schwere Osteoporose
  • Bestrahlung eines Knochens (z.B. aufgrund eines Tumorleidens)
  • Schwere Erkrankung von Herz, Leber, Niere oder des Blutes
  • Generalisierte Erkrankung des Bindegewebes oder des Knochens (z.B. rheumatische Erkrankungen)
  • Erhöhte Blutungsneigung
  • bestimmte psychische Erkrankungen
  • Rauchen

Rauchen und Zahnimplantate

Symbol: Rauchen verbotenDie Implantatbehandlung bei Rauchern bleibt ein umstrittenes Thema. Natürlich muss man differenzieren, wie viel der einzelne Patient wirklich raucht: gelegentlich am Wochenende, oder 2 Schachteln am Tag? Der Erhöhte Konsum erhöht auch das Risiko. Zudem spielen bei Rauchern auch genetische Faktoren eine Rolle, die in Wechselwirkung mit einer Implantatbehandlung stehen, obgleich Diese noch nicht vollständig erforscht sind. Fakt ist, dass die Misserfolgsrate bei Rauchern um das 4 Fache erhöht ist.

Auch auf lange Sicht schadet Rauchen dem Implantat-Erfolg

Nicht nur das Einheilen von Implantaten (Osseointegration) funktioniert schlechter bei Rauchern, auch langfristig wirkt sich der Tabak-Konsum negativ auf die Haltbarkeit von Zahnimplantaten aus.

Raucher haben häufiger Probleme mit dem Zahnhalteapparat (Zahnfleisch, Zahnhaltefasern und Zahnknochen). Der Zigarettenrauch verändert die Mundschleimhaut und macht diese wesentlich anfälliger für Entzündungen und erschwert die Heilung. Je nach Zigarettenkonsum ist das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, bis zu 15 mal höher. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass Zahnimplantate bei Rauchern frühzeitig durch eine Periimplantitis verloren gehen, ist hoch.

Nichtsdestotrotz gilt die Implantat-Therapie auch bei Rauchern als erfolgreich. Da die Erfolgsquote bei Zahnimplantaten generell bei nahezu 100% liegt, ist ein 4 fach erhöhtes Risiko des Misserfolgs, immer noch gut zu vertreten. Rauchen stellt ein bekanntes Risiko dar, deswegen ist es verständlich, wenn der Implantologe keine Garantie auf die Therapie geben möchte. Auf der anderen Seite sollte sich der Patient auch im Klaren darüber sein, welche Kosten, trotz eines eventuellen Misserfolgs, mit einer Implantatbehandlung verbunden sind.

Bisphosphonate und Implantat-Therapie

Bisphosphonate dienen der Stärkung des Knochens; häufig werden sie bei Osteoporose oder bestimmten Tumorerkrankungen verabreicht. Der Knochenstoffwechsel wird dadurch verlangsamt und bringt eine schlechtere Knochenregeneration mit sich. Das ist allerdings auch das Problem, denn eine Implantatbehandlung fordert ein schnelles und sicheres Einheilen im Kieferknochen (Osseointegration). Werden Bisphosphonate direkt über die Vene (intravenös; parenteral) verabreicht, besteht größte Gefahr, das der Kieferknochen nach der Implantierung abstirbt („Bisphosphonat-induzierte-Osseonekrose“). Daher gilt diese Art der Einnahme als absolute Kontraindikation. Bei der Tabletten-Einnahme hingegen besteht keine ausdrückliche Einschränkung; Chancen und Risiken sollten allerdings gründlich gegeneinander abgewogen werden.

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